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Mittwoch, 02.12.2020
 
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Kulturnachrichten

Montag, 16. November 2020

Außenminister: Weltgemeinschaft muss Kulturerbe schützen

Außenminister Heiko Maas (SPD) sieht die internationale Gemeinschaft beim Schutz des kulturellen Erbes in der Pflicht. "Der Brand von Notre-Dame oder die Explosion in Beirut zeigen, dass wir oft schnell reagieren müssen, um Kulturerbe zu schützen. Andere Bedrohungen wie die Folgen des Klimawandels wirken sich schleichender, aber ebenso zerstörerisch auf Welterbe-Stätten aus, ein Beispiel ist die Lagune von Venedig", erklärte Maas anlässlich der Konferenz "Kulturerbe und Multilateralismus" in Berlin. Auch Konflikte oder der illegale Handel mit Kulturgütern seien zerstörerisch. Ohne gemeinschaftliches Handeln sei das kulturelle Erbe nicht zu bewahren. Zur der internationalen Tagung "Kulturerbe und Multilateralismus", die noch bis Mittwoch geht, lädt das Auswärtige Amt in Partnerschaft mit der Unesco, der EU-Kommission und dem Europarat ein. Experten diskutieren dabei Strategien zum Schutz des Kulturerbes.

Spanischer Dichter Brines erhält Cervantes-Preis

Der spanische Dichter Francisco Brines wird mit dem diesjährigen Cervantes-Literaturpreis ausgezeichnet. Das gab der spanische Kulturminister Rodríguez Uribes am Montag in Madrid bekannt. Brines gilt als einer der wichtigsten spanischen Poeten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eines der bekanntesten Werke des 88-jährigen ist der Gedichtband "El otoño de las rosas" (Der Herbst der Rosen), in dem es um das Glück eines erfüllten Lebens geht. Die Kunst des Gedichteschreibens bezeichnete Brines einmal als "wunderbare Gabe". Der Cervantes-Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung in der spanischsprachigen Welt und ist mit 125.000 Euro dotiert.

EKD legt Grundlagentext zu Sünde und Schuld vor

Unter dem Titel "Sünde, Schuld und Vergebung aus Sicht evangelischer Anthropologie" hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) einen neuen Grundlagentext vorgelegt. Bei der Vorstellung des Papiers während einer Videokonferenz betonte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, diese oft missverstandenen Begriffe seien nicht nur für das evangelische Menschenbild zentral. Sünde sei wesentlich ein Beziehungsbegriff und bezeichne eine Selbstzentriertheit des Menschen, die ihn von Gott und vom Mitmenschen trenne. Deshalb solle deutlich gemacht werden, "dass das Reden über Buße der erste Schritt zur Freiheit ist". Zu dem rund 130 Seiten umfassenden Text gehört auch ein Abschnitt über "sexualisierte Gewalt" in der Kirche. Darin heißt es: "Hier hat die Kirche versagt." Statt sich mit Wort und Tat an die Seite der Schutzlosen und Abhängigen zu stellen und der Gewalt zu wehren, sei sie lange Jahre stumm und untätig geblieben. So sei sie nicht nur an den Betroffenen, sondern auch an ihrem Auftrag und an Gott schuldig geworden. Erarbeitet wurde das Papier von der EKD-Kammer für Theologie unter Vorsitz des Berliner Theologen Christoph Markschies.

Museen fordern Öffnung sicherer Kultureinrichtungen

Ein Verbund von mehr als 30 großen Geschichtsmuseen in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg und Belgien hat die baldige Öffnung ihrer Einrichtungen gefordert. In einer Stellungnahme heißt es, die dafür nötigen Bedingungen und Auflagen, die für andere Bildungseinrichtungen, Kirchen oder Geschäfte gelten, erfüllten die Häuser bereits. Aus Deutschland beteiligten sich unter anderem das Historische Museum Frankfurt, das Ruhr Museum, das Münchner Stadtmuseum und das Haus der Geschichte in Bonn an dem Aufruf.

Regisseurin Valadez gewinnt Festival von Thessaloniki

Die Mexikanerin Fernanda Valadez hat mit "Identifying Features" den "Goldenen Alexander" des 61. Internationalen Filmfestivals der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki gewonnen. Dies teilte das Festival mit. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Der Film ist eine spanisch-mexikanische Koproduktion und handelt von einer mexikanischen Mutter, die auf der Suche nach ihrem verschollenen Sohn ist. Das Filmfestival in Thessaloniki gilt als eines der wichtigsten Ereignisse für Nachwuchskünstler in Europa. Wegen der Corona-Pandemie musste dieses Jahr das Programm über das Internet präsentiert werden.

Internationale Tage Jüdischer Musik finden online statt

Die dritten Internationalen Tage jüdischer Musik finden wegen der Corona-Pandemie ausschließlich online statt. Noch bis Sonntag können die Konzerte auf der Website oder auf einem eigenen YouTube-Kanal gestreamt werden. Wie die Veranstalter mitteilen, wollen sie mit dem Festival ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen und zugleich den Auftakt zum Festjahr 2021 "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" feiern.

Neue Jurymitglieder für Leipziger Buchmessepreis

Mit Anne-Dore Krohn und Andreas Platthaus hat die Jury des Preises der Leipziger Buchmesse zwei neue Mitglieder bekommen. Das teilte die Leipziger Buchmesse mit. Krohn ist Literaturredakteurin bei rbb kultur des Rundfunks Berlin Brandenburg, Platthaus ist als Redakteur der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" für Literatur und literarisches Leben verantwortlich. Weiterhin in der Jury vertreten sind Jens Bisky als Vorsitzender sowie Tobias Lehmkuhl, Marc Reichwein, Katrin Schumacher und Katharina Teutsch. Die Jury wird unter den Neuerscheinungen des kommenden Jahres die besten Bücher in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung zur Leipziger Buchmesse 2021 küren. Der Preis ist mit 60 000 Euro dotiert.

Fortsetzung von "Charlie Hebdo"-Prozess verschoben

Die Fortsetzung des unterbrochenen Prozesses um den islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" ist erneut verschoben worden. Einer der Angeklagten sei nach einer Corona-Infektion nicht in der Lage zu erscheinen, berichteten französische Medien übereinstimmend unter Berufung auf den Vorsitzenden Richter. Die Verhandlung in Paris werde nun für mindestens eine weitere Woche ausgesetzt. Der Prozess war wegen mehrerer Corona-Infektionen seit Anfang des Monats mehrfach unterbrochen worden. Eigentlich sollte er am vergangenen Wochenende zu Ende gehen. Verhandelt wird seit Anfang September über die mehrtägige Anschlagsserie, bei der es im Januar 2015 insgesamt 17 Todesopfer gab. Von den Anschlägen war nicht nur die Redaktion von "Charlie Hebdo" betroffen, sondern auch ein koscherer Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen. Den 14 Angeklagten wird vorgeworfen, bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen zu haben. Drei von ihnen sind flüchtig.

"People's Choice Awards" vergeben

Die aus "Grey's Anatomy" bekannte US-Schauspielerin Ellen Pompeo ist die große Gewinnerin der "People's Choice Awards": Die 51-Jährige wurde zum weiblichen TV-Star des Jahres gewählt - während "Grey's Anatomy" zugleich den Preis für die beste Serie erhielt. Als Film des Jahres wurde die Actionkomödie "Bad Boys for Life" mit Will Smith und Martin Lawrence ausgezeichnet. Den Preis für die beste Talkshow erhielt Ellen DeGeneres. Die "People's Choice Awards", dieses Jahr moderiert von der amerikanischen Sängerin Demi Lovato, wurden in 44 Kategorien verliehen. Es handelt sich um Publikumspreise. Nach Angaben des US-Senders "E!", der die Show übertrug, waren mehr als eine Milliarde Stimmen eingegangen. Fans konnten im Internet täglich 25 je Kategorie abgeben.

Schulen testen News-App gegen Verschwörungstheorien

Mithilfe einer News-App sollen Jugendliche im Unterricht lernen, Verschwörungstheorien zu entlarven und Meinungs-Filterblasen im Netz aufzubrechen. Sie wurde von einem Berliner Startup-Unternehmen entwickelt. Die App soll täglich verschiedene Standpunkte zu aktuellen Themen aus Zeitungen, Magazinen, Social Media und Web-Blogs aus dem gesamten Meinungsspektrum in einem Überblick zeigen und journalistische Einordnungen zu Positionen bieten. An dem Projekt nehmen zunächst zehn Pilotschulen aus mehreren Bundesländern teil. Für diese ist die App kostenlos.

Urteil im Prozess um angebliches Uecker-Bild

Im Prozess um die Echtheit eines angeblichen Kunstwerks von Günther Uecker hat das Landgericht Düsseldorf einen Kunsthändler verurteilt. Er muss die Anzahlung der Käuferin in Höhe von 7.500 Euro zurückzahlen, erklärte die Sprecherin des Landgerichts gegenüber Deutschlandfunk Kultur. Im Urteil heißt es, dass das "Sandbild auf Büttenpapier" nicht vom Künstler Uecker stamme. Das habe der 90-jährige als Zeuge bestätigt und ausgesagt, dass das Bild auch nicht der für ihn typischen Machart entspreche. Der Kunsthändler hatte dagegen beteuert, es sei echt und weit mehr als die insgesamt vereinbarten 15.000 Euro wert. Günther Uecker zählte mit Heinz Mack und Otto Piene zur Künstlergruppe Zero, die 1958 gegründet wurde. Die Künstler bemühten sich um einen Neuanfang, eine "Stunde Null" für die Nachkriegskunst.

Aachener Friedenspreis mit Online Festakt

Der Aachener Friedenspreis wird in diesem Jahr pandemiebedingt online verliehen. Am 10. Dezember, dem internationalen Tag der Menschenrechte, werden der französische Priester Antoine Exelmans sowie das Centro Gaspar Garcia de Direitos Humanos in Brasilien mit einem Video gewürdigt, wie der Verein Aachener Friedenspreis ankündigte. Die zunächst vorgesehene Hybridveranstaltung zur Preisverleihung sei aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens nicht möglich, hieß es. Ursprünglich sollte der Festakt am 1. September stattfinden. Die Laudatio in dem Preisträgervideo wird wie geplant der langjährige Bundestagsabgeordnete und Linken-Politiker Gregor Gysi halten. Seit 1988 zeichnet der Aachener Friedenspreis e.V. alljährlich Menschen und Gruppen aus, die für Frieden und Verständigung arbeiten.

Schuh von Königin Marie Antoinette versteigert

Ein Schuh von Frankreichs letzter Königin Marie Antoinette ist für mehr als 40.000 Euro versteigert worden. Nach einem Bietergefecht sicherte sich ein anonymer Sammler den aus Seide und Ziegenleder gefertigten Halbschuh für 43.750 Euro. Das teilte das Auktionshaus Osenat am Sonntag mit. Wegen des großen internationalen Interesses sei der Schätzpreis von 8.000 bis 10.000 Euro schnell überschritten worden. Die Auktion fand in Versailles statt, dem einstigen Sitz des Königshofes. Die aus Österreich stammende Marie Antoinette war die Frau von Frankreichs König Ludwig XVI. Sie wurde nach der Französischen Revolution 1793 hingerichtet, einige Monate nach ihrem Gatten. Der nun versteigerte Schuh kam nach ihrem Tod in den Besitz von Marie-Emilie Leschevin, einer engen Freundin der königlichen Kammerdienerin.

Hermeskopf im Zentrum Athens entdeckt

Bauarbeiter haben im Zentrum der griechischen Hauptstadt Athen einen wertvollen Marmor-Hermeskopf aus der Antike ausgegraben. Der Fund stammt allen Anzeichen nach aus dem dritten oder vierten vorchristlichen Jahrhundert. Das teilte das Kulturministerium in Athen am Sonntag mit. Die Entdecker arbeiteten an der Ausbesserung der Kanalisation der Altstadt und fanden den Kopf vergangenen Freitag in etwa 1,3 Meter Tiefe. In der Altstadt von Athen werden immer wieder ähnliche Funde gemacht. Diesmal handelt es sich um den oberen Teil einer sogenannten "Herme". Weil es im Altertum keine Straßennamen gab, wurden kleine Säulen, die Hermen, an Kreuzungen aufgestellt, damit sich die Wanderer orientieren können.

Pläne für neues Museum in Nigeria

In Benin-Stadt in Nigeria wurden Pläne für ein neues Kunstmuseum präsentiert. Es wurde vom britisch-ghanaischen Architekten David Adjaye entworfen und soll Edo Museum of African Art heißen. Das berichten der britische Guardian und die FAZ. Nigeria hofft weiterhin auf eine weitgehende Restitution der sogenannten Benin-Bronzen von den ehemaligen europäischen Kolonialmächten. Das British Museum in London besitzt die größte Sammlung beninischer Artefakte, hat aber bisher nur Leihgaben zugesagt. Das neue Museum soll bis 2025 fertiggestellt werden und soll dann möglichst viele der geraubten Bronzen zeigen, die sich außer in London auch in deutschen, US-amerikanischen und neuseeländischen Museen befinden. Architekt David Adjaye sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei lächerlich, dass Nigerianer nach Europa reisen müssten, um Kunstschätze ihrer eigenen Kultur zu sehen.

Mehr Geld aus Baden-Württemberg für Ankauf von Kunst

Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium will bildende Künstler in Zeiten der Corona-Pandemie unterstützen und verdoppelt einem Zeitungsbericht zufolge seine Mittel für den Ankauf von Kunstwerken. Damit könnten die staatlichen Museen bis Jahresende rund 200 000 Euro für die Kunstsammlung des Landes ausgeben. Das berichten die "Stuttgarter Nachrichten" in der Montagsausgabe. Außerdem würden 100 000 Euro für Kunstankäufe für nichtstaatliche Museen bewilligt und die entsprechenden Etats der Kunstakademien in Stuttgart und Karlsruhe um 60 000 Euro auf 80 000 Euro erhöht. Künstler und Galerien hätten unter den Auswirkungen der Pandemie besonders zu leiden, sagte Kunststaatssekretärin Petra Olschowski dem Blatt. Deswegen freue sie sich, dass mit der Aufstockung der Mittel nun ein größerer Kreis erreicht werden könne.

Kathrin Röggla erhält "Wortmeldungen"-Literaturpreis

Für ihren Text "Bauernkriegspanorama" ist die österreichische Schriftstellerin Kathrin Röggla mit dem "Wortmeldungen"-Literaturpreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 35 000 dotiert. Die Preisverleihung wurde im Radio auf "hr2-kultur" ausgestrahlt. In ihrem Text entwirft Röggla "das Bild einer Gesellschaft, die von Spaltungsprozessen und gesellschaftlicher Regression geprägt ist", teilten die Veranstalter mit. Es gehe um soziale Spaltung, Stadt-Land-Gefälle, Rechtspopulismus und die Hilflosigkeit der sogenannten politischen Mitte. Förderpreise gingen an die Autorinnen Miriam Emefa Dzah, Jasmin Merkel und Marie Lucienne Verse, wie die in Frankfurt ansässige Crespo Foundation mitteilte. Die Stiftung würdigt jährlich mit den Auszeichnungen kritische Kurztexte, die sich mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen auseinandersetzen.

Forscher beklagen Druck auf Meinungsfreiheit an Unis

Laut einem Bericht der "Welt am Sonntag" wollen Uni-Professoren in Deutschland ein Netzwerk zur Unterstützung von Forschern gründen, die aufgrund ihrer Thesen unter Druck geraten. Die Wissenschaftler beklagten nach Angaben der Zeitung mangelnde Meinungsfreiheit, politischen Druck und Einschüchterung an den Hochschulen. Oft genüge bereits der Verdacht, sich mit Thesen und Arbeiten nicht der Kollegenmehrheit anzuschließen, um unter Druck zu geraten, sagte der Hamburger Rechtsphilosoph Reinhard Merkel der Zeitung. Auch der Deutsche Hochschulverband DHV mahnt laut "Welt am Sonntag" vor "Einschränkungen der Meinungsfreiheit an Universitäten". Die Toleranz gegenüber anderen Meinungen würde kleiner, erklärte DHV-Präsident Bernhard Kempen. In den vergangenen Jahren haben sich nach Angaben der Zeitung Fälle gehäuft, in denen Wissenschaftler daran gehindert wurden, sich wie geplant zu äußern. Fast alle beträfen Fälle, in denen ein Diskurs, der als rechts bezeichnet wird, verhindert werden sollte. Es handele sich um ein historisch begründetes Phänomen an deutschen Hochschulen, sagte der Bonner Wissenschaftshistoriker Rudolf Stichweh. Deutschland habe eine wegen der NS-Vergangenheit nachvollziehbare Neigung, rechtsintellektuelle Positionen wenig salonfähig werden zu lassen.

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