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Kulturnachrichten

Samstag, 24. Januar 2015

Ausfuhrsperre für Portigon-Kunstsammlung erlassen

400 Werke der Kunstsammlung bleiben vorläufig in Deutschland

Die Kulturstaatsministerin des Bundes, Monika Grütters (CDU) und die Kulturministerin des Landes NRW, Ute Schäder (SPD), leiteten ein Verfahren ein, in dem geprüft wird, ob unter den 400 Werken wertvolle nationale Kulturgüter sind. Damit sind sämtliche Werke der Sammlung mindestens bis zum Abschluss des Verfahrens unter Schutz gestellt, teilten Sprecher beider Ministerinnen heute mit. Ein Sachverständigen-Ausschuss muss die Sammlung nun prüfen. Portigon wickelt als Rechtsnachfolgerin die nach Milliardenverlusten zerschlagene West LB ab. Den Verkauf der Kunstwerke hält die Portigon-AG aufgrund der EU-Vorgaben für alternativlos. Sämtliche Vermögensgegenstände müssten verwerten werden. Die NRW-Regierung sieht das nicht so. Auch Museen, Künstler und Kulturverbände protestieren gegen den Verkauf. Am 5. Februar soll zu der Frage ein runder Tisch einberufen werden.

Tangerine-Dream-Gründer Edgar Froese gestorben

Elektronikpionier erliegt mit 70 Jahren einer Lungenembolie

Im Alter von 70 Jahren ist der deutsche Elektronikpionier Edgar Froese gestorben. Der Gründer von Tangerine Dream sei in Wien einer Lungenembolie erlegen, teilte die Band auf ihrer Internetseite mit. Der Tod Froeses am vergangenen Dienstag sei völlig überraschend gewesen. Er gilt als einer der wichtigsten und innovativsten Pioniere der Elektronischen Musik. Die Band Tangerine Dream und ihr futuristischer Sound sind weltweit bekannt - teilweise erhielten ihre Platten im Ausland deutlich mehr Anerkennung als in ihrem Heimatland Deutschland.

Künstler Yadegar Asisi inszeniert zerstörtes Dresden im Panorama

"Die Betroffenheit spürbar machen"

70 Jahre nach der Bombardierung Dresdens im Zweiten Weltkrieg präsentiert der Künstler Yadegar Asisi ein 360 Grad-Panorama von der zerstörten Stadt. "Die Betroffenheit spürbar machen, das ist mein Anliegen", sagte Asisi gestern in Dresden. Das Rundbild "Dresden 1945 - Tragik und Hoffnung einer europäischen Stadt", das von heute an bis zum 31. Mai im Panometer zu sehen ist, sei "ein Bild der Demokratie, ein Bild gegen den Krieg". Das 30 Meter hohe und 100 Meter breite Werk zeigt die Stadt nach den Luftangriffen vom 13./14. Februar 1945. Dafür musste die seit Ende 2012 dort gezeigte Ansicht von Dresden zur Zeit des Barocks weichen. Angesichts der durch Pegida aktuell aufgeheizten Stimmung in der Stadt mahnte Asisi zur Besonnenheit. "Ich glaube nicht, dass Dresden fremdenfeindlich ist", sagte er. Bei Pegida handele es sich um eine kleine Gruppe, die sich äußere. "Das muss eine Demokratie aushalten."

Keith Jarrett spielte heute vor 40 Jahren sein legandäres Köln Concert

Eine der wirklich großen Sternstunden des Jazz

Heute vor genau 40 Jahren, am 24. Januar 1975, kurz nach 23.00 Uhr: Der Jazz-Pianist Keith Jarrett setzte sich im Kölner Opernhaus nur widerwillig an den Flügel, einen Bösendorfer in ziemlich schlechtem Zustand. Eigentlich wollte er das Konzert absagen. 67 Minuten später endeten die Improvisationen – sein heute legendäres Köln-Concert! Vera Brandes, damals 18 Jahre alt und noch Schülerin, organisierte dieses Konzert. Die Kölner Oper war gebucht für 23.00 Uhr - und ausverkauft. Einen Bösendorfer Imperial sollte Keith Jarrett spielen, der der Oper gehörte. Aber als er am Nachmittag ankam, stand der falsche Flügel auf der Bühne. Ein Bösendorfer zwar, aber in ziemlich schlechtem Zustand. Jarrett habe ein paar Töne gespielt, sei um das Instrument herumgegangen, erinnert sich Brandes, und dann war klar: Auf diesem Flügel würde er nicht spielen können - gerissene Saiten, ein klemmendes Pedal, sperrige Tasten. Gerettet wurde das Köln Concert schließlich von einem Klavierstimmer, der die Saiten und das Pedal reparierte.

Mons startet ins Kulturhauptstadtjahr

Phosphoreszierende Drachen, menschliche Lichterketten und beleuchtete Installationen

Die belgische Stadt Mons will zur Eröffnung ihres Kulturhauptstadtprogramms heute die Nacht zum Tag machen. Mehr als 18 000 Menschen sollen das historische Zentrum in ein Lichtermeer verwandeln. Zu dem Event werden auch Philippe und Mathilde von Belgien erwartet. Das Königspaar soll am späten Nachmittag in der Stiftskirche Sankt-Waltrudis die Feierlichkeiten offiziell eröffnen. Das wallonische Mons ist 2015 die zweite Kulturhauptstadt Europas. Das tschechische Pilsen gab am vergangenen Wochenende bereits den Startschuss.

Daniel Libeskind empfindet Berliner Architektur als einfallslos

Der Architekt wünscht sich mehr Mut zur Kreativität

Stararchitekt Daniel Libeskind geht mit dem modernen Erscheinungsbild Berlins hart ins Gericht
"Immer die gleichen Gebäude, immer die gleichen vertikalen Fenster. Diese Stadt wird von ihrer eigenen Entwicklung erstickt, wenn sie nicht aufhört und merkt 'Hey, wir sind Berlin!' Wir sollen doch eine kreative Stadt sein", sagte Libeskind dem "Tagesspiegel". Vielen Quartiere fehle es an Leben, etwa am Spittelmarkt, dem Hausvogteiplatz oder auf der Stralauer Insel, sagte der Architekt des Jüdischen Museums Berlin der Zeitung. Am Potsdamer Platz ließ Libeskind kein gutes Haar. "Wo ist die Betriebsamkeit und Lebenslust, die man wiedererwecken wollte? Der Platz ist steril." Das Areal rund um den Hauptbahnhof sei "schrecklich". Die Politik müsse einen Dialog mit den Bürgern führen, anstatt zu versuchen, sie auszusperren. Das Fiasko mit der Bebauung des Tempelhofer Flughafengeländes sei ein gutes Beispiel dafür, dass die Bürger der Politik nicht mehr vertrauten.

Autor Houellebecq sieht Demokratie in Frankreich gescheitert

Anschlag in Paris war für ihn keine Überraschung

Der französische Bestseller-Autor Michel Houellebecq hält die Demokratie in Frankreich für gescheitert. Die wachsende Zahl der Wahlenthaltungen zeige, dass die verschiedenen politischen Strömungen keinen Rückhalt mehr in der Gesellschaft hätten, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Viele fühlten ihre Ansichten nicht mehr richtig repräsentiert. Eine Strömung wie die islamfeindliche "Pegida"-Bewegung in Deutschland kann sich Houellebecq in Frankreich nicht vorstellen. Diese Position sei bereits durch den rechtsextremen Front National besetzt. Der Terroranschlag auf die Redaktion des Pariser Satiremagazins "Charlie Hebdo" war nach Einschätzung des Autors für die Franzosen "alles andere als eine Überraschung". Die Redaktion sei nicht das erste Mal Ziel eines Anschlags gewesen und habe bereits unter Polizeischutz gestanden, sagte er.

"Nathan der Weise" am Münchener Volkstheater

Lehrstück über Toleranz zwischen den drei großen Weltreligionen

Mitten in der gesellschaftlichen Debatte über Islam, Pegida, Freiheit und Toleranz bringt das Münchner Volkstheater den Aufklärungs-Klassiker "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing auf die Bühne. Das Stück gilt mit seiner zentralen Ringparabel als Lehrstück über Toleranz zwischen den drei großen Weltreligionen Judentum, Christentum und Islam. "Ich bin im Sommer in Indien gewesen und hab dort schon das Gefühl gehabt, dass zwischen Hindus, Christen und Moslems gerade keine gute Atmosphäre herrscht", sagte Intendant Christian Stückl, der "Nathan" inszeniert. "Und dann kommt man nach Hause, und auch hier spitzt sich die Situation immer weiter zu. Das liegt anscheinend in der Luft." Dass das Thema in der Luft liegt, zeigen auch die Kartenverkäufe. Zum ersten Mal seit seinem Amtsantritt 2002 seien schon vor der Premiere eines Stückes zehn Vorstellungen ausverkauft. Als Stückl (49) sich entschloss, den "Nathan" auf die Bühne zu bringen, da hatte von Pegida noch kaum jemand gehört. Heute sagt Stückl, er hätte eigentlich ein anderes Stück machen müssen: eins "über die Dummheit vieler Menschen".

Max-Ophüls-Filmpreise werden verliehen

Das Filmfestival in Saarbrücken ist ein wichtiges Forum für Nachwuchsregisseure

Beim 36. Max-Ophüls-Filmfestival werden heute Abend Preise im Wert von insgesamt 110.000 Euro an junge Filmemacher vergeben. Seit Montag liefen die 65 teilnehmenden Werke in den Saarbrücker Kinos. Sie konkurrieren beispielsweise in den Kategorien Langfilm, Publikum und Darsteller. Ausgewählt werden 15 Preisträger. Das Filmfestival ist ein wichtiges Forum für Nachwuchsregisseure aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es endet morgen.

Bundespräsident Gauck wird heute 75 Jahre alt

Er ist das älteste deutsche Staatsoberhaupt seit Theodor Heuss

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat Bundespräsident Joachim Gauck zu dessen 75. Geburtstag gratuliert. Die Kirche sei Gauck dankbar für die Debatten, die er in Deutschland mit bestimme. "Dabei denke ich auch an Ihre besonnenen, aber unmissverständlichen Aufrufe zu Toleranz und Solidarität in der Gesellschaft und zwischen den Religionen", schreibt Kardinal Marx. "Ihr öffentliches christliches Bekenntnis und Ihre Wahrnehmung der Kirchen als Stimmen in politischen Diskussionen wissen wir zu schätzen." In Zeiten, in denen oft Orientierungslosigkeit vorherrsche, ermutige der Bundespräsident die Bürgerinnen und Bürger, den Blick nach vorne zu richten. "Ihre Umsicht, politische Erfahrung und menschliche Nähe zeichnen Sie in besonderer Weise aus", so der Münchner Erzbischof.

Verleger Wolfgang Beck tritt von Verlagsspitze ab

Nachfolger wird sein Sohn Jonathan Beck

Der Verleger Wolfgang Beck tritt nach rund vier Jahrzehnten von der Spitze seines Verlages ab. Der 73-Jährige wird die Leitung des literarischen Bereiches des C.H. Beck-Verlages in München zum 1. Februar an seinen Sohn Jonathan Beck übergeben, wie er in einem Brief mitteilte. "Es ist an der Zeit, dass eine jüngere Generation die Regie übernimmt", schreibt er darin. Er werde dem Verlag aber weiterhin verbunden bleiben. "Als Abschied sind diese Zeilen daher nicht gemeint, wohl aber als Nachricht über eine wichtige Veränderung." Beck hatte den Verlag nach seinem Studium der Philosophie, Germanistik und Sozialwissenschaften in den 1970er Jahren von seinem Vater übernommen. Er verlegte Autoren wie Saul Friedländer, Albert Schweitzer und Richard von Weizsäcker.

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