Seit 07:30 Uhr Nachrichten
Dienstag, 26.01.2021
 
Seit 07:30 Uhr Nachrichten

Studio 9 | Beitrag vom 31.12.2020

Ausblick auf 2021Warum wir im neuen Jahr klüger sein werden

Von Vladimir Balzer

Beitrag hören Podcast abonnieren
Menschen liegen in einem Park in vorgezeichneten Kreisen um den nötigen Abstand einzuhalten. (Getty Images / China News Service / Liu Guanguan)
Corona hat uns an unsere Grenzen gebracht - aber wir haben auch viel daraus gelernt, meint Vladimir Balzer. (Getty Images / China News Service / Liu Guanguan)

Lässt Corona uns als etwas bessere Menschen zurück? Wenn man sich die "Querdenker"-Demos und wilde Coronapartys in Parks anschaut, kommen Zweifel auf. Vladimir Balzer findet ungeachtet dessen: Corona lässt uns klüger ins neue Jahr gehen.

Erstens: Weil uns Corona an unsere gesellschaftlichen und sozialen Grenzen gebracht hat und wir trotzdem nicht zerbrochen sind.

Zweitens: Weil die Pandemie uns gezeigt hat, was endlich besser werden muss – angefangen von mehr und besser bezahltem Pflegepersonal (wahrlich keine Neuigkeit) bis hin zur Ausstattung der Schulen. Und dass kein Populist der Welt sich für diese Themen wirklich interessiert.

Drittens: Weil viele von uns wissenschaftliches Denken besser verstehen. Am Beispiel der Virologie konnte man gut beobachten, wie Forschung funktioniert. Sie sucht, sie prüft, sie ist sich auch mal unsicher, sie wartet auf verlässliche Daten und manchmal ändert sie auch – begründet – ihre Meinung. Und am Ende dieser Suchbewegung steht die Erkenntnis. Wir können sagen, wir sind dabei gewesen. Und bleiben es weiter.

Abonnieren Sie unseren Kulturnewsletter Weekender. Die wichtigsten Kulturdebatten und Empfehlungen der Woche. Ab jetzt immer freitags per Mail. (@ Deutschlandradio)

Viertens: Weil genau diese Forschung ein Traumpaar hervorgebracht hat, das der Geschichte der Einwanderung hierzulande ein stolzes Kapitel hinzufügt. Und zeigt, dass Einwanderung zum Kern dieses Landes gehört. Özlem Türeci und Uğur Şahin. Die beiden waren entscheidend an der Entwicklung eines Impfstoffs beteiligt, der auch Rassisten schützen wird.

Fünftens: Weil wir verstanden haben, was uns wirklich wichtig ist: die echte Begegnung mit Menschen.

Die braucht man übrigens auch, wenn man feiern will. Dann, wenn uns Corona nicht mehr gefangen hält. Und dieser Tag wird kommen.

Mehr zum Thema

Sehnsucht nach Leben ohne Corona - Auch 2021 wird kein Jahr der geraden Wege
(Deutschlandfunk Kultur, Interview, 31.12.2020)

Lehren für den Corona-Winter - Genug Material, zu wenig Personal
(Deutschlandfunk Kultur, Zeitfragen, 26.10.2020)

Sozialforscher über die Folgen der Coronakrise - "Viele werden abgehängt"
(Deutschlandfunk Kultur, Tacheles, 29.8.2020)

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

Iva Procházková: "Die Residentur"Russische Machtspiele
Cover des Buchs „Die Residentur“ von Iva Procházková. (Braumüller / Deutschlandradio)

Wirklichkeit ohne Happy End: Die tschechische Autorin Iva Procházková macht in "Die Residentur" Putins aggressive Außenpolitik in Osteuropa zum Thema. Ein ungewöhnlicher und komplexer Polit-Thriller, der am Schluss viele Handlungsstränge offen lässt.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur