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Montag, 16.07.2018
 
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Kulturnachrichten

Montag, 8. Januar 2018

Aus für Latein-Nachrichten bei Radio Bremen

"Es fehlt einfach die Zeit"

Radio Bremen hat nach 16 Jahren seine Nachrichten auf Latein eingestellt. Das teilte der ARD-Sender auf seiner Homepage mit. "Es fehlt einfach die Zeit", nannte Redaktionsmitglied Hannelore Zöllner als Grund für diesen Schritt. Die Nachrichten in der Sprache Caesars und Ciceros wurden von einem Freiwilligen-Team aus Altphilologen und Lehrern aus dem Raum Bremen zusammen mit dem ehemaligen Programmleiter des Nordwestradios Jörg-Dieter Kogel erstellt. In der vermeintlich toten Sprache informierten sie über die Geschehnisse des jeweils vergangenen Monats aus Bremen, Deutschland und der Welt. Von 2010 an wurden die lateinischen Nachrichten auch von DRadio Wissen (seit 2017 "Deutschlandfunk Nova"), dem dritten Programm des Deutschlandradios, übernommen. Entstanden waren die "Nuntii latini" 2001 aus Protest gegen schulpolitische Pläne in Bremen, die Latein-Leistungskurse abzuschaffen.

Langjähriger "Spiegel"-Chefredakteur Engel gestorben

Engel leitete die "Spiegel"-Redaktion" von 1962 bis 1987

Der langjährige «Spiegel»-Chefredakteur Johannes K. Engel ist tot. Er sei am 4. Januar im Alter von 90 Jahren in Hamburg gestorben, teilte der "Spiegel" mit. Engel hatte seit 1947 für das Nachrichtenmagazin gearbeitet und von 1962 bis 1987 die "Spiegel"-Redaktion geleitet. Magazin-Gründer Rudolf Augstein würdigte Engel 1986 zum 25. Jahrestag als Chefredakteur mit den Worten: "Es gibt wohl keinen in Deutschland, dem man ein Nachrichtenmagazin überhaupt so bedenkenlos übertragen könnte." Zu seinen Weggefährten beim "Spiegel" gehörten Claus Jacobi, Günter Gaus, Erich Böhme und Werner Funk.

Eurovision Song Contest wird von Frauen moderiert

Nach Kritik am Moderatorentrio von Kiew

Nach Kritik wegen ausschließlich männlichen Moderatoren beim Eurovision Song Contest 2017 haben die Organisatoren des Musikwettbewerbs für den diesjährigen ESC vier Gastgeberinnen angekündigt. Kritiker hatten die Veranstalter in sozialen Medien dafür gerügt, in Kiew nur männliche Gastgeber ausgewählt zu haben. Das ESC-Finale in Lissabon in Mai werde von vier portugiesischsprachigen Frauen moderiert, wurde mitgeteilt. Eine der vier Frauen der rein weiblichen Moderatorengruppe ist Daniela Ruah, die in den USA geboren wurde und in der Fernsehserie "NCIS: Los Angeles" zu sehen ist. Die drei anderen sind für ihre Tätigkeit im Fernsehen in Portugal bekannt: Filomena Cautela, Silvia Alberto und Catarina Furtado.

Erste Juniorprofessur für Provenienzforschung

Grütters: "Forschung sollte nicht auf die Jahre 1933 bis 1945 beschränkt bleiben"

Als bundesweit erste Junior-Professorin für kunstgeschichtliche Provenienzforschung ist Gesa Jeuthe in Hamburg in ihr Amt eingeführt worden. Aufgabe der Provenienzforschung ist es, die Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern zu ermitteln. Schwerpunkt ist die Untersuchung von Kunstwerken aus jüdischem Besitz, die während der NS-Zeit erworben wurden. Es brauche einen "unverstellten Blick auf die Wahrheit", um der Verantwortung für die Erinnerung an die NS-Opfer gerecht zu werden, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters bei der Feierstunde. Provenienzforschung sollte allerdings nicht auf die Jahre 1933 bis 1945 beschränkt bleiben, sagte Grütters. Auch die Kolonialzeit müsse weiter erforscht werden. In Bezug auf die Forderungen indigener Völker stehe die wissenschaftliche und politische Diskussion noch am Anfang.

Spanische Wochenzeitschriften müssen schließen

"Interviú" und "Tiempo" stellen wegen Verlusten Erscheinen ein

Zwei der bekanntesten Zeitschriften Spaniens müssen wegen starker Verlustgeschäfte ihre Tore dicht machen. Die Illustrierte "Interviú" und das Nachrichtenmagazin "Tiempo" würden sowohl in ihrem Print- als auch im Online-Auftritt vom Markt genommen, teilte der Herausgeber Ediciones Zeta mit. Die Hauptursache für die Entscheidung sei, dass es unmöglich geworden sei, "die hohen Verluste beider Publikationen in den vergangenen Jahren aufzufangen", so Ediciones Zeta. Diese seien eine direkte Folge des "schwindelerregenden Rückgangs in der Verbreitung und in den Werbeeinnahmen". In den vergangenen fünf Jahren sei die Auflage um 65 Prozent zurückgegangen, während sich die Verluste auf sieben Millionen Euro belaufen hätten. "Das Unternehmen hat seine Absicht bekannt gegeben, diese Zeitschrift zu schließen und alle Mitarbeiter zu entlassen - nach 42 Jahren an den Kiosken", twitterte "Interviú".

Norwegische Schriftstellerin Bjørg Vik gestorben

Die Schriftstellerin, Feministin und Zeitschriftengründerin wurde 82 Jahre alt

Die norwegische Schriftstellerin und Feministin Bjørg Vik ist tot. Sie starb im Alter von 82 Jahren am Sonntagabend, wie ihre Familie mitteilte. Viks Sohn Lars gab auf seiner Facebook-Seite bekannt, seine Mutter sei im eigenen Bett friedlich eingeschlafen. Vik gehört zu den bekanntesten norwegischen Autoren. Sie veröffentlichte vor allem Erzählungen, aber auch Romane und Theaterstücke. Drei Mal war sie für den renommierten Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert. Viks Bücher wurden in fast 30 Sprachen, darunter auch ins Deutsche übersetzt. Bekannt wurde sie hierzulande unter anderem mit dem Schauspiel "Fünf Frauen", das später auch am Broadway zu sehen war. Es gilt als das wichtigste feministische Stück der 70er Jahre in Norwegen. 1973 war sie Mitgründerin der Frauenzeitschrift "Sirene". Für "En håndful lengsel" (etwa: Eine Handvoll Sehnsucht) erhielt Vik 1979 den Kritikerpreis für das beste norwegische Buch.

Grütters eröffnet Kulturerbejahr

Es lade dazu ein, "der Seele Europas nachzuspüren"

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat das Europäische Kulturerbejahr in Deutschland eröffnet. Es lade dazu ein, "der Seele Europas nachzuspüren", sagte Grütters im Hamburger Rathaus. Angesichts der vielerorts zu beobachtenden "Erosion der europäischen Einigung" gelte es, Europa als Wertegemeinschaft zu begreifen. Nach den Worten der Kulturstaatsministerin müssen vor allem junge Menschen in Europa motiviert werden, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen. Das gelte den unterschiedlichen Kulturen, Religionen, Traditionen und Träumen, Lebensentwürfen und Weltanschauungen. "Genau diese Offenheit für Vielfalt ist es, die Europas Wertegemeinschaft im Kern ausmacht: Sie ist Ausdruck von Humanität." Aus dem Etat der Kulturstaatsministerin werden bundesweit 38 Projekte und Initiativen rund um das Europäische Kulturerbejahr 2018 unterstützt. Dafür stehen 7,2 Millionen Euro zur Verfügung.

BBC-Frau kündigt wegen Einkommensschere

Männliche Kollegen sollen mehr verdienen

Die Korrespondentin der britischen BBC in China hat ihre Stelle aus Protest darüber gekündigt, dass ihre männlichen Kollegen besser bezahlt werden. Die Senderführung hatte vergangenes Jahr die Gehälter ihrer Spitzenverdiener offenlegen müssen. Zwei Drittel in dieser Kategorie sind Männer. Gracie sagte in der BBC-Sendung "Today" Moderator John Humphrys, dem bestbezahlten bei der BBC, dass sie nach ihrer Entscheidung sehr viel Zuspruch erhalten habe. Das zeige, wie frustriert viele Frauen bei der BBC beim Thema Bezahlung seien. Denn zum Beispiel würden die beiden männlichen Chefkorrespondenten in den BBC-Auslandsbüros mindestens 50 Prozent mehr verdienen als ihre beiden weiblichen Kolleginnen. Komplett will sie der BBC nicht den Rücken kehren, sondern in den Newsroom in London zurückkehren. Dort erwarte sie sich dann auch das gleiche Gehalt wie ihre männlichen Kollegen, erklärte sie.

Radiohead verklagt Lana del Rey

Sängerin soll für "Get free" bei "Creep" geklaut haben

Die britische Band Radiohead verklagt Lana del Rey wegen eines Plagiatsworwurfs. Das bestätigte die US-Sängerin auf Twitter. Gleichzeitig beteuerte sie, dass ihr Song "Get free" nicht von dem Radiohead Hit "Creep" von 1993 inspiriert worden sei. Del Rey schrieb, sie habe Radiohead 40 Prozent der Einnahmen von "Get free" angeboten, die Briten wollten aber 100 Prozent. Get free" war im letzten Jahr auf Lana del Reys Album "Lust for Live" erschienen ist. Als Songwriter sind die Sängerin selbst, Kieron Menzies und Rick Nowels angeführt. Auch "Creep" selbst war umstritten: Radiohead erkannte die Ähnlichkeit zu The Hollies "The Air that I breathe" von 1972 durch einen außergerichtlichen Vergleich an.

Kandidaten für Deutsche Filmpreise stehen fest

"Aus dem Nichts" auch im Rennen um die Lola

Die Anwärter für den Deutschen Filmpreis stehen fest, wie die Deutsche Filmakademie auf ihrer Webseite bekannt gab. "Aus dem Nichts", der frisch gekürte Golden Globe-Gewinner von Fatih Akin ist auch für die Lola in der Kategorie Spielfilm nominiert. Konkurrenz bekommt er unter anderen von Jan Henrik Stahlbergs umstrittenen Film "Fikkefuchs", von Valeska Griesebachs "Western", Helene Hegemanns "Axolotl Overkill", Thomas Arslans "Helle Nächte" und Nicholas Wackerbarths "Casting", der einen Blick hinter die Kulissen des Films wirft. In der Kategorie bester Dokumentarfilm kann sich Andres Veiel, Regisseur von "Beuys" Hoffnung machen. Außerdem nominiert sind unter anderen Milo Rau für "Das Kongo Tribunal" und Carolin Gernreith für "Happy". Die Lolas werden von der Deutschen Filmakademie in insgesamt 18 Kategorien verliehen.

"Jumanji" an Spitze der US-Kinocharts

"Die letzten Jedi" nur noch auf Platz drei

Das Dschungel-Abenteuer "Jumanji: Willkommen im Dschungel" mit Dwayne "The Rock" Johnson verdiente an seinem dritten Wochenende rund 36 Millionen Dollar (knapp 30 Millionen Euro) dazu und landete damit auf dem Spitzenplatz der Filmcharts. Die Kinogänger in den USA und Kanada hatten auch Spaß an dem neuen Gruselschocker "Insidious: The Last Key" um die Hellseherin Elise Rainier. Mit 29 Millionen Dollar legte er einen überraschend guten Start hin und landete auf Platz zwei. "Star Wars: Die letzten Jedi" musste sich mit dem dritten Platz der Charts begnügen. Der Musical-Film "The Greatest Showman", in dem Hugh Jackman den legendären Showmaster und Zirkus-Betreiber P. T. Barnum spielt, kann auf Platz vier nun insgesamt Einnahmen in Höhe von 76 Millionen Dollar verbuchen. Der fünfte Platz ging an die Komödie "Pitch Perfect 3", die die musikalische Geschichte der A-cappella-Sängerinnen Beca (Anna Kendrick) und Fat Amy (Rebel Wilson) fortsetzt.

Golden Globe für Fatih Akins "Aus dem Nichts"

Wichtigster Preis ging an "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri"

Als bester fremdsprachiger Film wurde Fatih Akins NSU-Drama "Aus dem Nichts" mit einem Golden Globe ausgezeichnet. "Aus dem Nichts" ist auch im Rennen für eine Oscar-Nominierung. Der wichtigste Preis für das beste Drama ging an die mit insgesamt vier Globes ausgezeichnete Produktion "Three Billboards Outside Ebbing, Missouri". Hauptdarstellerin Frances Mc Dormand erhielt den Preis als beste Schauspielerin. Gary Oldman bekam die Auszeichnung für seine Rolle als Winston Churchill in "Die dunkelste Stunde". "Lady Bird" wurde als beste Komödie geehrt, "The Handmaid"s Tale" als beste Serie. Die Verleihung der US-Film- und Fernsehpreise stand in diesem Jahr im Zeichen der Skandale um sexuelle Belästigung und Vergewaltigung in der US-Unterhaltungsindustrie. Die meisten Stars erschienen in Schwarz auf dem Roten Teppich, um ein Zeichen zu setzen. Die Schauspielerin Meryl Streep sagte, es gebe ein Ungleichgewicht der Macht in Hollywood, das zu Missbrauch in der Branche geführt habe.

Kulturrat stellt Forderungen an Bund

Regierung soll mehr Verantwortung für Kulturerbe übernehmen

Heute eröffnet Staatssekretärin Monika Grütters das Europäische Kulturerbejahr 2018 in Deutschland. Die Initiative soll laut Veranstaltern die Europäer in Zeiten des Auseinanderdriftens an ihre gemeinsamen kulturellen Wurzeln erinnern. Zuvor hatte sich der Deutsche Kulturrat geäußert und einen Katalog mit Forderungen an die kommende Bundesregierung veröffentlicht. Diese solle mehr Verantwortung für die weitere Erschließung und den physischen Erhalt des materiellen Kulturerbes übernehmen. Dazu zählen dem Kulturrat zufolge unter anderem, dass auch kleinere Museen, Bibliotheken und Archive gefördert und Denkmalförderprogramme gestärkt werden.

Musiker Ray Thomas gestorben

"The Moody Blues"-Gründungsmitglied wurde 76 Jahre alt

"Nights in white Satin" war wohl einer der bekanntesten Hits der "Moody Blues". Die britische Band wird im April in die US-amerikanische "Rock’n’Roll Hall of Fame" aufgenommen. Eines der Gründungsmitglieder wird das nicht mehr erleben. Ray Thomas, der bei dem Welthit das prägnante Flöten-Solo spielte, ist in der Nähe von London gestorben. Das gab sein Plattenlabel bekannt. Thomas wurde 76 Jahre alt. 2014 hatte er öffentlich gemacht, dass er an Prostata-Krebs erkrankt war.

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