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Studio 9 | Beitrag vom 21.09.2016

Aus für BrangelinaUnglamouröses Ende eines Glamourpaars

Von Wolfgang Stuflesser, ARD-Studio Los Angeles

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Das US-amerikanische Schauspielerpaar Angelina Jolie und Brad Pitt bei den 62. Filmfestspielen in Cannes 2009 bei der Gala des Films "Inglourious Basterds". (picture alliance / dpa / Christophe Karaba)
Da waren sie noch ein Paar, doch Brad Pitt hebt bereits besorgt den Finger - Brangelina bei den 62. Filmfestspielen in Cannes 2009. (picture alliance / dpa / Christophe Karaba)

Die Schauspielerin und Regisseurin Angelina Jolie soll die Scheidung von ihrem Mann Brad Pitt eingereicht haben. Über die Trennungsgründe nach nur zwei Jahren Ehe wird nun spekuliert. Differenzen in der Kindererziehung und ein angebliches Laster Pitts machen die Runde.

Angelina Jolies Anwalt hat bestätigt, dass sie am Montag den Antrag auf Scheidung eingereicht hat. Die Entscheidung sei "zum Wohl der Familie" gefallen, sagte er. Verschiedene US-Medien berichten, dass Jolie als Trennungsgrund "unüberbrückbare Differenzen" angeführt hat. Außerdem soll sie das alleinige Sorgerecht für die sechs Kinder beantragt haben, drei leibliche und drei adoptierte, vom 14-jährigen Maddox bis zu den siebenjährigen Zwillingen Knox und Vivienne.

Offenbar - aber da geht es im Moment noch um Spekulationen und unbestätigte Berichte - war Angelina Jolie nicht einverstanden mit der Art, wie Brad Pitt die Kinder erziehen wollte. Es heißt auch, sie habe seinen Haschkonsum kritisiert und werfe ihm vor, dass er seine Aggressionen nicht im Griff habe. Wie es heißt, fordert sie keinen Unterhalt von ihm.

Stoff für einen Hollywoodfilm

Es ist das unglamouröse Ende einer glamourösen Beziehung, die selbst das Zeug zum Hollywoodfilm hätte. 2004 lernten sich die beiden kennen - passend zur Traumfabrik beim Dreh eines Films, der Actionkomödie "Mr. and Mrs. Smith". Da war Brad Pitt noch mit Jennifer Aniston verheiratet, von der er ein Jahr später geschieden wurde.

"Brangelina" galten darauf als DAS Traumpaar in Hollywood. Jolie brachte den kleinen Maddox mit in die Beziehung, den sie 2002 aus einem Waisenhaus in Kambodscha geholt hatte. Das Paar adoptierte in der Folge noch zwei weitere Kinder und bekam drei eigene. Oft war die achtköpfige Familie zusammen zu sehen - diese gemeinsame Zeit sei ihr wichtig, sagte Jolie vor ein paar Jahren in einem Interview.

Angelina Jolie: "Die große, besondere Zeit miteinander, das ist, wenn wir gemeinsam nichts tun, uns einfach nur knuddeln, die Kaffeemaschine reparieren, mit den Kindern spielen, eine verschollene Babyflasche finden oder Windeln wechseln - Kindersachen halt."

Heldenhafte Entscheidung

Doch natürlich stand die Familie immer wieder im Licht der Öffentlichkeit, beruflich und privat: 2013 machte Jolie Schlagzeilen, weil sie sich beide Brüste abnehmen ließ - vorsorglich, wie sie in einem Artikel für die "New York Times" schrieb, denn der Arzt hatte ihr eine 87-prozentige Wahrscheinlichkeit vorausgesagt, dass sie an Brustkrebs erkranken werde - ihre Mutter und Tante waren daran gestorben.

Es gab darauf in den USA eine breite Diskussion, ob solche genetischen Tests, wie Jolie sie gemacht hatte, von den Krankenversicherungen übernommen werden sollten. Brad Pitt sagte, für ihn bringe die Entscheidung seiner Frau eine große Erleichterung - sie sei heldenhaft.

"Ich kann nicht mehr an die Liebe glauben"

2012 hatten sich die beiden verlobt, und 2014, da waren sie zehn Jahre zusammen, gab es endlich die von den Medien langersehnte Traumhochzeit, allerdings weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, auf einem Schloss in der Provence.

Und jetzt also das Aus: Auf Twitter und Facebook reagieren die Fans ungläubig und geschockt. Viele bedauern vor allem die Kinder des Paares. Andere schreiben, wenn nicht mal diese beiden es schaffen - wer dann? Und ein weiblicher Fan schrieb gar: "Ich kann nicht mehr an die Liebe glauben".

Gibt das Gericht Angelina Jolies Antrag statt, dann bekäme Brad Pitt nur die sogenannte "legal custody", er dürfte also zum Beispiel mitentscheiden, auf welche Schule die Kinder gehen, wäre aber bei Alltagsfragen außen vor.

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