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Kulturpresseschau | Beitrag vom 18.07.2019

Aus den FeuilletonsDas Zuhause des Humors

Von Adelheid Wedel

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Der Mediziner, Comedian, Schriftsteller und Moderator Eckart von Hirschhausen, aufgenommen bei der MDR-Talkshow "Riverboat" am 5.10.2018 in Leipzig (picture alliance/dpa-Zentralbild)
Eckart von Hirschhausen ist nur einer der prominenten Unterstützer des "Forum Humor und Komische Kunst", das in München entstehen soll. (picture alliance/dpa-Zentralbild)

Eine "völlig neuartige Einrichtung" soll es in München ab 2021 geben, berichtet die "FAZ". Doch zuerst muss das privat finanzierte "Forum Humor und Komische Kunst" noch Gelder sammeln. Zu seinen Unterstützern zählen Gerhard Polt und Eckart von Hirschhausen.

"In München soll ein "Forum Humor und Komische Kunst" entstehen", erfahren wir aus der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG. Was bedeutet die Überschrift: "Bleibt das Lachen im Haus stecken?" Hannes Hintermeier klärt auf: "Das Gebäude ist da, das Geld noch nicht." In der Münchner Viehbank soll diese "völlig neuartige Einrichtung, eine Mischung aus Dauer- und Wechselausstellung, Café, Akademie und Agentur" entstehen. Das "stattliche Ziegelgebäude aus dem Jahr 1913" wurde als geeigneter Ort gefunden.

Der Satiriker Gerhard Polt hat mit "Forum Humorum" den passenden Begriff kreiert. Er sagt: "Demokratie ist ohne Humor gar nicht denkbar" und: "Humor macht immun gegen Radikalismus." Die Reihe der Unterstützer ist lang: der Bayerische Rundfunk will Partner sein, die Privatsender Pro7 und Sat 1 wollen ihren Comedy-Nachwuchs dort schulen lassen, Eckart von Hirschhausen unterstützt mit seiner Stiftung "Humor hilft Heilen" das Projekt. Noch geht es ums Spendensammeln, bevor der Verein "Forum Humor und Komische Kunst" und dessen Leiter Reinhard G. Wittmann den Tempel des Humors eröffnen können. Das soll im Herbst 2021 geschehen.

Historischen Ort für alle bewahren

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG berichtet ebenfalls von einer Neugründung: "Am Schreckensort von Babij Jar nahe Kiew soll eine Gedenkstätte für die dort 65.000 Ermordeten entstehen", schreibt der Historiker Bert Hoppe und: "Bisher sei man mit dem historischen Ort rücksichtslos umgegangen." Eigentlich sei der Bau einer solchen Gedenkstätte überfällig, meint der Autor, denn bis jetzt gäbe es in Kiew keinen Ort, "an dem man sich umfassend über dieses größte Massaker des Zweiten Weltkrieges informieren kann."

Nun entsteht unter maßgeblicher Förderung des Kiewer Bürgermeisters und Ex-Boxers Vitali Klitschko ein Memorial Center. Derzeit läuft ein Architekturwettbewerb, für deren Jury Daniel Libeskind gewonnen wurde. Das Projekt sei schon allein deswegen so dringend, mahnt der Autor, um endlich "den Erinnerungskrieg zu beenden, der seit 1991 tobt": In Babij Jar haben die verschiedenen Gruppen inzwischen dreißig Denkmäler errichtet, um jeweils ihrer Opfer zu gedenken; das waren neben rund 40 000 Juden Zehntausende sowjetische Kriegsgefangene, Roma, Psychiatriepatienten, Kommunisten und eine Reihe von OUN-Angehörigen.

Dem Gedenken an Tote stellen wir Geburtstage entgegen. Maren Kroymann wird 70 – "und zeigt jetzt erst recht, wie man aus Haltung kluge Unterhaltung macht", lobt Christine Dössel in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG die Schauspielerin, Sängerin und Kabarettistin, von der der TAGESPIEGEL berichtet, dass sie "die erste deutsche Satirikerin mit eigener Sendung" im Fernsehen war.

Im Gespräch mit Gunda Bartels sagt die Geehrte: "Ich bin keine notorische Beauty." Und setzt noch einen drauf mit der Bemerkung: "Es ist ein Statement, den Leuten Winkschwabbel zuzumuten", (gemeint sind die lockeren Oberarme). Andererseits verkündet sie: "Eigentlich finde ich das Alter super. Ich habe so viele Entwicklungsmöglichkeiten. Darf neue Sachen machen." Bestimmte Weiblichkeitsvorgaben müsse sie nun nicht mehr erfüllen. Ihr Fazit: "Nun kann ich wirklich die sein, die ich sein will." In der TAZ lobt Anselm Lenz die Jubilarin als "Antifaschistin, Antisexistin, Antipopulistin und Antikapitalistin."

"Das Erzählgenie des bürgerlichen Realismus"

Runde Geburtstage geben immer wieder Anlass, sich mit der Person und dem Werk zu beschäftigen, an Leistungen zu erinnern, bevor sie von der Vergangenheit verschluckt werden. An diesem Freitag erinnern sich die Feuilletons der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG und der WELT ausführlich an "das Erzählgenie des bürgerlichen Realismus" Gottfried Keller, der vor 200 Jahren in Zürich geboren wurde.

In der WELT porträtiert Wolf Lepenies den "Künstler als Bürger" und erwähnt: "Aus ihm wurde nach einem verhunzten Bildungsweg doch noch etwas. Keller avancierte nach seinem Bildungsroman "Der grüne Heinrich" zum Schweizer Staatsschreiber." In der SZ erinnern Rezensenten an drei seiner wichtigsten Werke, und Hannelore Schlaffer hebt hervor: "Statt männlichen Stolzes lernen Gottfried Kellers bescheidene Helden weibliche Vernunft."

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