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Sonntagmorgen | Beitrag vom 21.04.2019

AufstehenStand up for your rights

Von Hannah Heinzinger

Eine rote, mit schwarzem Rand eingefasste Schlafmaske auf einem weißen Bettlaken. Dahinter ein weiß überzogenes Kopfkissen (imago/Westend61)
Der Tag kan beginnen (imago/Westend61)

Der Mensch ist nicht zum Sitzen gemacht, das morgendliche Aufstehen ist aber auch nicht die leichteste Übung. Wer früh aufsteht hat mehr vom Tag, aber auch wer an der richtigen Stelle sitzenbleibt, kann die Welt ein Stück verändern.

Für manche Menschen lauert die härteste Aufgabe des Tages schon in der ersten Minute nach dem Klingeln des Weckers: Zeit zum Aufstehen. Es gibt wohl selten Momente in denen der Mensch sich so unmenschlich fortbewegt, wie in den Minuten in denen er sich morgens aus seiner Schlafstätte wälzt. Während dieses Vorgangs ähnelt er optisch nicht mehr unbedingt dem Säugetier, das er ja ist, sondern vielmehr dem sogenannte Blobfisch, der den Meeresboden des Südpazifiks bewohnt und dessen markanteste Eigenschaften seine fehlende Muskulatur und gallertartige Körpermasse sind.

Respekt oder Rebellion

Mit zwei funktionierenden Beinen kann das Aufstehen ein recht banaler Bestandteil des Alltag sein. Wer aber zur vermeintlich falschen Zeit, an der falschen Stelle seinen zugewiesenen Patz verlässt und aufsteht, kann für Aufruhr sorgen. In unserer Sprache spiegelt sich das wieder: die Aufständischen, die einen Aufstand planen. Wer es ernst meint, der sitzt nicht lange: Für eine Sache steht man, für Freunde steht man ein. Durch Aufstehen von seinem Platz zollt man Respekt, beispielsweise durch die Standing Ovations im Theater oder Konzert. Im Sportstadion wird für Champions aufgestanden – oder wenn man Schalker ist. Dass Sie aufgestanden sind, um dem Rätselmagazin zum Thema "Aufstehen" zuzuhören, ehrt uns dementsprechend natürlich sehr.

Rätsel

Manchmal ist es richtig, nicht aufzustehen. Die Amerikanerin Rosa Parks löste 1955 die Bürgerrechtsbewegung aus, weil sie sich im Bus weigerte, für einen Weißen aufzustehen. Vielleicht auch weil sie müde von ihrem Arbeitstag als Schneiderin war, viel müder war sie jedoch von der täglichen Diskriminierung und Benachteiligung durch die Rassentrennung in Alabama. Sicher war es aber keine komplett spontane Entscheidung, die Rosa Parks an jenem Tag im Bus traf. Schon seit Jahren engagierte sie sich in der National Association for the Advancement of Colored People (NAACP). Dass Rosa Parks an jenem Tag einfach auf ihrem Platz sitzen blieb, löste den Montgomery Bus Boycott aus, in Folge dessen eine Reihe von Protesten und Auseinandersetzungen schlussendlich zu einer Aufhebung der Gesetze zur Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln führten. Trotzdem dauerte es noch knapp zehn weitere Jahre bis durch den Civil Rights Act 1964 die Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen offiziell aufgehoben wurde. Welcher US-amerikanische Präsident war es, der 1964 seine Unterschrift neben die von Martin Luther King unter den Civil Rights Act setzte?

Lösung: Lyndon Baines Johnson (* 27. August 1908 in Stonewall, Texas; † 22. Januar 1973 ebenda), aufgrund seiner Initialen auch LBJ genannt, war ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei und von 1963 bis 1969 der 36. Präsident der Vereinigten Staaten.

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