Seit 20:03 Uhr In Concert
Montag, 14.06.2021
 
Seit 20:03 Uhr In Concert

Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 18.11.2016

Aufstand der "Abgehängten"? Wie Populisten die Distanz zur "Elite" nutzen

Moderation: Gerhard Schröder

Das Wort "Arroganz" steht in Berlin im Bezirk Kreuzberg auf einer Wand: "Berliner Arroganz" ist ein lokales, Berliner Modelabel. (picture alliance / Wolfram Steinberg )
Das Wort "Arroganz" steht in Berlin im Bezirk Kreuzberg auf einer Wand: "Berliner Arroganz" ist ein lokales, Berliner Modelabel. (picture alliance / Wolfram Steinberg )

Sind die "Eliten" zu arrogant, um das "einfache Volk" noch zu verstehen? Diese Debatte hat nach der US-Wahl an Fahrt aufgenommen. Doch die Fragestellung ist problematisch, denn Bildung und Verdienst machen nicht zwangsläufig arrogant. Und die Zugehörigkeit zum "Volk" ist keiner bestimmten Bevölkerungsgruppe vorbehalten.

"Die da oben machen doch sowieso, was sie wollen" - das ist Stammtisch pur, nur dass solche Diskussionen nicht mehr nur im Wirtshaus, sondern größtenteils im Internet stattfinden.

'Die da oben', das sind Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und auch Journalismus - manches Mal verächtlich als 'Elite' bezeichnet. Leben 'Die da oben' so in ihrer eigenen Welt, dass sich 'Die da unten' als abgehängt betrachten müssen?

Wer sind 'Die da unten' überhaupt? Sind sie längst in der Wahrnehmungslücke verschwunden und tauchen nur bei Wahlen wieder auf, zur Verwunderung aller 'da oben'?

"Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie längst verboten" - auch so eine Parole, die am Stammtisch schnell Zustimmung findet. Obwohl gerade Wahlen wie in den USA gezeigt haben, dass sie etwas ändern können.

Für die Meinungsforscher wird aus dem Wähler, 'dem unbekannten Wesen' immer häufiger das bekannte Unwesen. Woran liegt das? Kann man dem Volk aufs Maul schauen, ohne ihm nach dem Munde zu reden?

Darüber diskutieren in der Sendung "Wortwechsel" von Deutschlandradio Kultur:

Manfred Güllner, Meinungsforscher von "Forsa"

Michael Hartmann, Soziologe und Eliteforscher

Lothar König, Jugendpfarrer in Jena

Jan Fleischhauer, Kolumnist beim "Spiegel"

Wortwechsel

Die PflegereformGroßer Wurf oder fauler Kompromiss?
Eine medizinische Pflegekraft, in blauer Krankenhaus-Bekleding, hält während einer Demonstration ein Stück Toilettenpapier mit der Aufschrift "Ich bin kein Oktopus mit 8 Armen" in den Händen.  (AFP / Odd Andersen)

Lange wurde gestritten, nun hat die Große Koalition einen Gesetzentwurf zur Pflegereform vorgelegt. Eckpunkte sind höhere Löhne, Entlastung für Pflegebedürftige und höhere Beiträge für Kinderlose. Kritiker bezweifeln die Wirksamkeit und Finanzierung.Mehr

Europas Problem mit BelarusSanktionen und was noch?
Proteste in Polen auf der Strasse. Ein Schild 'FREE Roman Protasevich' wird hochgehalten während einer Demonstration vor dem Europäischen Kommissionsbüro in Warschau, 24. Mai 2021 (AFP / Wojtek Radwanski)

Auf die erzwungene Landung eines Passagierflugzeugs in Minsk reagierte die EU mit Sanktionen gegen Belarus. Doch an dessen Seite steht weiterhin Russland. Sollte Brüssel sich nun auch mit Moskau anlegen und ist die EU dazu bereit?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur