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Kompressor | Beitrag vom 15.02.2018

#AufbruchInsUngewisseTroll-Attacke auf einen ARD-Film

Patrick Gensing im Gespräch mit Max Oppel

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Szene aus dem Film "Aufbruch ins Ungewisse" (ARD/WDR), Autor: Eva und Volker A. Zahn, Gabriela Zerhau, Regie: Kai Wessel, mit Fabian Busch, Maria Simon und Athena Strates (M.) Ausstrahlung am 14.02.18  im ERSTEN. (WDR/Anika Molnár)
Szene aus dem Film "Aufbruch ins Ungewisse" mit Maria Simon (li.), Athena Strates und Fabian Busch. (WDR/Anika Molnár)

Der ARD-Spielfilm "Aufbruch ins Ungewisse" erzählt von einer Familie, die von Deutschland nach Afrika flieht. Nach seiner gestrigen Ausstrahlung gab es rassistische Hasskommentare im Netz. Patrick Gensing vom ARD-Faktenfinder vermutet dahinter eine Trollfabrik.

In dem fiktiven Spielfilm "Aufbruch ins Ungewisse" geht es um ein Europa, das von rechtsextremen Diktaturen beherrscht wird. Die Menschen flüchten diesmal über das Mittelmeer nach Afrika – also in umgekehrte Richtung der heutigen Flüchtlingsrouten. Im Mittelpunkt steht der Anwalt Jan Schneider (Fabian Busch). Er ist den totalitären Machthabern in Deutschland ein Dorn im Auge. Als ihm erneut Haft und Folter drohen, flieht er mit seiner Familie.

ARD-Film "Aufbruch ins Ungewisse" - eine gelungene Dystopie?, Kompressor-Beitrag vom 14.2.2018

Vorbereitung manipulierter Bilder

Hinter der rassistischen Hetze #AufbruchInsUngewisse vermutet Patrick Gensing, Autor beim ARD-Blog Faktenfinder, einen organisierten Angriff einer Trollfabrik:

"Ja, Trollfabrik, das klingt zunächst ein bisschen unheimlich. Es handelt sich dabei um Rechtsradikale, die sich im Internet zusammenschließen. Die schließen sich zusammen auf einem Chatserver, der nennt sich Discord, und nennen sich dort 'Reconquista Germanica'. Und auf diesem Server werden Aufgaben verteilt. Es werden Ziele definiert und Strategien entwickelt. Es werden manipulierte Bilder vorbereitet. Es gibt dort hierarchische Strukturen. Man benennt sich nach militärischen Rängen: Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Ost beispielsweise. Von dort werden gezielt Online-Attacken auf politische Gegner oder auf Medien organisiert."

Männer mittleren Alters

Die "Reconquista Germanica" sollen vor allem Männer mittleren Alters sein, die auch den Wahlkampf der AfD unterstützten. Patrick Gensing erklärt, wie ihre Strategie funktioniert:

"Um möglichst schlagkräftig zu sein, legt man sich viele Fake-Profile zu, das heißt, jeder soll möglichst fünf bis zehn falsche Profile in den Sozialen Netzwerken haben, mit denen man interagiert. (...) Ich habe auf der einen Seite erfahrene Nutzer, die schon länger dabei sind, die höhere Ränge einnehmen, und ich habe Leute, die immer wieder neu dazukommen. (...) Es ist ein Ziel dieser Trolle, dass man die Hoheit in diesem öffentlichen Raum Soziale Netzwerke erreicht, dass man diesen Raum dominiert."

Die Gegenstrategie

Patrick Gensing hat selbst sogenannte Memes, Bilder mit Zitaten, von #AufbruchInsUngewisse auf seinem Twitter-Account geteilt, um dieser Strategie etwas entgegenzusetzen. 

"Die Strategie wird beschrieben in Handbüchern für Medienguerillas, dort steht genau, dass man eben nicht die Absicht hat, Diskussionen zu führen, sondern man hat die Absicht andere Leute herabzusetzen, Diskussionen zu stören oder zu zerstören. Gestern bei dem Beispiel war es so. Dadurch, dass man es vorher benennen konnte, was passiert (...), konnten die anderen Nutzer das sehr viel besser einschätzen."

(cosa)

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