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Feiertag - Kirchensendung / Archiv | Beitrag vom 01.01.2017

Aufbruch ins neue Jahr"Zieh fort aus deinem Land!"

Von Pfarrer Hans-Peter Weigel, Nürnberg

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Ein Kinderkarussell in der Abenddämmerung in Cascais - Portugal (Deutschlandradio / Ellen Wilke)
Ein Kinderkarussell steht für den Kreislauf der Jahre, denkt sich Hans-Peter Weigel. (Deutschlandradio / Ellen Wilke)

Abraham zieht seinen Weg im Heiligen Land. Was Pilgerschaft heute am Jahresbeginn bedeuten kann, hat Pfarrer Hans-Peter Weigel sich gefragt. Er startet mit seinen Gedanken in der Toskana – an einem Karussell.

Im vergangenen Frühjahr war ich ein paar Tage lang in der Toscana unterwegs. Nicht zum ersten Mal. Zum ersten Mal aber fiel mir etwas auf: In jedem nennenswerten Städtchen stand auf der Piazza ein Karussell. Markstände rings umher. Ein Brunnen mit steinernen Figuren in der Mitte. Sitzbänke am Rand, auf denen sich spätnachmittags die Mütter niederlassen und plaudernd ihren Kindern beim Dreiradfahren zusehen.

Ein altmodisches Spielgerät, so ein Karussell: Die Scheibe dreht sich in gemächlichem Tempo. Pferde, geschmückt wie zu Napoleons Zeiten; Feuerwehrwagen im schnittigen Design von heute. Elefanten, Rennautos, Sportflugzeuge Obendrüber ein buntes Zeltdach, auf dem Wipfel eine Kugel mit einer Krone drauf. Alles rund.

Spätestens, bevor die Mütter mit den Kindern den Heimweg antreten, gibt's für die Kinder einige Runden Karussellfahrt. Aufs Reitpferd klettern, ins Feuerwehrauto steigen, den Schaltknüppel im Sportflugzeug umklammer. Eine Glocke schrillt, die Scheibe dreht sich. Wieder bimmelt die Glocke. Das Karussell hält, die Kinder rutschen von den Sitzen, sausen zur Mama, lassen sich in die Arme schließen.

Ein Symbol für den Kreislauf des Lebens

Das Karussell: Wer einsteigt, kommt in Fahrt und doch nicht vom Fleck. Ein Kreislauf. Wie das Jahr, das gestern Abend zu Ende ging. Wie das Jahr, das um Mitternacht begonnen hat. Nur nicht mit schrillem Glockenton, sondern mit festlichem Geläute vom Kirchturm, übertönt vom Feuerwerk. Bin ich vom Fleck gekommen im alten Jahr, werde ich vorankommen im neuen? Der Globus hat sich gedreht im alten Jahr, und wenn er die Runde vollendet hat, ist wieder Silvester. Ändert sich etwas? Zu Napoleons Zeiten die Schlacht von Waterloo, und die Soldaten hoch zu Ross, zu unseren Zeiten die Panzer bei Aleppo ...

"Was einmal geschah, wird wieder geschehen, und was einmal getan wurde,wird wieder getan, und nichts ist wirklich neu unter der Sonne." (Koh 1,9)

Die Nachbarvölker des biblischen Israels hatten ein zyklisches Zeitverständnis. Das passt gut zu ihrer bäuerlichen Lebenswelt: Jedes Frühjahr, nach der Schneeschmelze in den Bergen, überschwemmte der Nil die Felder Ägyptens, überschwemmten Euphrat und Tigris das Zweistromland. Danach richteten sich Aussaat, Ernte, Verarbeiten und Einlagern. Alle Jahre wieder in selber Folge. Alle Jahre wieder auch derselbe Wechsel der Sternbilder. Alle Morgen wieder steigt der Sonnengott im Osten aus dem Meer, beginnt seinen Lauf übers Firmament und spendet Licht und Leben; am Abend taucht er im Westen in die Fluten, steigt in eine Barke, reist schlafend unter der Erdscheibe hindurch zurück nach Osten, und erhebt sich mit frischer Kraft aus den Fluten.

Nicht die ewige Wiederkehr des Gleichen

Auch das biblische Israel weiß sich im Kreislauf der Natur aufgehoben. Doch gut 1000 Jahre vor Christus blitzt in diesem Volk eine neue Vorstellung auf: Geschichte ist nicht die ewige Wiederkehr des Gleichen. Israel schenkt der Menschheit das lineare Zeitverständnis.

"Ich bin der Herr, euer Heiliger, der Schöpfer Israels. ( ... ) Denkt nicht an das, was früher war; und was vormals war -- kümmert euch nicht darum. Seht, ich schaffe Neues, schon sprießt es, erkennt ihr es nicht?" (Jes 43, 14. 15. 18-19)

So ruft es der Prophet Jesaja seinen Landsleuten zu, die gut 500 Jahre vor Christus nach Babylon verschleppt worden waren. Jetzt sind sie frei gelassen, kehren in die Heimat zurück, bauen Jerusalem wieder auf. Der Gott Israels macht nicht nur "alles neu im Mai", er wirkt auch in die Geschichte hinein, und da geht er mit den Menschen ganz neue Wege.

Der Kultfilm für den Silvesterabend heißt "Same procedure as every year." Der rote Faden der Heiligen Schrift heißt: Aufbruch zu Neuem. Wenn das kein Motto für die ersten Schritte auf dem Weg ins neue Jahr ist.

"Und der Herr sprach zu Abraham: Zieh fort aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich will dich zu einem großen Volk machen und will dich segnen und deinen Namen groß machen, und du wirst ein Segen sein.( ... ) Da ging Abram, wie der Herr ihm gesagt hatte ... Abraham aber war 75 Jahre alt, als er von Haran auszog. Und Abraham nahm Sara, seine Frau, und Lot, den Sohn seines Bruders,( ... ) und sie zogen aus, um ins Land Kanaan zu gelangen, und sie kamen in das Land Kanaan." (Gen 12, 1 ff)

Abram hat in Haran gepflügt, gesät, geerntet. Alle Jahre wieder. Jetzt steigt er aus dem Kreislauf aus und bewegt sich von der Stelle. Ist der noch bei Sinnen? Ein Bauer verlässt von heute auf morgen Haus und Hof, verzichtet auf seinen festen Wohnsitz, gibt Grund und Boden auf und wird Wanderhirt. Weil sich Abrahams und Saras Leben von Grund auf ändern, gibt Gott den beiden später neue Namen: Abraham, das heißt übersetzt "Vater der Menge", und Sara, das heißt übersetzt "Fürstin".

"Zieh fort! Verlass das Haus deines Vaters."

Der Auftrag ist das erste Wort, das Gott in der Heilsgeschichte zu einem Menschen spricht! Die Abrahamsgeschichte steht im 12. Kapitel des ersten Mose-Buches. Die vorangehenden Erzählungen gehören zur sogenannten Urgeschichte, in der es ums Geschick der Menschheit insgesamt geht: Schöpfung, Sündenfälle, die babylonische Sprachverwirrung ...  Abraham ist die erste Gestalt der Bibel, die geschichtlich greifbar ist. Diesen einen aus der Menschheit spricht Gott an. Die Heilsgeschichte beginnt mit Abraham. Und mit dem Wort: "Zieh fort!"

Aufbrechen und fortziehen: Schlüsselworte des Glaubens. Nicht zuerst die feste Burg, die Gewissheiten, das Gewohnte und Gelernte. Sondern Wagnis und Weg; Horizont, der sich dauernd entzieht; Erfahrungen machen und daraus lernen

Der Pilger als besonderer Wanderer

Wanderer begegnen fremden Menschen; erleben Überraschungen; entdecken, dass es außer ihrer kleinen Welt noch andere Welten gibt – und bekommen selbst eine neue Weltsicht. Eine besondere Sorte der Wanderer sind die Pilger. Das Wort "Pilger" kommt von "peregrinus", lateinisch "der Fremde". Abraham, der seine Heimat verlässt, wird ein Fremder sein, wohin Gott ihn führt.

Nirgends wird Abraham auf Dauer bleiben. Er zieht nach Ägypten, durchquert Palästina, hält sich am Toten Meer auf. Nirgends baut er ein Haus, legt Felder an, pflanzt Weinstöcke. Nirgends, wo er Halt mit der Herde macht, ist schon "das Land, das der Herr ihm zeigen will".

"Durch Glauben gehorchte Abraham, als er berufen wurde, (...) und er brach auf, ohne zu wissen, wohin er kommen würde. (...) Er wohnte in Zelten mit Isaak und Jakob, den Miterben der Verheißung. Denn er wartete auf die Stadt mit den festen Fundamenten, deren Planer und Erbauer Gott ist." (Hebr 11, 8 – 10)

Ein Loblied auf Abraham im Neuen Testament, im Brief an die Hebräer. Abraham, Urbild des Glaubens. Glauben nach dem Sprachgebrauch der Bibel: Glauben ist Vertrauen. Im hebräischen Grundtext steht für unser "Glauben" der Ausdruck "aman". Das Wort, mit dem in der Kirche die Gebete schließen: Aman - wörtlich: sich festhalten; sich verwurzeln; festen Stand haben. Wer Gott glaubt, schlägt Wurzeln in Gott.

Gott ruft Abraham; Abraham glaubt – und geht. Vielleicht traut sich der Zweibeiner Mensch deswegen, zu glauben, weil er als Kind das Gehen gelernt hat. Unzählige Male ist er hingepurzelt, als er nicht mehr bloß krabbeln wollte. Sich aufrichten, sich an der Stuhllehne festkrallen, dann endlich stehen. Und dann das Wagnis: Einen Fuß vom Boden heben, den Fuß durch die haltlose Luft bewegen und darauf vertrauen, dass der Fuß ein Schrittchen weiter wieder auf die Erde kommt. Stehen, loslassen, gehen, neuen Halt finden. Und immer so fort. Eine Erfahrung, die zum Urvertrauen hilft. Der Mensch ist von Grund auf ein Geher. Homo viator - der Mensch, ein Wanderer: So hat der französische Philosoph Gabriel Marcel eines seiner Bücher überschrieben. Abraham – Urbild des Menschen auf dem Wege.

75 ist er, als er losgeht. Die Bibel meint die Altersangabe symbolisch: Abraham ist kein Halbwüchsiger, der im Sturm und Drang der Jugend Lust auf Abenteuer hat. Abraham ist ein reifer Mensch. In Haran hat er seine Arbeit getan. Aber er will in den kommenden Jahren nicht vor sich hinwelken. Er ist nicht fertig mit dem Leben. Vielleicht wird er anderswo gebraucht? Vielleicht schlummern Gaben in ihm, die noch nicht aufgeblüht sind? Vielleicht wartet noch ungelebtes Leben in ihm? Gott ruft ihn, er geht.

Vorsatz-Vorschlag fürs neue Jahr: Dann und wann etwas Ungewohntes tun: Auf der täglichen U-Bahn-Fahrt irgendwo aussteigen und die Strecke zur nächsten Station zu Fuß und oberirdisch gehen, bei Licht besehen sozusagen. Oder: Statt wie sonst Urlaub am Strand diesmal Wandern in den Bergen. Oder: Zum Essen mal zum Vietnamesen gehen statt zum Stamm-Italiener.

"Und Abraham zog durch das Land bis zur Stätte von Sichem, bis zur Orakel-Terebinthe. Damals waren die Kanaaniter im Land. Da erschien der Herr dem Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben. Und dort baute er dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar. Von dort zog er weiter ins Gebirge östlich von Bet-El und schlug sein Zelt auf – Bet-El im Westen und Ai im Osten, und dort baute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Dann zog Abraham weiter und weiter, dem Südland zu." (Gen 12,6 – 9)

An jedem Halt ein Altar

Abraham hastet nicht unentwegt weiter. Er rastet, bricht auf, rastet wieder, zieht weiter. Aufbruch und Innehalten. An jedem Halt baut er einen Altar. Sucht eine Anhöhe, einen markanten Baum, einen Platz neben dem Brunnen, planiert ein Stück Land, schlichtet einen Würfel aus Steinbrocken auf. Auf dem Altar lässt die Gottheit sich nieder. Auf dem Altar legen Menschen ihre Opfergabe ab. Ein Treffpunkt zwischen Göttern und Menschen. Meist steht der Altar erhöht. Dann schauen die Menschen einmal auf vom Tagesgeschäft, von der Arbeit.

Abraham dankt da für Gottes Geleit auf der Strecke, die hinter ihm liegt. Er hat die Quelle gefunden. Die Mutterschafe warfen gesunde Lämmer. Die Talsenke bot Schutz vor dem Sandsturm. Wenn Abram Wochen später wieder vorbeikommt, wird er sich erinnern, wofür er dankte, als er den Altar baute. Und an welche Adresse er seinen Dank schickte: An Jahwe, den Mitgeher-Gott. Jahwe, zu Deutsch: Ich bin mit dir. Abraham entdeckt, dass Jahwe ihn nicht wahllos hin- und herschickt. Er geht nicht im Kreis, sein Leben hat eine Linie; Jahwe führt ihn einem Ziel entgegen.

Das Innehalten auf dem Weg aber tut der Seele gut. Gedanken klären, gute und schlimme Erfahrungen noch einmal durchleben, Dankbarkeit spüren, sich Zeit zum Trauern nehmen: Da bricht im Menschen das auf, was man Religion nennt. Religion sei Unterbrechung, sagt der katholische Theologe Johann Baptist Metz. Ein Altar ist Unterbrechungsort.

Zu Abrahams Zeit standen Altäre im Freien; heute stehen sie meist in Kirchen. Da treten manche für einen Augenblick ein, zünden eine Kerze an, beten für eine kranke Freundin, danken für die bestandene Abschlussprüfung des Enkels. Auch profane Orte sind heute Altäre im Sinne von Unterbrechung, Besinnung, Erinnerung. Ein Kino zum Beispiel, in dem ich Filme wie "Beste Freunde" oder "Das Weiße Band" und sehr nachdenklich rausgehe. Oder die verwitterte Holzbank an der Waldlichtung, auf der ich eine Stunde lang getrost sitzen kann und nur lausche und schaue. Oder der abenteuerliche Fernwanderweg über die Alpen, der mir vor Jahren die letzten Kräfte abgetrotzt hat, und von dem ich heute noch zehre. Das Café, in dem jemand die Liebe seines Lebens kennenlernte. Wo meine Altäre stehen, ist nicht so wichtig. Auf die geistliche Erfahrung kommt es an, die ich mit ihnen mache.

Die Tage "zwischen den Jahren" und erst recht Silvester und Neujahr sind für viele eine Unterbrechung; die Zeit scheint da stehen zu bleiben, und doch ist sie wie im Flug vorüber. Manche blättern noch einmal im Kalender des abgelaufenen Jahres; klicken die Fotos aus den vergangenen Wochen an; telefonieren mit Freunden, die man lange nicht mehr gesehen und gesprochen hat. Innehalten, Erinnerungen wachrufen, sich besinnen ... 

Vorsatz-Vorschlag fürs neue Jahr: Einen Ausflug, eine Reise planen zu einem Erinnerungsort: zur alten Schule; zu Freunden, die seit Langem weit weg gezogen sind; zu einer Station der Hochzeitsreise von damals.

Als Abraham fortzieht, macht Gott ihm eine Zusage, gibt ihm aber auch einen Auftrag:

"Ich will dich zu einem großen Volk machen und will dich segnen und deinen Namen groß machen, und du wirst ein Segen sein." (Gen 12, 2)

Die magische Macht des Segens

Modernen Menschen fällt es schwer, an die Macht des Segens so zu glauben wie die Menschen zu der Zeit, in der die Abrahams-Geschichten spielen. Ein Schamane flüstert einen Zauberspruch, eine Hexe kreischt eine Fluchformel - und schon ist die beschworene Person mit Segen erfüllt oder mit einem bösen Bann behaftet. Magische Kräfte sind da am Werk. Der Fluch kann einen grundgütigen Angehörigen treffen, und er ist ruiniert. Der Segen kann über einen Tunichtgut fließen, und er ist ein gemachter Mann.

So magisch diese Auffassung von Segen sein mag - dahinter steht eine urmenschliche Erfahrung: Ob wir Glückspilze oder Pechvögel sind - wir sind nicht allein die "Macher" unseres Lebens. Was Segen ist, ahnen Menschen von heute, wenn sie sich bewusst machen, welche Energien ihren Leib umgeben und in ihm wirken: der Stoffwechsel beim Atmen, die Elektronen, die zum Smartphone geschickt werden, die Lichtwellen, die seit Jahrmillionen von den Gestirnen zu uns unterwegs sind. Im Universum wirkt seit jeher eine Urkraft, und wer spürt, wie mit jedem Atemzug diese Energie in ihn einströmt und ihn wach und lebendig macht, der spürt sich gesegnet: erfüllt von Freude am Leben, von Tatkraft, von Wohlwollen gegenüber der Schöpfung und den Mitmenschen.

Wer empfangenen Segen nicht weitergibt, in dem verliert er bald seine Macht, meint der Benediktiner David Steindl-Rast. [1] Er vergleicht das geistliche Geschehen mit den Gewässern im Heiligen Land: Im Norden entspringt der Jordanfluss, eine Lebensader für Israel und Palästina, ein Segen. Der Jordan fließt in den See Genezareth mit seinen grünen Ufern, er verlässt den See im Süden und strömt dem Toten Meer entgegen. Darin gibt es kein Lebewesen, die Ufer sind eine Mondlandschaft. Der See Genezareth empfängt den Fluss und gibt ihn weiter, und dadurch bleibt der See lebendig. Das Tote Meer nimmt den Fluss auf und behält ihn bei sich. So bleibt auch Segen lebendig nur in dem Menschen, der ihn weitergibt – durch Wohlwollen, Zuwendung, Güte.

"Ich will dich segnen, und du sollst ein Segen sein."

Ein Vorsatz-Vorschlag fürs neue Jahr: Ich fange dann und wann einen neuen Tag mit dem kürzesten Morgengebet an, das es gibt - und das übrigens auch Martin Luther empfohlen hat: Ich segne mich mit dem Kreuzzeichen und spreche:

"Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."

Abraham zieht seinen Weg im Heiligen Land und wir den unseren im Abendland. Machen wir noch einmal Halt in der Toscana, auf der Piazza. Sicher war es nur Zufall: Wo ein Karussell stand, da stand in der Nähe auch ein Kirchturm. Ich schaute den Kindern zu, wie sie hoch zu Ross oder auf dem Fahrersitz im Feuerwehrauto im Kreis fuhren. Ich sah hoch zur Kugel auf dem Zeltdach – und unwillkürlich hatte ich auch den Campanile mit dem Kreuz auf der Spitze im Blick. Das Kreuz auf einer Linie mit der Kugel. Das Karussell dreht sich, Gottes Geschichte mit den Menschen aber ist ein Weg, der in die Zukunft führt. Das Kreuz auf dem Turm ist ein Wegweiser. Zeichen für Christus, der von sich sagt: Ich bin der Weg.


[1] Vgl. D. Steindl-Rast. Musik der Stille. Freiburg/Basel/Wien: Herder 2015, S. 90.

Die redaktionelle und inhaltliche Verantwortung für diesen Beitrag hat die katholische Senderbeauftragte für Deutschlandradio Kultur, Juliane Bittner.

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