Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Sonntag, 20.10.2019
 
Seit 13:05 Uhr Sein und Streit

Studio 9 | Beitrag vom 17.12.2017

Attentat am BreitscheidplatzDer zwölfte Tote

Von Marcus Groß

Podcast abonnieren
Die zerstörte Front des Lkw am Breitscheidplatz in Berlin: Bei einem mutmaßlichen Anschlag war ein Unbekannter am Montag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gefahren. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)
Mit diesem gestohlenen Lkw raste der Attentäter Anis Amri in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz. (dpa / picture alliance / Britta Pedersen)

Das erste Opfer von Anis Amri war der polnische Lkw-Fahrer Łukasz Urban. In seinem Heimatort Sobiemysl ist die Trauer um den ermordeten Familienvater sehr präsent: Es gibt Fragen, die niemand beantworten kann.

Lange Zeit wusste niemand, was aus dem Lkw geworden war, das die Bundesanwaltschaft nach dem Attentat am Berliner Breitscheidplatz beschlagnahmt hatte. Auch der Besitzer des schwarzen Lkw wusste von nichts. Er wurde, wie alle anderen Opfer am Abend des 19. Dezember 2016, unfreiwillig in einen Strudel aus Trauer und Schmerz gezogen.

Doch der Spediteur Ariel Zurawski aus Sobiemysl verlor in jener Nacht nicht nur seine Einnahmequelle, er verlor auch ein Mitglied seiner Familie. Der 37-jährige Fahrer des Lkw war sein Cousin Łukasz Urban. Er war das erste Todesopfer Amris, noch bevor dieser mit der Zugmaschine und dem mit Stahl beladenen Anhänger in die Menschenmenge raste und elf Menschen tötete. 

Marcus Groß hat den kleinen Ort Sobiemysl in der Nähe von Szczecin besucht und mit Angehörigen und anderen Bürgern gesprochen. "Der Terror ist auch bei mir in der Gemeinde angekommen", sagt Gemeindevorsteherin Teresa Sadowska. "Die Wunde blutet, sie müssen erst lernen, mit ihr zu leben", so der Pfarrer Tadeusz Giedrys.

Ein Rondell in Sobiemysl soll in Zukunft den Namen Łukasz Urban tragen.

Interview

weitere Beiträge

Frühkritik

Neu im Kino: "Parasite"Der Duft der Armut
Szene aus dem Film "Parasite". Die Schauspielerin Yeo-jeong Jo geht eine Treppe hinauf. (picture alliance/dpa/Neon/Entertainment Pictures/ZUMAPRESS)

In "Parasite", ausgezeichnet mit der Goldenen Palme von Cannes, erzählt Regisseur Bong Joon-ho von einer armen Familie, die sich in einen Oberschichtshaushalt einschleicht. Macht sie das zu Parasiten? Die Grenze zwischen Gut und Böse ist fließend.Mehr

weitere Beiträge

Buchkritik

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur