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Kulturnachrichten

Dienstag, 24. April 2018

Ibrahim Nasrallah gewinnt arabischen Booker-Preis

Für seinen Roman "Der zweite Krieg des Hundes",

Der jordanisch-palästinensische Schriftsteller Ibrahim Nasrallah hat mit einem Roman über Extremismus die wichtigste Auszeichnung für Autoren der Arabischen Welt gewonnen. Er erhalte den Internationalen Preis für Arabische Romanliteratur (IPAF) für sein Werk "Der zweite Krieg des Hundes", teilte der Veranstalter in Abu Dhabi mit. Die Auszeichnung ist auch als arabischer Booker-Preis bekannt. Der prämierte Roman handele von Extremismus und blindem Töten, sagte Nasrallah. "Solch ein Extremismus ist nicht auf dunkle Organisationen beschränkt, sondern erfasst auch viele Individuen und Organisationen, die Toleranz sowie Akzeptanz von Meinungsfreiheit und Glauben einfordern", fügte der 1954 geborene Schriftsteller hinzu. Auch erstrecke er sich auf unterdrückende Mächte und viele arabische Regierungen, die Extremismus gegen ihre Bürger praktiziert hätten, bevor extremistische Organisationen damit anfingen. Nasrallah hat bisher 14 Gedichtsammlungen und 16 Romane veröffentlicht.

Insa Pijanka neue Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie

Pijanka folgt auf Beat Fehlmann

Die Politik- und Wirtschaftswissenschaftlerin Insa Pijanka wird neue Intendantin der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz. Der Konstanzer Gemeinderat habe die Opernkennerin in nicht-öffentlicher Sitzung gewählt, teilte die Philharmonie mit. Pijanka werde damit Nachfolgerin von Beat Fehlmann, der nach fünf Jahren in Konstanz ab der Saison 2018/19 die Intendanz der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz übernimmt. Die 1974 in Mannheim geborene Pijanka hat laut Mitteilung an der Universität Mannheim und der London School of Economics and Political Science Politische Wissenschaften, Neuere Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte und Soziologie studiert. Seit ihrer Kindheit sei sie der Oper verbunden - zunächst am Nationaltheater Mannheim im Kinderchor, später in der Opernstatisterie und schließlich, nach dem Studium, bei der Internationalen Orchesterakademie Mannheimer Schule.

Brief Wagners in Jerusalem versteigert

Das antisemitische Dokument wurde für 34.000 Dollar verkauft

Ein Brief des deutschen Komponisten Richard Wagner mit sehr deutlichem antisemitischem Inhalt wurde heute in Jerusalem versteigert. Dabei handelt es sich um ein Schreiben Wagners an den französischen Schriftsteller Édouard Schuré aus dem Jahre 1869. Das versteigernde Auktionshaus Kedem kündigte auf seiner Webseite an, dass Wagner in seinem Brief vor einem "zerstörerischen Einfluss der Juden auf die moderne Kultur" warne. Der Umgang mit den Werken des Antisemiten Wagner ist in Israel sehr umstritten. Viele Israelis leisten bis heute erbitterten Widerstand gegen die Aufführung von Wagners Werken. Ein unbekannter Schweizer Sammler hat den Brief für 34.000 Dollar, etwa 27.900 Euro gekauft.

Notre-Dame soll renoviert werden

Pariser Kathedrale verursacht 60 Millionen Euro Kosten

Die Pariser Kathedrale Notre-Dame soll in den kommenden zehn Jahren für 60 Millionen Euro renoviert werden. Zwei Drittel übernehme der Staat; ein Drittel der Summe müsse die Kirche selbst tragen, heißt es in einem Bericht des Senders "Franceinfo". Wie die Kirche in Frankreich das Geld aufbringen will, ist noch unklar. Notre-Dame wird jährlich von 13 Millionen Menschen besucht. Von Touristen für die Besichtigung der Kirche Eintritt zu verlangen, sieht die Kirche aber nicht als Option. Sie suche stattdessen nach "Mäzenen" in den USA.

Streaming wichtigste Einnahmequelle der Musikindustrie

Einnahmen wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 41,1 Prozent

Streamingdienste wie Spotify und Apple Music sind im vergangenen Jahr zur wichtigsten Einnahmequelle der Musikindustrie aufgestiegen. Nach einem Bericht des internationalen Branchenverbands IFPI haben sie zum ersten Mal die CD-Verkäufe und die digitalen Downloads überholt. Die Einnahmen wuchsen im Vergleich zum Vorjahr um 41,1 Prozent und machten somit die Rückgänge beim Verkauf von CDs und Schallplatten wett. Der Verband erklärte, die gute Entwicklung beim Streaming habe dafür gesorgt, dass sich die Musikindustrie erholt. Die IFPI-Geschäftsführerin Frances Moore betonte jedoch auch, dass noch immer eine Kluft existiere zwischen dem, was Online-Portale wie YouTube mit Hilfe von Musik einnähmen und was sie an die Künstler weitergäben. Es müssten gesetzliche Regelungen gefunden werden, um diese Lücke zu schließen, so Moore.

Staatsoper Hamburg sagt Sopranistin wegen Schwangerschaft ab

Ihr Zustand könne in der Produktion nicht berücksichtigt werden

Die französische Sopranistin Julie Fuchs wird wegen ihrer Schwangerschaft nicht wie geplant im Mai in Mozarts "Zauberflöte" an der Staatsoper Hamburg auftreten. Die Staatsoper bedauerte nach eigenen Angaben die Entscheidung. Es sei jedoch nicht möglich, die Inszenierung so zu ändern, dass keinerlei Gefahr für die werdende Mutter bestehe und gleichzeitig der Kern der Inszenierung bestehen bleibe, hieß es in einer Stellungnahme. Es gebe in der Inszenierung eine Vielzahl von körperlich sehr fordernden Szenen, darunter mehrere Flugszenen, die für schwangere Frauen prinzipiell verboten seien. Die 33-Jährige Fuchs äußerte auf ihrer Facebook-Seite ihre Enttäuschung: Sie sei traurig, dass sich keine Lösung gefunden hätte, ihren Zustand in der Produktion zu berücksichtigen. Für Julie Fuchs werde die in der Ukraine geborene Sopranistin Olga Kulchynska die Rolle der Pamina übernehmen.

Studie: Kunstschaffende in Berlin leben prekär

Nur 10 Prozent können von der Kunst leben

Nur jeder zehnte Kunstschaffende in Berlin kann einer neuen Studie zufolge von seiner Arbeit leben. Bei 80 Prozent reichen die Einkünfte noch nicht einmal aus, um die Kosten der künstlerischen Arbeit zu decken. "Künstlerische Arbeit ist ein Verlustgeschäft", sagte der Autor der Studie Hergen Wöbken vom Institut für Strategieentwicklung. 90 Prozent der Künstler und Künstlerinnen könnten später nicht von ihrer Rente leben. Besonders Frauen bekommen die prekäre Lage zu spüren. So verdienten Künstler durchschnittlich 11 662 Euro im Jahr, Künstlerinnen kamen lediglich auf 8390 Euro. Auch waren Männer deutlich häufiger in Einzelausstellungen vertreten. Mit insgesamt rund 8000 professionellen Künstlern ist Berlin nach New York der weltweit wichtigste Produktionsstandort für Gegenwartskunst.

Facebook und Youtube gehen stärker gegen extremistische Inhalte vor

Facebook-Nutzer können gegen Löschung Widerspruch einlegen

Facebook und Youtube gehen entschiedener gegen extremistische Beiträge vor. Bei Youtube wurden rund 8,3 Millionen Clips im Schlussquartal 2017 gelöscht. Die Inhalte wurden zu gut 80 Prozent von Maschinen entdeckt. Extremistische Inhalte wurden rund weniger als zehn Mal angesehen, bevor es gelang, sie zu löschen. Bei Facebook seien im ersten Quartal insgesamt 1,9 Millionen Einträge in Verbindung mit Extremisten-Gruppen gelöscht oder mit Warnhinweisen versehen worden. Das seien doppelt so viele wie in den drei Monaten zuvor. Facebook gab zudem heute bekannt, dass Nutzern erstmals die Möglichkeit gegeben werden soll, zu widersprechen, wenn ihre Inhalte gelöscht werden. Löschgründe gegen die künftig Einspruch erhoben werden kann, sind zum Beispiel Nacktheit, Hassbotschaften und Gewaltdarstellung. Die Beschwerden sollen typischerweise binnen 24 Stunden geprüft werden.

Prozess gegen "Cumhuriyet"-Mitarbeiter geht weiter

Urteil wird diese Woche erwartet

Der Prozess gegen 18 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter der regierungskritischen türkischen Zeitung "Cumhuriyet" ist fortgesetzt worden. Die Angeklagten begannen vor dem Gericht in Silivri mit ihren Schlusserklärungen. Der "Cumhuriyet"-Anwalt Tora Pekin erwartet noch in dieser Woche ein Urteil. Chefredakteur Murat Sabuncu, der unter den Angeklagten ist, sagte, der Prozess habe das Ziel, "Journalisten zum Schweigen zu bringen" und sie einzuschüchtern. Neben Sabuncu sind der in Deutschland lebende Can Dündar, der Investigativjournalist Ahmet Sik und der Herausgeber Akin Atalay angeklagt. Die Staatsanwaltschaft fordert wegen der Unterstützung verschiedener Terrororganisationen langjährige Haftstrafen.

Leipziger Gewandhaus gibt Echos nicht zurück

Die Preise sollen aber aus dem Foyer geräumt werden

Das Leipziger Gewandhaus wird seine Echos nicht zurückgeben. Man werde die Preise aber aus dem Foyer räumen, sagte Direktor Andreas Schulz der "Sächsischen Zeitung". Das Urteil der Fachjury kann ja nicht einfach zurückgenommen werden und besteht unabhängig davon, dass die Pop-Echo-Jury bei der diesjährigen Verleihung eine unverantwortliche Entscheidung getroffen hat.", so Schulz. Aus Protest gegen die Auszeichnung der umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang hatten jüngst unter anderen die Dirigenten Daniel Barenboim und Christian Thielemann mit ihren Orchestern ihre Trophäen zurückgegeben. Heute gab zudem auch der französische Geiger Renaud Capuçon bekannt, sich dem Protest anzuschließen und seine Echos zurückzugeben.

Zentralrat der Muslime sieht Antisemitismus als "Sünde"

Judenfeindlichkeit soll mit Aufklärungsprogrammen bekämpft werden

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat sich entschieden gegen Antisemitismus gewandt. "Antisemitismus, Rassismus und Hass sind große Sünden im Islam, deshalb werden wir das auch niemals dulden", sagte Zentralratspräsident Aiman Mazyek der "Rheinischen Post". Die Äußerungen der Bundeskanzlerin Angela Merkel im israelischen Fernsehen über neue Formen des Antisemitismus in Deutschland seien "gewohnt differenziert" gewesen, weil sie auch betont habe, dass Judenfeindlichkeit nicht erst durch Flüchtlinge wieder nach Deutschland gekommen sei. Die Kriminalitätsstatistik beweise das. "Dennoch nehmen wir das sehr ernst, dass bei einigen Flüchtlingen eine Judenfeindlichkeit vorhanden ist", sagte Mazyek. Der Zentralrat organisiere Begegnungen von Juden und Flüchtlingen sowie Aufklärungsprogramme. Dazu zählten regelmäßige gemeinsamen Besuche in KZ-Gedenkstätten.

Lebenswerk-Auszeichnung für Lloyd Webber und Rivera

Der britische Komponist und die US-Schauspielerin sollen Tony Award erhalten

Der britische Komponist Andrew Lloyd Webber und die US-Schauspielerin Chita Rivera werden in diesem Jahr bei den Tony Awards mit Preisen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Das gaben die Organisatoren bekannt. "Ich bin als Brite völlig überwältigt, von der Broadway-Gemeinde der Tonys geehrt zu werden", so Lloyd Webber, "besonders in einer Zeit, in der Musicals in ihrer spirituellen Heimat New York höher fliegen als seit zwei Generationen." Der 70-Jährige hat bereits sieben Tony Awards gewonnen. Rivera, die als Anita in der Uraufführung des Musicals "West Side Story" am Broadway 1957 weltberühmt wurde, erhielt bereits zwei Tony Awards. Überreicht werden die Trophäen am 10. Juni in der New Yorker Radio City Music Hall. Der Tony Award wird jährlich vergeben und gilt als wichtigste Auszeichnung für US-amerikanische Musicals und Theater.

Hollywood-Produzent Philip D'Antoni ist tot

Für den Thriller "French Connection" gewann er 1972 einen Oscar

Der Hollywood-Produzent Philip D'Antoni ist tot. Wie Familienangehörige dem Filmblatt "Hollywood Reporter" mitteilten, starb der Produzent bereits am 15. April in seinem Haus im US-Staat New York. Er wurde 89 Jahre alt. Für den Thriller "The French Connection - Brennpunkt Brooklyn" gewann er 1972 einen Oscar. Der heute 82-jährige "French Connection" -Regisseur William Friedkin schrieb auf Twitter, mit D'Antoni sei ein Freund und ein großartiger Produzent gestorben.

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Fazit

"Staatssicherheitstheater"Ein Ventil für Gegenwartsekel
Drei Männer lesen einen Stadtplan Berlin, den sie auf den Rücken eines vierten Mannes gelegt haben, der vor ihnen sitzt. (Harald Hauswald/Volksbühne Berlin)

In Leander Haußmanns "Staatssicherheitstheater" sieht unser Kritiker viele Männer mit Handtäschchen in krustigen Klamotten. Deren Stasi-Tätigkeit taugt Haußmann, um Abscheu über die Gegenwart auszudrücken. Doch mit dem Jahr 2018 hat das wenig zu tun.Mehr

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