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Im Gespräch | Beitrag vom 22.10.2018

Astrofotograf Gernot MeiserDer Sternenjäger

Gernot Meiser im Gespräch mit Ulrike Timm

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Der Astrofotograf Gernot Meiser (Gernot Meiser & Pascale Demy)
"Ich bin ein Mondkind", sagt Gernot Meiser. (Gernot Meiser & Pascale Demy)

Der unendliche Sternenhimmel hat es Gernot Meiser angetan. Seit er als Kind die erste Mondlandung verfolgte, hat den Saarländer das Weltall nicht mehr losgelassen. Heute reist er mit einem Teleskop durch die Welt und fotografiert Himmelsphänomene.

Die einen sammeln Briefmarken oder Porzellanpuppen, die anderen totale Sonnenfinsternisse – so wie Gernot Meiser. Mehr als 30 solcher Himmelsspektakel hat der Astrofotograf bislang beobachtet und auf Fotopapier gebannt. Seiner Faszination hat die Routine aber keinen Abbruch getan.

"Man sieht, wie der Mond sich langsam vor die Sonne schiebt, man steht im Schatten eines kosmischen Ereignisses. In diesem Moment ist man erst einmal technisch und naturwissenschaftlich dabei. Und irgendwann ist die Faszination dann rein empfindungsmäßig. Die Ereignisse, die drum herum passieren, nehmen einen mit: Es wird kühler, Wind kommt auf. Das Licht verändert sich. Es ist nicht einfach ein Dunkelwerden, die Schatten werden härter. Die Natur taucht in eine ganz mystische Stimmung."  

Doch so weit sich auch mit dem bloßen Auge, mit Kameras und Teleskopen ins Universum blicken lässt: Losgegangen ist Gernot Meisers Interesse für das Weltall mit dem der Erde nächsten Himmelskörper. "Ich bin ein Mondkind", sagt er von sich.

Astrofotografie entwickelt sich nach und nach zu seinem Beruf

Als Zehnjähriger verfolgt er die erste Mondlandung und bastelt sich sein erstes Fernrohr. Lange will er selbst Astronaut oder Astronom werden - ein Wunsch, der als Kind eines Bergarbeiters nicht unbedingt naheliegend ist und insbesondere in seinem schulischen Umfeld nicht gefördert wird. Trotzdem hält er an seinem Interesse fest, holt nach einer Elektrikerausbildung auf dem zweiten Bildungsweg das Abitur nach und studiert schließlich Fotoingenieurswesen.

Die Astrofotografie entwickelt sich aber erst nach und nach zu seinem Beruf. "Es war eher so, dass ich das Gesehene mitnehmen wollte und anderen zeigen, was ich gesehen habe." Heute ist der Saarländer mit seiner mobilen Sternwarte auf der ganzen Welt unterwegs, um den Nachthimmel zu fotografieren.

"Die Neugier treibt einen beim Reisen so weit wie beim Fotografieren", sagt Gernot Meiser, der auf seinen "Sternen-Safaris" immer seine Partnerin dabei hat. Nur die Antarktis fehlt den beiden noch in ihrem Repertoire, auf allen anderen Kontinenten haben sie ihre Kameras schon in den Himmel gerichtet. Und so werden die Zuschauer und Zuhörer ihrer Vorträge und Foto-Shows nicht nur in die Andromeda-Galaxie, in die Milchstraße oder in das Spektakel einer totalen Sonnenfinsternis mitgenommen, sie hören nebenbei auch Anekdoten aus der kenianischen Steppe, aus Sibirien oder Kolumbien.

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