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Interview | Beitrag vom 05.04.2019

Assistenzsysteme für FahrradfahrerDer smarte Helm kommt

Wilko Heuten im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Das Bild zeigt ein kleines Mädchen auf einem Fahrrad im Hamburger Straßenverkehr (picture alliance / dpa / Mascha Brichta)
Intelligente Fahrradhelme können künftig helfen, das Fahrradfahren sicherer zu machen. (picture alliance / dpa / Mascha Brichta)

Der intelligente Fahrradhelm soll Gefahren erkennen und seine Träger nebenbei im verkehrsgerechten Verhalten schulen. Der Informatiker Wiko Heuten erforscht, welche technische Unterstützung vor allem Kinder beim Radfahren brauchen.

Die Verkehrsminister der Länder wollen Radfahren mit einer "fahrradfreundlichen Novelle" der Straßenverkehrsordnung sicherer machen. Sie beraten gerade in Saarbrücken. Unter anderem ist geplant, dass Radfahrer von Fahrzeugen nur noch in einem Mindestabstand von 1,50 Metern überholt werden dürfen.

Einen solchen Abstand zu halten, können Autos inzwischen schon allein - die Assistenzsysteme für Autofahrer sind vielfältig, der autonom fahrende Pkw wird kommen. Fahrradfahrer sind hingegen noch ohne technische Hilfen dieser Art unterwegs.

Das wird sich aber bald ändern. Die Helmhersteller arbeiteten bereits daran, die Helme intelligent zu machen, sagt der Informatiker Wilko Heuten im Deutschlandfunk Kultur. In zwei oder drei Jahren, schätzt er, werden Helme mit Navigation auf den Markt kommen.

Der Fahrradhelm soll Gefahren erkennen können

Woran Heuten am Institut für Informationstechnologie in Oldenburg arbeitet, wird bis zur Marktreife noch etwas länger brauchen. Der Informatiker beschäftigt sich mit Assistenzsystemen für Fahrradfahrer und erforscht derzeit, wie Kinder auf solche Systeme reagieren.

Es geht um den intelligenten Fahrradhelm, der Gefahren erkennt und seinen Träger nebenbei auch noch im verkehrsgerechten Verhalten schult. Ein Helm, der akustische Rückmeldungen gibt - oder im Head up-Display Informationen bereitstellt. Auch ein vibrierender Fahrradlenker ist Heuten zufolge möglich.

Die entscheidende Frage dabei: Welche Sinne müssen in welcher Situation angesprochen werden? Denn gerade Kinder könnten bei zu viel technischer Spielerei auch schnell abgelenkt werden, räumt Heuten ein. "Das beste Assistenzsystem ist das, was man nicht merkt", sagt er.

Fahrräder werden mit Autos vernetzt

In dem Oldenburger Projekt werde auch daran gearbeitet, Fahrräder mit Autos zu vernetzen, berichtet Heuten - so dass "die Fahrräder mit den Autos kommunizieren können".

Das könne wiederum dann auch E-Bike-fahrenden Senioren zugute kommen. Allerdings machten Senioren im Straßenverkehr oft andere Fehler als Kinder. Hier werde es deswegen weiterer Studien bedürfen, um ein Assistenzsystem auch für Senioren zu entwickeln.

(ahe)

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