Seit 11:00 Uhr Nachrichten

Sonntag, 21.07.2019
 
Seit 11:00 Uhr Nachrichten

Fazit | Beitrag vom 01.07.2019

Arthur Jafa in MünchenDer unfreiwillige Künstler

Tobias Krone im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

Beitrag hören Podcast abonnieren
Porträtaufnahme des Künstlers Arthur Jafa, aufgenommen in Prag (picture alliance/Salek Petr/CTK/dpa)
Zeigt in seiner Kunst die ganze Widersprüchlichkeit schwarzen Daseins in Amerika: Arthur Jafa. (picture alliance/Salek Petr/CTK/dpa)

Arthur Jafa ist einer der Großen des Black Cinema – und ein gefragter Biennale-Künstler. Obgleich er sich selbst die Kunst gar nicht ausgesucht habe, sagt Korrespondent Tobias Krone. Jafas neuester Filme ist nun in der Sammlung Brandhorst in München sehen.

Arthur Jafa unterstützte als Kameramann Regisseure wie Spike Lee und Stanley Kubrick, als Filmemacher arbeitet er für die Popkünstler Beyoncé und Jay-Z. Inzwischen ist er vor allem in der Kunstwelt unterwegs. Für sein Werk, bestehend aus dem Film "The White Album" und Autoreifenskulpturen, erhielt er dieses Jahr den Goldenen Löwen in Venedig.

Musik sei sein Hauptzugang zur Kultur und Kunst, sagt unser Korrespondent Tobias Krone, der Jafa in München erlebt hat. In der Kunstwelt reüssiert Jafa zur Zeit. Allerdings habe er sich die Kunst nicht ausgesucht, sagt der 58-Jährige, sondern die Kunst habe sich ihn ausgesucht.

Wobei bei Jafas rasantem Aufstieg sicher auch der inzwischen verstorbene Direktor des Hauses der Kunst in München, Okwui Enwezor, seinen Anteil hatte. Er hat Jafa gefördert. Und so ist Jafa inzwischen selber Vorbild für eine neue Generation afroamerikanischer Filmemacher und Künstler.

Die Welt zeigt Interesse

Denn, so Tobias Krone, durch den Hype um amerikanische Serien, die meistens bei Streaming-Diensten laufen, habe das Black Cinema eine neue Chance, wahrgenommen zu werden. Auch jenseits von Hollywood. Die Welt würde sich grade zum ersten Mal für schräge und für schwarze Charaktere interessieren, so Krone.

Wie so oft ist allerdings die Chance auch ein Fluch. Unter den Protagonisten des Black Cinemas werde jetzt diskutiert, wie man sich die "Rawness" der alten Low-Budget-Filme bewahren könne, sagt Tobias Krone.

(beb)

Mehr zum Thema

Arthur Jafa in Berlin - Was es bedeutet, schwarz in einer weißen Welt zu sein
(Deutschlandfunk Kultur, Fazit, 10.02.2018)

Haus der Kunst - Münchens ungeliebter Gigant muss saniert werden
(Deutschlandfunk Kultur, Länderreport, 07.06.2019)

Biennale in Venedig - Der Problem-Mensch
(Deutschlandfunk, Kultur heute, 11.05.2019)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsFaszination Mondlandung
Apollo 11 Astronaut Edwin E. Aldrin Jr. auf dem Mond (imago images / Cinema Publishers Collection / NASA Legacy Collection)

50 Jahre nach der Mondlandung, blickten diese Woche auch die deutschen Feuilletons gen Himmel. "Die Welt" gratuliert in 50 Anekdoten: "Den ersten Urinbeutel bastelten die Astronauten aus Kondom, Gummischlauch und Plastiktüte", lautete eine Geschichte.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 14Der Stoff, aus dem der Osten ist
Szene aus "Düsterbuschs City Lights" am Theater Magdeburg (Theater Magdeburg)

Von einer Magdeburg-Reise kommen wir mit Fragen zurück: Welche Themen interessieren 30 Jahre nach dem Mauerfall das Publikum in den neuen Bundesländern? Muss man hier anders Theater machen? Und warum fallen Kritiken oft anders aus als Zuschauerreaktionen?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur