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Interview | Beitrag vom 30.05.2018

Artenvielfalt Angst um die Kuhschelle und andere Wildpflanzen

Ute Kietsch im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Eine Kuhschelle leuchtet im Gegenlicht am 22.04.2016 in einem Garten in Sieversdorf (Brandenburg). Foto: Patrick Pleul/dpa | Verwendung weltweit (Foto: Patrick Pleul/dpa )
Eine Kuhschelle in voller Blüte (Foto: Patrick Pleul/dpa )

Immer mehr Wildpflanzen und Wildblumen sind vom Aussterben bedroht, klagt die Gärtnermeisterin Ute Kietsch aus der Uckermark. Mit großem Engagement versucht sie einige Arten zu retten und sammelt deren Samen ein, um sie neu auszupflanzen.

Auch wenn bei den sommerlichen Temperaturen alle Wiesen wild zu blühen scheinen, sind Naturschützer besorgt, weil viele regionale Arten von Wildpflanzen gefährdet sind. "In Brandenburg gibt es etwa 2000 wild lebende Pflanzen und von denen sind 124 schon ausgestorben", sagte die Gärtnermeisterin Ute Kietsch im Deutschlandfunk Kultur. Weitere 227 Sorten seien vom Aussterben bedroht. "Insgesamt sind 40 Prozent aller unser Pflanzenarten gefährdet in ihrem Bestand."

Einsatz für die Samen 

Als Beispiel nannte Kietsch die Kuhschelle oder auch Wiesenkuhschelle genannt. "Da sind die Bestände seit den 90er Jahren extrem eingebrochen", sagte sie. Deshalb kümmere man sich in diesem Fall fast schon um jedes einzelne verbliebene Exemplar, sagte Kietsch, die in der Uckermark die Samen solcher seltener Wildpflanzen einsammelt, um sie wieder zu vermehren. 

Eine Blumenwiese in Saint-Christophe in der Normandie (Frankreich) (picture alliance / Franz-Peter Tschauner)Üppige Farbenpracht auf einer Wildblumenwiese (picture alliance / Franz-Peter Tschauner)

Neues Gesetz

Einige Hoffnung setzt Kietsch auf ein neues Gesetz, das in zwei Jahren in Kraft treten soll. Es sieht vor, dass nur noch regionale Saat verwendet werden darf, wenn Flächen wieder neu begrünt werden. Das Gesetz habe man zwar schon früher gebraucht, aber es sei dennoch ein großer Fortschritt, dass  die Regelung komme.  "Ich kann nur hoffen, dass es dann auch entsprechend umgesetzt wird", sagte Kietsch.  Leider seien viele Mitarbeiter in den zuständigen Behörden noch nicht ausreichend informiert.   

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