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Kompressor | Beitrag vom 10.01.2019

Arte-Serie "Ein Wunder"Suche nach Spiritualität in einer Welt ohne Werte

Jörg Taszman im Gespräch mit Max Oppel

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Der italienische Ministerpräsident (Guido Caprino) mit der Madonnenfigur. (Montesi Antonello)
Der italienische Ministerpräsident Fabrizio ist mit einer Madonnenfigur konfrontiert, die blutige Tränen weint. (Montesi Antonello)

Aus Italien kommen gerade großartige Serien. Neuester Coup: "Ein Wunder". Hier weint eine Plastikmadonna hunderte Liter Blut. Und der italienische Ministerpräsident versucht, den Austritt seines Landes aus der EU zu verhindern.

Italienische Serien sind eine Klasse für sich im Moment. Über "Ein Wunder" - einen Achtteiler, der ab Donnerstag auf Arte läuft - schreibt Spiegel Online: "Wie hier gesellschaftliche Schwingungen in bild-, plot- und figurenstarke Erzählungen mit allgemein gültigen Wahrheiten über Angst, Gier und Zerfall überführt werden, ist einmalig."

Worum geht es? Eine Madonna, die Blut weint, gibt jede Menge Rätsel auf, und um die Madonna herum entspinnt sich ein Polit- und Gesellschaftsdrama. Unter anderem mit einem Ministerpräsidenten, der ein Wunder braucht, um den Austritt Italiens aus der EU noch zu verhindern. Mit dabei sind auch ein Priester, der sex-, porno- und spielsüchtig ist und eine Biologin, die ihrer dahin vegetierenden Mutter mit dem Blut der weinenden Madonna helfen will.

Unerwartete Cliffhanger

Die Skepsis des Zuschauers wird durch den Ministerpräsidenten Fabrizio verkörpert. Er glaubt nicht an Wunder, sucht nach einer Erklärung. Hält die Sache für einen Trick. Die 2,5 Kilo schwere Plastikmadonna produziert unaufhörlich Blut - schon über 600 Liter. "Seltsame Dinge" passieren hier, berichtet unser Filmkritiker Jörg Taszman.

Die Ehefrau des Ministerpräsidenten geht fremd und hat einen Sauberkeits- und Hygienefimmel. (Montesi Antonello)Die Ehefrau des Ministerpräsidenten geht fremd und hat einen Sauberkeits- und Hygienefimmel. (Montesi Antonello)

Insgesamt hat Taszman eine sehr spannende Serie gesehen, die zudem auch noch unerwartete Cliffhanger hat: "Man ist und bleibt dabei." Wegen der weinenden Madonna fließt in der Serie zwar jede Menge Blut. Das passiere aber "nie voyeuristisch", betont Taszman. Letztlich gehe es in der Geschichte um die "Suche nach Spiritualität in einer Gesellschaft, die keine Werte mehr kennt."

Der erste Teil der Serie "Ein Wunder" läuft am Donnerstag, 10. Januar, um 20.15 Uhr auf Arte. Alle Folgen stehen bereits in der Mediathek.

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