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Sonntag, 17.11.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 17. Juni 2019

Ralf-Dahrendorf-Preis geht nach Marburg

Zwei Redakteure der "Oberhessischen Presse" in Marburg haben den Ralf-Dahrendorf-Preis für Lokaljournalismus erhalten. Andreas Schmidt und Björn Wisker wurden für ihre Aufarbeitung fragwürdiger Grundstücksgeschäfte einer Tochtergesellschaft der Stadt Marburg ausgezeichnet. Die Preisträger seien ein hervorragendes Beispiel dafür, dass guter Journalismus lebe, sagte der Herausgeber der "Badischen Zeitung", Thomas Hauser, bei der Preisverleihung am Montagabend im Freiburger Konzerthaus. Den zweiten Preis bekamen Redakteurinnen und Redakteure der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" für eine Faktenanalyse zu Unterrichtsausfällen an Schulen. Der dritte Preis ging an Alice Echtermann vom "Weser-Kurier" für eine einfühlsame Schilderung eines Bremer Problembezirks. Der nach dem deutsch-britischen Soziologen und Politiker Ralf Dahrendorf benannte Preis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert. Gestiftet wird er vom Badischen Verlag.

Harald Schmidt mit neuer Show in Stuttgart

Der Entertainer Harald Schmidt kehrt mit einer neuen Show auf die Bühne zurück. In der kommenden Spielzeit werde der 61-Jährige im Stuttgarter Staatstheater die Reihe "Echt Schmidt" präsentieren, teilte das Theater mit. In seiner "Show der ehrlichen Worte" will er demnach gewohnt humorvoll und scharfzüngig unsere Gegenwart kommentieren. Proben, feste Texte und andere Leute werde es nicht geben. "Für sowas schmeißen wir im Staatstheater kein Geld raus", wird Schmidt zitiert. Die Premiere findet am 28. September im Stuttgarter Schauspielhaus statt. Bis 2020 sind weitere fünf Abende geplant.

Art Basel dementiert beschädigtes Kunstwerk

Die Meldung, dass eine Dreijährige eine Skulptur vom Sockel gerissen und einen Schaden von 50.000 Euro verursacht haben soll, verbreitete sich schnell. Jetzt dementierte die Art Basel die Nachricht. Das Kunstwerk sei nicht beschädigt worden, habe die Galerie mitgeteilt. Auf Wunsch der Galerie könne man keine weiteren Details bekannt geben.

Weltkongress begrüßt Rücktritt von Peter Schäfer

Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat den Rücktritt des Direktors des Jüdischen Museums in Berlin, Peter Schäfer, begrüßt. "Wir brauchen keine Leiter von jüdischen Institutionen, die sich mit der BDS-Bewegung identifizieren", sagte WJC-Präsident Ronald Lauder laut Mitteilung in New York. Der emeritierte Judaistik-Professor Schäfer war in der vergangenen Woche zurückgetreten. Auslöser war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Darin hatten jüdische und israelische Wissenschaftler kritisiert, dass der Bundestag BDS als antisemitisch eingestuft hatte. Die BDS-Kampagne fordert ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlands, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems, die Israel 1967 erobert hat und ruft dazu auf, keine israelischen Waren zu kaufen.

Kunstsammlerin Gloria Vanderbilt gestorben

Die Millionenerbin, Kunstsammlerin, Modedesignerin und Schriftstellerin Gloria Vanderbilt ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Das teilte ihr Sohn, CNN-Moderator Anderson Cooper, dem TV-Sender mit. In den 70er-Jahren baute sie ihre eigene Modemarke auf, bekannt vor allem für ihre Jeans. Vanderbilts High-Society-Leben füllte über Jahrzehnte die Boulevard-Blätter weltweit.

"Runtergespart": Lübecker Theaterdirektor wirft hin

Wegen der seiner Meinung nach unzureichenden Finanzhilfe des Landes Schleswig-Holstein verlässt der Lübecker Theaterdirektor Christian Schwandt das Haus. Er habe seinen Vertrag zum 31. Juli 2020 gekündigt, sagte Schwandt der Deutschen Presse-Agentur. Noch spielten die Theater in Lübeck, Kiel und das Landestheater Schleswig-Holstein quasi in der zweiten Liga. "Jetzt laufen wir in Lübeck Gefahr, viertklassig zu werden", warnte Schwandt, der seit 2007 in der Stadt arbeitet. Sein Hauptvorwurf ist die nach seiner Ansicht viel zu geringe Dynamisierung der Landeszuschüsse um jährlich 1,5 Prozent. Schleswig-Holsteins Kulturministerin Karin Prien (CDU) sagte: "Wir wissen, dass die Theater in Schleswig-Holstein mehr Geld benötigen, und ich werde mich auch weiterhin für eine bessere Ausstattung einsetzen."

Sotheby's soll für 3,7 Milliarden Dollar verkauft werden

Das New Yorker Auktionshaus Sotheby's soll für umgerechnet etwa 3,3 Milliarden Euro an den französisch-israelischen Geschäftsmann Patrick Drahi verkauft werden. Der Aufsichtsrat habe der Fusion mit der Firma BidFair USA des Milliardärs zugestimmt, teilte Sotheby's in New York mit. Damit ginge der Kunst-Versteigerer eigenen Angaben zufolge nach 31 Jahren als börsennotiertes Unternehmen von der New Yorker Börse und zurück in Privatbesitz. Sotheby's wurde 1744 gegründet und hat heute zehn Verkaufshäuser weltweit, darunter in New York, London, Hongkong und Paris. Geschäftsmann Drahi, geboren in Casablanca und Sohn eines Lehrerehepaars, hatte sein Vermögen bislang vor allem mit Mobilfunk- und Kabelanbietern in den USA und Frankreich gemacht.

TV-Regisseur Rolf von Sydow ist tot

Der Fernsehregisseur Rolf von Sydow ist zwei Tage vor seinem 95. Geburtstagt gestorben. Das berichtete die Bild-Zeitung unter Berufung auf seine Witwe. Von Sydow erreichte ein Millionenpublikum durch den Tatort und seine Rosamunde Pilcher-Verfilmungen. In den 80er Jahren schrieb er mit „Zwei Münchner in Hamburg Fernsehgeschichte. Rolf von Sydow arbeitete mit Heinz Rühmann und Lilli Palmer und entdeckte Anja Kruse für „Die schöne Wilhelme.

Portoerhöhung: Börsenverein legt Beschwerde ein

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen die Deutsche Post eingelegt. Die Post gefährde mit ihren Portoerhöhungen auch für Büchersendungen die Wettbewerbsfähigkeit der kleinen und mittelgroßen Buchhandlungen und Verlage, sagte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. "Stationäre Buchhändler benötigen eine bezahlbare Möglichkeit, Bücher zu versenden, um sich gegenüber dem reinen Online-Handel zu behaupten. Für kleine und mittlere Verlage ist der Postweg elementar, um Bücher zu versenden, die im Buchhandel in der Breite nicht vorkommen", sagte Skipis. Da die Post zusätzlich zur Portoerhöhung die Maße für die bisherigen Büchersendungen verringere, müssten rund ein Drittel der bisherigen Büchersendungen künftig als Pakete versandt werden - verbunden mit höheren Kosten.

Berliner Jazzpreis für Trompeter Axel Dörner

Der Trompeter Axel Dörner wird mit dem Jazzpreis Berlin ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Er wird vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und der Kulturverwaltung des Berliner Senats vergeben. Der 1964 geborene Dörner nehme einen singulären Platz in der internationalen Jazzszene ein und sei ein wichtiger Bezugspunkt und Einfluss für Musikerinnen und Musiker weit über Deutschland hinaus, teilte der RBB mit. Der Preis wird bei einem öffentlichen Konzert am 27. Juni in Berlin verliehen.

Neuer Leiter für Stasiopfer-Gedenkstätte

Die zentrale Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin bekommt einen neuen Direktor. Der Historiker Helge Heidemeyer übernimmt im Herbst den Posten des im Vorjahr abberufenen Hubertus Knabe, wie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur mitteilte. Dem langjährigen Leiter Knabe war vorgeworfen worden, nicht konsequent genug gegen sexuelle Belästigungen von Frauen in der Gedenkstätte vorgegangen zu sein. Der 1963 geborene Heidemeyer arbeitet seit 2008 in der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen und leitet dort die Abteilung Bildung und Forschung.

Rapperin dreht Musikvideo in Strache-Villa

Die Rapperin Haiyti dreht ihr neues Video für den Song "Coco Chanel" in der Ibiza-Villa, in der heimlich das Video mit FPÖ-Chef Strache aufgenommen wurde, das zur österreichischen Staatskrise führte. Regie führt dem Magazin Monopol zufolge der Künstler Paul Spengemann. Der sagte der Zeitschrift, die Villa habe sich als genregerechtes Hip Hop-Setting geradezu angeboten. Selbst den Eiskübel, der im Strache-Video zu sehen ist, habe das Team noch im Schrank gefunden und unter anderem damit die Situation in dem Wohnzimmer nachgebaut. In dem Video hatte der damalige österreichische Vizekanzler Hans-Christian Strache seinen Gesprächspartnern in der Villa unter anderem Staatsaufträge für Wahlkampfhilfe zugunsten der rechten FPÖ in Aussicht gestellt. Nach der Veröffentlichung des Videos Mitte Mai zerbrach die Regierungskoalition, Strache trat von seinen politischen Ämtern zurück.

Mesale Tolu volontiert bei der "Schwäbischen Zeitung"

Die Journalistin Mesale Tolu macht ein Volontariat bei der "Schwäbischen Zeitung". Tolu hat mehr als sieben Monate lang in der Türkei wegen angeblicher Terrorpropaganda im Gefängnis gesessen, im vergangenen Sommer ist die in Ulm geborene Journalistin zurück nach Deutschland gekommen. Chefredakteur Hendrik Groth sagte: "Wir stellen eine Volontärin ein, die bereits Erfahrung mitbringt, aus unserer Region stammt und durch ihren familiären Hintergrund interessante Perspektiven in den redaktionellen Alltag einbringt. Das ist uns wichtig, nicht ihre Geschichte". Tolu war im Dezember 2017 in Istanbul per Gerichtsbeschluss aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Der Prozess gegen sie soll im Oktober fortgesetzt werden. Tolu lebt mit Mann und Kind in Neu-Ulm.

Felix Krakau gewinnt Hamburger Regiepreis

Der Hamburger Preis für junge Theaterregisseure des Körber-Studios ist an Felix Krakau verliehen worden. Er habe mit dem Stück "Peer Gynt" nach Henrik Ibsen die fünfköpfige Jury überzeugt, teilte das Thalia-Theater in Hamburg mit. Der Preis ist mit einem Produktionskostenzuschuss von 10 000 Euro dotiert, den Krakau für eine neue Regiearbeit an einem Theater nutzen kann. Der 1990 geborene Student der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main konnte sich gegen elf Nachwuchsregisseure durchsetzen, die ihre Inszenierungen ebenfalls auf dem fünftägigen Regieschultreffen vorgestellt hatten. Das Festival gilt eigenen Angaben zufolge als wichtigste Plattform für den Regienachwuchs im deutschsprachigen Raum. Das Körber Studio Junge Regie ist ein Gemeinschaftsprojekt des Thalia Theaters, der Körber-Stiftung und der Theaterakademie Hamburg.

Falscher George Clooney in Thailand festgenommen

Die thailändische Polizei hat einen flüchtigen Italiener festgenommen, der sich als der US-Schauspieler George Clooney ausgegeben hatte. Der 58-Jährige war in seiner Heimat zu acht Jahren Haft verurteilt worden, weil er in Italien den Namen von Clooney verwendet hatte, um Gutgläubige zu Investitionen in ein fiktives Bekleidungsunternehmen zu animieren. Er habe nach seiner Flucht aus dem Gefängnis rund sieben Jahre in Thailand gelebt und sei nach einem Tipp aus Italien am Samstag in Pattaya festgesetzt worden, erklärten die örtlichen Behörden. Der in Italien per Haftbefehl gesuchte Mann habe sich vermutlich illegal in Thailand aufgehalten, hieß es.

Frühe Zeichnung von Paul Gauguin versteigert

Die älteste bekannte Zeichnung des französischen Malers Paul Gauguin ist im französischen Montbazon für 80-tausend Euro versteigert worden. Den Zuschlag bekam laut der Nachrichtenagentur AFP ein französischer Unternehmer, der in der Schweiz lebt. Er hatte telefonisch an der Auktion teilgenommen. Das mit Tusche und Aquarellfarbe angefertigte Werk zeigt ein Schweizer Chalet am Rande eines Sees. Es handele sich um die "erste bekannte Zeichnung" Gauguins, hieß es. Das Bild sei interessant, weil es die These widerlegt, dass Gauguin Autodidakt war. Entstanden sei die knapp 40 mal 25 Zentimeter große Zeichnung unter der Anleitung seines Lehrers Charles Pensée in Orléans.

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