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Fazit / Archiv | Beitrag vom 17.11.2018

Arno Geiger über seine SchriftstellerexistenzGeld und Risiko

Arno Geiger im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Arno Geiger september 2015 - PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Copyright: LeonardoxCendamo/Leemage Arno Geiger September 2015 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY Copyright LeonardoxCendamo Leemage (imago/Leemage)
Der österreichische Schriftsteller Arno Geiger spricht im Deutschlandfunk Kultur über das, worüber man nicht spricht: über Geld. (imago/Leemage)

Arno Geiger erhält den mit 25.000 Euro dotierten Bremer Literaturpreis 2019 für seinen Roman "Unter der Drachenwand". Stabile materielle Verhältnisse führten dazu, dass er sich theoretisch auch ein Scheitern leisten könne, erklärt der Autor.

Arno Geiger freut sich besonders über die Auszeichnung gerade für dieses Buch, weil er es zwölf Jahre mit sich getragen hat, wie er im Deutschlandfunk Kultur erklärt: "Es lag jedes Jahr für ein paar Wochen oder paar Monate auf dem Schreibtisch."

"Das Buch hat mich viel Kraft gekostet"

Dabei sei es immer spannender, aber auch immer schmerzhafter geworden, "je mehr ich mich darauf eingelassen habe. Das Buch hat mich viel Kraft gekostet und dass diese Kraft jetzt mit dem Bremer Literaturpreis belohnt wird, ist was ganz Großartiges. Das bestätigt natürlich auch die Arbeitsweise und ist ein Ansporn für die Zukunft, auf diese Art weiterzuarbeiten."

Geiger erklärt, dass natürlich die Rahmenbedingungen unglaublich wichtig für das Schreiben seien, diesbezüglich sei er ein "Glückskind". Geiger ist sich aber seiner privilegierten Stellung bewusst, da vor der Würdigung mit dem Deutschen Buchpreis im Jahr 2005 niemand seine Bücher gelesen und er in prekären Verhältnissen gelebt habe.

Sich theoretisch auch ein Scheitern leisten können

"Preise sind vielfältig in ihrer Wirksamkeit", so der Autor weiter. Sie gäben Stabilität und entlasteten ein Schriftstellerleben ungemein. "Ich muss ein Buch ein bisschen vorfinanzieren, etwa vier bis fünf Jahre." Sehr stabile Verhältnisse führten dazu, dass er sich theoretisch auch ein Scheitern leisten könne. "Dass ich ein Projekt anfange, zwei oder drei Jahre investiere und dann merke: Das geht schief. Und wenn ich mir das nicht leisten könnte, dann würde ich vielleicht weniger wagen und das wäre schade."

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