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Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. September 2016

ARD und ZDF weisen Kritik der Otto-Brenner-Stiftung zurück

Streit über Studie zur Griechenland-Berichterstattung

Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat den Vorwurf unausgewogener Berichterstattung über die Staatsschuldenkrise in Griechenland im Jahr 2015 zurückgewiesen. Erhoben hat sie die Otto Brenner Stiftung der IG Metall. Deren Methodik und Systematik seien problematisch, erklärte die ARD. Das ZDF ergänzte, der Ansatz stimme nicht. Deshalb seien auch die Schlussfolgerungen nicht nachvollziehbar. Beide kritisieren, die Studie zeige kein repräsentatives Bild der Berichterstattung, weil wichtige Sendungen ausgeklammert worden seien. In der Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Würzburg heißt es, ARD und ZDF hätten in ihren Nachrichtensendungen die jeweiligen Seiten nicht im gleichen Maß zu Wort kommen lassen. Auch hätten sie Meinung und Nachricht nicht konsequent sauber getrennt. Außerdem seien die Reformvorhaben der griechischen Regierung nur unvollständig dargestellt worden. Untersucht wurden die Hauptausgaben von "Tagesschau" und "heute" sowie Sondersendungen.

Nicolas Serota wechselt von der Tate zum Arts Council

Das meldet der "Guardian"

Nicolas Serota, der langjährige Direktor der britischen Tate-Museen, legt sein Amt nieder. Ab Februar 2017 wird er Vorsitzender des Arts Council England. Der Rat ist für die Verteilung öffentlicher Gelder an kulturelle Organisationen verantwortlich und untersteht der Regierung. Kulturministerin Bradley sagte zum Werdegang des inzwischen 70jährigen, der seit 1988 die vier Tate-Museen in Großbritannien leitet, Serota habe das Tate zu einer der führenden Kunstinstitutionen der Welt gemacht. Der Wechsel erfolgt, weil der derzeitige Leiter des Arts Council, Peter Bazalgette, dieses Amt nach vier Jahren turnusgemäß zum 31. Dezember aufgibt. Im Dezember hatte Neil MacGregor sein Direktorat beim British Museum beendet. Vergangene Woche hatte der Chef des Victoria and Albert Museums, Martin Roth, bekanntgegeben, das Haus zu verlassen.

Tenor Johan Botha mit 51 Jahren gestorben

Das bestätigte seine Künstleragentur dem österreichischen "Kurier"

Der Tenor Johan Botha ist am frühen Morgen seiner schweren Krankheit erlegen. Erst im Juni hatte er mit der Partie des Siegmund in Richard Wagners "Walküre" nach sieben Monaten Bühnenabstinenz sein Comeback gefeiert. Nach der Sommerpause hätte er auch wieder an die Wiener Staatsoper zurückkehren sollen. Botha wurde 1965 in Südafrika geboren. Nach dem Gesangs-Studium kam er 1990 zunächst nach Deutschland. Mit seinem Auftritt in Madama Butterfly an der Opéra Bastille gelang ihm 1993 der internationale Durchbruch. Seit 1996 galt die Wiener Staatsoper als seine künstlerische Heimat. 1998 wurde er österreichischer Staatsbürger und wurde 2003 zum jüngsten Österreichischen Kammersänger ernannt.

Halbmond auf Alpengipfel irritiert Schweizer

Genau das ist die Absicht des Künstlers Christian Meier

Ein fast drei Meter großer Halbmond auf dem 2.140 Meter hohen Berg Freiheit in den Appenzeller Alpen erhitzt Schweizer Gemüter. Er verstehe seine Arbeit als Ausdruck des Protests gegen den Missbrauch religiöser Symbole, sagte der Schweizer Künstler Christian Meier dem Sender FM1. Die nachts beleuchtete Installation habe er als Reaktion gegen "diese absurden Gipfelkreuze" aufgestellt. Der Chef der Kantonsregierung von Appenzell Innerrhoden, Roland Inauen, erklärte: "Wir können solche Aktionen nicht tolerieren." Man habe den 38jährigen bekennenden Atheisten aufgefordert, die ohne Genehmigung aufgestellte Skulptur zu entfernen. Dazu Meier: "Ich wollte provozieren - das habe ich geschafft." Eine ähnliche Diskussion um Gipfelkreuze gibt es derzeit in Bayern. Dort waren mehrere Kreuze abgehackt worden.

In Ägypten müssen Statuen in der Öffentlichkeit genehmigt werden

Grund für den Erlass sind Proteste von Bürgern

Standbilder im öffentlichen Raum aufzustellen oder zu renovieren, ist in Ägypten nun verboten. Das gab der ägyptische Regierungschef Sherif Ismail bekannt. Auslöser waren offenbar Proteste in der Stadt Balyana, wo die Behörden Veränderungen am Denkmal "Mutter des Märtyrers" angeordnet hatten, weil die Statue angeblich die sexuelle Belästigung einer Frau durch einen Soldaten zeige. Das meldet der Wiener "Standard". Nun solle die Statue umgearbeitet werden und künftig nur eine Frau zeigen, die die ägyptische Flagge hochhält.

EuGH verbietet Hyperlinks auf rechtsverletzende Websites

Begründung: Angeklagter wusste um unrechtmäßige Veröffentlichung

Der Website-Betreiber GS Media darf nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs nicht in Hyperlinks auf eine andere Internetseite verweisen, auf der urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Erlaubnis des Urhebers erschienen. Im vorliegenden Fall hatte der Betreiber der verlinkenden Website einen Gewinn erzielten wollte und zudem gewusst haben müsse, dass die Inhalte auf der anderen Seite unrechtmäßig veröffentlicht worden waren, urteilte das Gericht in Luxemburg. Im konkreten Fall hatte GS Media bei seinem "GeenStijl" einen Artikel samt einem Link zu einer Website mit "Playboy"-Fotos eingerichtet. Die Fotos waren aber ohne Erlaubnis des Verlags, der die Urheberrechte innehat, gepostet worden. Als die Fotos auf Verlangen entfernt wurde, setzte GS Media neue Links auf eine andere Website mit denselben Bildern.

Hollywood auch im letzten Jahr vor allem weiß und männlich

Das belegt die Studie der University of Southern California

Trotz Kritik an mangelnder gesellschaftlicher Vielfalt in der Traumfabrik Hollywood herrschte zwischen 2007 und 2015 in den US-Filmstudios die Ungleichheit. In einer Studie wurden die größten Kinoerfolge eines Jahres untersucht. Derzufolge wurde nur ein Drittel der Rollen von Frauen besetzt, rund ein Viertel der Schauspieler entstammt ethnischen Minderheiten, aus der Gruppe der LGBT kommen weniger als ein Prozent. Die Oscar-Akademie hatte Ende Juni auf entsprechende Kritik endlich reagiert und das Gremium mit 46 Prozent Frauen und 41 Prozent Angehörigen ethnischer Minderheiten neu besetzt.

EU-Gutachterin: E-Books dürfen voll besteuert werden

Die Ansicht von EuGH-Generalanwältin Kokott hat viel Gewicht

Digitale Bücher und Zeitschriften dürfen nach Ansicht einer wichtigen EU-Gutachterin von ermäßigten Mehrwertsteuersätzen ausgenommen werden. Die derzeitige EU-Mehrwertsteuerrichtlinie sei somit rechtens, befand die Generalanwältin am Europäischen Gerichtshof, Juliane Kokott. Zwischen digitalen und gedruckten Werken bestehe angesichts sehr unterschiedlicher Vertriebskosten ein großer Unterschied in der Förderbedürftigkeit, argumentierte die Generalanwältin. Außerdem stünden digitale und gedruckte Bücher am Markt nicht zwingend im Wettbewerb miteinander. Damit sei die unterschiedliche Behandlung gerechtfertigt. Der Schlussantrag des EuGH-Generalanwalts gilt als erster Hinweis auf die wahrscheinliche Positionierung des Gerichtshofes. In der Mehrheit der Fälle folgt dieser dem Gutachter.

Kunstverkaufs-Kodex in NRW-Kulturausschuss eingebracht

Der Entwurf zur Selbstverpflichtung liegt nun dem Kulturausschuss vor

Nach umstrittenen Kunstverkäufen aus indirektem Landesbesitz haben Kulturfachleute Verhaltensregeln für Unternehmen der öffentlichen Hand in Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Die Auflagen sehen vor, geplante Verkäufe zunächst mit einer "breiteren Fachöffentlichkeit" zu beraten. Erträge aus Kunstverkäufen sollen künftig "der Kulturförderung dienen". Außerdem sollen Werke, von denen sich Unternehmen trennen wollen, als erste den Museen in NRW angeboten werden. Der Entwurf soll nun im nächsten Schritt mit der Landesregierung abgestimmt werden. NRW ist damit das erste Bundesland, das einen Kodex zum Umgang mit Kunst aushandelt. Auslöser war unter anderem die Versteigerung von zwei Andy Warhol-Bildern durch den landeseigenen Casino-Betreiber Westspiel. Der Verkauf hatte auch in der Bundespolitik Protest ausgelöst.

Kulturzug von Berlin nach Breslau rollt bis ins nächste Jahr

Das teilte die Deutsche Bahn mit

Der Sonderzug von Berlin zur diesjährigen Europäischen Kulturhauptstadt Breslau wird bis zum 8. Januar verlängert. Alle Konditionen blieben unverändert. Auch das Unterhaltungsprogramm fortgeführt werden. Weil der "Kulturzug" auf großes Interesse stößt, hatte Brandenburgs Infrastrukturministerin Schneider bereits im Juli Überlegungen geäußert, den Zug zur Dauereinrichtung zu machen. Die Länder Berlin und Brandenburg zahlen Zuschüsse für die Verbindung.

Helge Schneider mit Paul-Lincke-Ring ausgezeichnet

Ehrung für besondere Verdienste in der Unterhaltungsmusik

Helge Schneider erhält den Paul-Lincke-Ring 2016 der Stadt Goslar. Der Allround-Künstler nimmt die Auszeichnung heute während einer Feierstunde in Goslar-Hahnenklee entgegen. Schneider beweise als "Musiker, Poet, Humorist, Kabarettist, Schauspieler, Regisseur, Schriftsteller und Quatschmacher" seit Jahrzehnten, "dass Witz und Weisheit eng verwandt sind", begründete die Jury ihre Entscheidung. Die Auszeichnung erinnert an den Komponisten Paul Lincke (1866-1946, "Berliner Luft"), der seinen Lebensabend im Harz verbracht hatte und in Goslar-Hahnenklee beigesetzt wurde. Der Ring wird an Künstler verliehen, die sich um die deutsche Unterhaltungsmusik verdient gemacht haben. Zu den Preisträgern zählten in den vergangenen Jahren unter anderem Udo Jürgens, Klaus Doldinger und die Fantastischen Vier.

Deutsches Burgenmuseum öffnet auf Veste Heldburg

Thüringen mit europaweit erster Institution über die Geschichte von Burgen

Über die Bedeutung von Burgen als mittelalterliche Verteidigungsanlage, wehrhaftes Schloss oder Ort der Burgenromantik informiert künftig das Deutsche Burgenmuseum auf der Veste Heldburg in Südthüringen. Heute eröffnet das auf einem Bergsporn zur Grenze nach Franken gelegen Museum und zeigt auf 1700 Quadratmetern Mythen, Legenden und Alltag der Burgbewohner vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Rund 25 000 Burgen oder Ruinen gibt es im deutschsprachigen Raum. Mit 250 Exponaten, von der gotischen Malerei über spätmittelalterliche Ritterrüstungen, dem Kochtopf aus der Burgküche bis zu Belagerungsstrickleitern, erhalten Besucher in den 15 Schlossräumen einen Einblick in das Burgleben. 8,2 Millionen Euro kosteten Sanierung und Restaurierung des 1982 bei einem Brand schwer geschädigten Schlosses. Der Hauptteil des Geldes kam von der EU, dem Bund und dem Land Thüringen. Für die Ausstattung des Museums wurden nach Angaben des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg rund zwei Millionen Euro investiert. Erwartet werden bis zu 50 000 Besucher im Jahr. Das Nürnberger Museum ist für die Ausstellung inhaltlich verantwortlich.

Theodor-Wolff-Preise 2016 vergeben

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger zeichnete sechs Journalisten aus

Der BDZV hat seine diesjährigen Theodor-Wolff-Preise verliehen. In vier Kategorien wurden Heinrich Wefering von der "Zeit", Tobias Haberl vom "SZ-Magazin" sowie Nicole Bastian und Jens Münchrath vom "Handelsblatt" gewürdigt. Sie hatten sich mit der deutschen Flüchtlingspolitik und der NPD beschäftigt. In der Kategorie "Lokales" gewannen Karsten Krogmann und Marco Seng von der "Nordwest-Zeitung". Die Auszeichnung erinnert an den langjährigen Chefredakteur des "Berliner Tagesblattes", Theodor Wolff, der 1933 vor den Nazis nach Frankreich fliehen musste, später von der Gestapo verhaftet wurde und 1943 in Berlin starb.

Bundeskunsthalle mit Biografie des Rheins

Ausstellung zeigt auch politische Bedeutung des längsten deutschen Flusses im Wandel der Zeit

Erstmals wird dem Rhein eine biografische Ausstellung gewidmet. Von den Quellen bis zum Rhein-Maas-Schelde-Delta, von der Prähistorie über Römer und Rheinromantik "bis zur Europäischen Union, die am Rhein entstand", reicht der Bogen der großen Schau in der Bundeskunsthalle in Bonn, die am Freitag eröffnet wird. Sie zeigt 320 Objekte, darunter die beiden ältesten Rheinländer - die 14 000 Jahre alten Skelette eines Mannes und einer Frau aus Bonn - die früheste Darstellung des Bodensees und der größte und älteste Stich von Köln. "Es ist keine reine Kunstausstellung, es ist auch eine politische Ausstellung", sagte die Kuratorin Marie-Louise Gräfin von Plessen. Von einer umkämpften Grenze zwischen Deutschland und Frankreich habe sich der Rhein zu einem "Fluss des Friedens" entwickelt.

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