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Interview | Beitrag vom 29.09.2020

ARD-Serie: "Parlament"Einmal quer durch den Antragsdschungel der EU

Moritz Körner im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Szene aus der ARD Serie "Parlament". (WDR / Jo Voets)
Über lange Flure musst du gehen: Die ARD-Serie "Parlament" schildert den Alltag eines Polit-Praktikanten. (WDR / Jo Voets)

Ab heute ist eine neue Serie in der ARD Mediathek abrufbar, die schlicht "Parlament" heißt. Sie erzählt die Geschichte eines Praktikanten im EU-Parlament. Dort ist unser Gastkritiker Moritz Körner Abgeordneter. Er hat für uns den Reality-Check gemacht.

In der ARD-Mediathek ist ab heute die fiktive Serie "Parlament" zu sehen. Die Geschichte dreht sich um einen Berufsanfänger, der versucht, sich im vielsprachigen und bürokratischen EU-Parlament zurecht zu finden.

Praktikant im Haifischbecken

Samy (Xavier Lacaille) beginnt unmittelbar nach der Brexit-Abstimmung ein Praktikum beim Parlament und bekommt von der deutschen Abgeordneten Ingeborg (Christiane Paul) den Auftrag, einen Gesetzesentwurf gegen das Abtrennen von Haifischflossen zu entwerfen.

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Moritz Körner hat das neue Format für uns auf Plausibilität abgeklopft. Er ist seit 2019 Abgeordneter für die FDP im Europäischen Parlament, vorher saß er bereits zwei Jahre im Landtag von Nordrhein-Westfalen.

Gestört hat ihn eigentlich nur die Figur eines faulen Abgeordneten, der in der Serie den "Politik-Trottel" gibt: Wenn man durch den ganzen Tag hetze und sich dann abends vor den Fernseher setze und die Serie gucke, denke man: "So sieht unser Leben nicht aus", sagt Körner.

Ein Gesetz, 1600 Änderungsanträge

Vieles andere kann Körner hingegen nachvollziehen: Die Sprachenvielfalt werde sehr gut in der Satire nachgezeichnet, und mit der Hauptperson Samy habe er sich manchmal gut identifizieren können, berichtet er.

Tatsächlich müsse man sich erst einmal im EU-Parlament zurecht finden: "Das ist ein riesiger Laden." Damit treffe die Serie einen wahren Kern. An anderen Stellen hätte sie, nach Körners Geschmack, ruhig noch realistischer sein können.

Einmal werden Samy 1600 Änderungsanträge auf den Tisch geknallt. In der Serie wirke das wie ein Witz, sagt Körner: "Das ist hier aber regelmäßig so."

(ahe)

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