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Kulturnachrichten

Sonntag, 26. April 2020

ARD nationales ESC-Finale mit Voting

Deutschland plant nach der Absage des Eurovison Song Contests 2020 in Rotterdam wegen der Corona-Krise nun ein nationales Finale der Musikshow mit eigenem Voting am 16. Mai. In der Show "Eurovision Song Contest 2020 - das deutsche Finale live aus der Elbphilharmonie" präsentiert Barbara Schöneberger vor leeren Rängen zwischen 20.15 Uhr und 22 Uhr im Ersten ein Finale mit zehn ESC-Teilnehmern dieses Jahres, wie der NDR mitteilte. Ein Halbfinale, das diese zehn von den eigentlich 41 Teilnehmerländern ermittelt, soll es eine Woche zuvor, am 9. Mai, geben. Es wird im ARD-Kanal One und im Netz ausgestrahlt.

Berliner Filmemacherin erhält Preis für Medienkunst

Die Berliner Medienkünstlerin Vika Kirchenbauer erhält in diesem Jahr den mit 3.000 Euro dotierten "EMAF-Award" des Medienkunstfestivals "European Media Art Festival" und den mit 1.000 Euro dotierten "EMAF-Medienkunstpreis" des Verbandes der Deutschen Filmkritik. Sie werde für ihre Arbeit "Untitled Sequence of Gaps" gewürdigt, teilte Festivalsprecherin Katharina Lohmeyer in Osnabrück mit. Aufgrund der Corona-Krise hätten die Juroren erstmals die 37 nominierten Filme nicht in Kinos sehen können, hieß es. Stattdessen mussten sie die Arbeiten zu Hause sichten. Die Preise sollen im kommenden Jahr beim "European Media Art Festival 2021" überreicht werden.

Digitale Museumsnacht in Hamburg übertrifft Erwartungen

Die Lange Nacht der Museen war in Hamburg in der Nacht zu Sonntag komplett digital erlebbar. Vom Sofa aus konnten die Besucher über Facebook und YouTube unter virtuellen Rundgängen, Führungen, Musik und Liveschaltungen in 38 Museen wählen. Am Ende der Nacht hatten Zehntausende dieses Angebot genutzt, wie der Museumsdienst Hamburg mitteilte. So seien über Facebook etwa 74 000 Personen erreicht worden, weitere 23 000 Zugriffe gab es über die Veranstaltungswebsite und die Liveschaltungen aus sechs beteiligten Museen hätten insgesamt gut 3700 Zuschauer verfolgt. Ursprünglich waren für die Lange Nacht der Museen in den etwa 60 großen und kleinen Museen Hamburgs etwa 900 Veranstaltungen geplant.
Sie mussten wegen des sich ausbreitenden Coronavirus abgesagt werden.

Koordinationsrat gegen schnelle Öffnung der Moscheen

Der Sprecher des Koordinationsrates der Muslime hat Aussagen bekräftigt, wonach Moscheen in Deutschland bundesweit bis mindestens Anfang Mai geschlossen bleiben. "Wir haben uns als islamische Bundesverbände darauf geeinigt, dass wir die Moscheen auf keinen Fall vor Anfang Mai öffnen, selbst wenn es in einigen Bundesländern rechtlich bereits möglich wäre", sagte Burhan Kesici der Zeitung "Die Welt". "Wir wollen ein bundeseinheitliches Vorgehen. Deswegen warten wir die Gespräche zwischen Bund und Ländern am 30. April ab." So oder so würden die Moscheen nur schrittweise geöffnet, sagte Kesici weiter. Über eine Maskenpflicht in Moscheen sei noch nicht entschieden worden.

Corona: ARD-Programm bekommt "große Lücken"

Die Corona-Krise bereitet der ARD Probleme, alle Sendeplätze zu füllen. ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" "große Lücken im Programm" voraus. "Ein großflächiges Vorziehen von Erstsendungen, die eigentlich für den Herbst geplant waren, ist leider nicht möglich, da Unsicherheit herrscht, wann überhaupt wieder gedreht werden kann", führte er aus. Zu schaffen mache den öffentlich-rechtlichen Sendern auch die Verschiebung von Fußball-Europameisterschaft und Olympischen Spielen. "Allein durch die Absage dieser beiden Sportevents entfallen etwa 220 Stunden Programm", sagte Herres. Herres erwartet Auswirkungen der Corona-Krise auf das TV-Programm bis weit ins nächste Jahr hinein.

Vertrag von Ruhrtriennale-Intendantin läuft aus

Die umstrittene Ruhrtriennale-Intendantin Stefanie Carp wird wegen der Corona-Pandemie ohne eine letzte Spielzeit im Spätsommer von ihrem Posten ausscheiden. Der Vertrag laufe Ende September wie geplant aus, sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Kulturministeriums auf Anfrage. Zuvor hatte der Aufsichtsrat trotz der Proteste der Intendantin entschieden, das Kulturfestival 2020 wegen der Corona-Krise abzusagen. Carp muss deshalb auf die letzte ihrer drei Spielzeiten verzichten. Die Intendantin war zuletzt erneut in die Kritik geraten, weil sie mit Achille Mbembe einen Redner für die Eröffnung der Ruhrtriennale 2020 eingeladen hatte, der wegen israelkritischer Äußerungen in der Kritik steht.

Moshe Zuckermann verteidigt Mbembe

Der israelische Historiker Moshe Zuckermann nimmt Achille Mbembe gegen Antisemitismusvorwürfe in Schutz. Dem Historiker aus Kamerum wurde unter anderem vom Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, vorgeworfen, den Holocaust zu relativieren und die israelkritische Kampagne BDS zu unterstützen. Damit bezog er sich auf Mbembes Äußerung, Israel verhalte sich heute schlimmer als Südafrika zur Zeit der Apartheid. Zuckermann erklärte im Deutschlandfunk Kultur, dass diese Vorwürfe weniger etwas mit Mbembe zu tun hätten als vielmehr mit deutschen Befindlichkeiten. In Deutschland haben man das Gedenken an den Holocaust und den Kampf gegen Antisemitismus „dermaßen verhunzt“, „dass man noch nicht begriffen hat, dass Israel, Zionismus und Judentum drei paar Schuhe sind". Kritik an Israel sei deswegen nicht gleichzeitig antisemitisch.

Opernstars der Met geben eine virtuelle Gala

Sie sangen in ihren eigenen vier Wänden, vor Kinderfotos, Bücherregalen und Gummibäumen: Stars der renommierten New Yorker Metropolitan Opera haben am Samstag eine virtuelle Gala gegeben. Operndirektor Peter Gelb moderierte die Veranstaltung aus seiner Wohnung in Manhattan, gemeinsam mit Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin, der aus dem kanadischen Montreal zugeschaltet war. Mehr als 40 Musiker aus 15 Ländern traten live vor ihren Computern auf. Darunter die amerikanische Sopranistin Angel Blue, die Bulgarin Sonja Jontschewa und René Pape aus Dresden. Die mehrstündige Gala ließ sich kostenlos auf der Internetseite der Metropolitan Opera verfolgen. Das Opernhaus ist wie viele Einrichtungen in New York derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen, mit der Online-Darbietung will das Haus auch Spenden sammeln.

Schwedischer Schriftsteller Per Olov Enquist ist tot

Enquist starb im Alter von 85 Jahren, wie seine Familie bestätigte. Er schlief demnach am späten Abend nach längerer Krankheit friedlich ein. Enquist zählte mit Werken wie "Ein anderes Leben", "Das Buch von Blanche und Marie" und "Strindberg. Ein Leben" zu den bekanntesten Schriftstellern Schwedens. Er wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter 2002 für "Der Besuch des Leibarztes" mit dem Deutschen Bücherpreis für Internationale Belletristik. Schwedens Außenministerin Linde schrieb auf Twitter: "Danke für fantastische Leseerlebnisse, kluge Gedanken und inspirierende Debattenbeiträge."

Sockelbau der Garnisonkirche fertiggestellt

Beim Wiederaufbau der Garnisonkirche in Potsdam hat es in den vergangenen Wochen weitere Fortschritte gegeben. Mit der Betondecke wird am kommenden Mittwoch der Sockelbau des später fast 90 Meter hohen Turms fertiggestellt. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa und beruft sich dabei auf Informationen der Garnisonkirchen-Stiftung. Der umstrittene Wiederaufbau der Garnisonkirche soll bis zum Sommer 2022 abgeschlossen werden. Der Wiederaufbau startete im Herbst 2017. Die Kosten sollen etwa 40,5 Millionen Euro betragen. Nach schwerer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war die Kirche 1968 auf Geheiß der DDR-Führung gesprengt worden.

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