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Mittwoch, 29.01.2020
 
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Kulturnachrichten

Freitag, 29. November 2019

Archiv von Julia Franck wird an Marbach übergeben

Die Berliner Schriftstellerin Julia Franck ist zwar erst 49 Jahre alt, ihre Aufzeichnungen und Unterlagen gibt sie dennoch bereits ans Deutsche Literaturarchiv in Marbach. Nach Angaben des Hauses von Donnerstag sind darin Manuskripte ihrer Romane und Erzählungen wie "Liebediener" und "Die Mittagsfrau" zu sehen. Außerdem enthält die Übergabe Essays und Übersetzungen, Briefe von Weggefährten und die Korrespondenz mit ihrem Verlag, teilte das Literaturarchiv mit. Das Archiv in Marbach am Neckar wächst nach Angaben seiner Direktorin Sandra Richter Jahr für Jahr um 1300 Regalmeter. Gesammelt werden unter anderem Nachlässe, Sammlungen, Archive, auch Büsten und Möbel. Im Fokus stehen Literatur und Philosophie seit 1750 bis in die Gegenwart. Offiziellen Angaben zufolge ruhen in rund 44 000 Archivkästen mehr als 1000 Nachlässe, Sammlungen von Schriftstellern oder Übersetzern, dazu Archive von Verlagen und Redaktionen.

Vorhalle des Doms in Speyer in neuem Glanz

Nach mehrmonatiger Sanierung leuchtet der historische Eingangsbereich des Doms in Speyer in neuem Glanz. "Bis auf das Fresko und kleinere Reste sind die Arbeiten in der Vorhalle abgeschlossen", sagte Domdekan Christoph Kohl am Freitag in der pfälzischen Stadt am Rhein. Mit 890 000 Euro seien die Kosten im vorgesehenen Rahmen geblieben. Der Raum im Westen des UNESCO-geschützten Sakralbaus gilt als zeitgenössisches Gesamtkunstwerk mit einem detailreichen Gewölbe sowie Reliefs und Skulpturen. Die Sanierung ist den Organisatoren zufolge die erste Instandsetzung in größerem Maßstab seit der Fertigstellung 1858.

Berliner Leihgaben für Eremitage-Ausstellung

Sieben Leihgaben aus dem Alten Museum Berlin sind seit Freitag auf dem Weg zu einer Ausstellung um die lange Jahrzehnte verschollene Skulptur "Victoria von Calvatone" nach St. Petersburg. In der dortigen Eremitage wird die 1,70 Meter hohe vergoldete Bronzestatue aus der römischen Kaiserzeit vom 8. Dezember bis zum 8. März im Zentrum einer Ausstellung stehen. Die Objekte aus Berlin haben einen Bezug zu "Victoria". Die Figur aus einstmals Berliner Beständen war vor drei Jahren in St. Petersburg entdeckt worden, seit Kriegsende galt sie als Verlust.

Grütters stellt Programm für Beethoven-Jahr 2020 vor

Zum 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven feiert Deutschland den Komponisten aus Bonn im kommenden Jahr auf allen Kanälen. Rund 1000 Konzerte, Opernaufführungen, Festivals und Ausstellungen werden veranstaltet, kündigte Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin an. Beethovens Geburtsstadt Bonn, wo der Komponist bis zu seinem 22. Lebensjahr lebte, spiele im Gedenkjahr eine besondere Rolle, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Es wird offiziell am 16. Dezember in Bonn eröffnet. Der deutsch-französische Kulturkanal Arte wird alle neun Beethoven-Sinfonien aus neun verschiedenen Städten Europas live übertragen. Zum Abschluss führt der Dirigent Daniel Barenboim am 17. Dezember 2020 die "Neunte" mit dem West-Eastern Divan Orchestra in Bonn auf.

Neuer Präsident für Berliner Wissenschaftsakademie

Der evangelische Theologe Christoph Markschies ist zum neuen Präsidenten der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gewählt worden. Er folgt auf den Mathematiker Martin Grötschel, dessen fünfjährige Amtszeit 2020 endet. Markschies soll das Amt am 4. Juli übernehmen. Der ehemalige Präsident der Humboldt-Universität hatte auch an den Universitäten Jena und Heidelberg gelehrt. Für sein Engagement im ökumenischen und im jüdisch-christlichen Dialog wurde Markschies 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Polizei gibt Grünes Gewölbe von Dresden wieder frei

Vier Tage nach dem Juwelendiebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden haben die Kriminaltechniker ihre Arbeit am Tatort im Residenzschloss beendet. Die Räume seien freigegeben, sagte ein Polizeisprecher. Für Besucher bleibt das barocke Schatzkammermuseum aber weiter geschlossen. Nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen müssen die von den Einbrechern verursachten Schäden repariert werden. Wann die Räume wieder geöffnet werden, ist noch unklar. Laut Staatsanwaltschaft gab es auf die am Donnerstag ausgesetzte Belohnung von einer halben Million Euro noch keine Reaktion.

Archiv der Humboldt-Uni zu HIV und Aids geht online

Das neugegründete Europäische HIV/Aids-Archiv (EHAA) der Berliner Humboldt-Universität ist aus Anlass des Welt-Aids-Tages am Sonntag seit heute online zugänglich. Mit Interviews und Materialien aus Deutschland, Griechenland, Großbritannien, Polen, Portugal und Russland dokumentiere es die Geschichte des europaweiten Kampfes gegen die Krankheit, teilte die Universität mit. Bis zum Jahresende sollen mehr als 100 Interviews abrufbar sein. In der Archiv-Sammlung können sowohl die persönlichen Berichte von infizierten Menschen als auch Stellungnahmen von Politikern, Medizinern, Künstlern und Hilfsorganisationen gelesen werden.

Bund will möglichst gütliche Einigung mit Hohenzollern

Die Bundesregierung will vom Land Brandenburg wissen, wie es um den Streit mit den Hohenzollern über mögliche Rückgaben und Entschädigungen steht. Dabei geht es um Immobilien und Kunstschätze aus den Beständen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und des Deutschen Historischen Museums. Kulturstaatsministerin Grütters wünsche sich "eine gütliche Einigung, um das Risiko eines Klageverfahrens mit einem für die öffentliche Hand nachteiligen Ausgang zu vermeiden", heißt es laut dpa in einem Brief an die Ministerien für Finanzen und Kultur in Potsdam. Die Behörden verhandeln seit 2014 mit der Familie Hohenzollern. Die Gespräche wurden im Sommer unterbrochen, nachdem Brandenburg einen Prozess mit dem Adelshaus um enteignete Immobilien wieder aufgenommen hat.

Kenianischer Autor mit Friedenspreis ausgezeichnet

Der kenianische Autor Ngugi wa Thiong'o ist mit dem Erich Maria Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet worden. Weil Ngugi erkrankt ist, nahm sein Freund und Landsmann, der in Leipzig lehrende Schriftsteller Abdilatif Abdalla, die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung entgegen. Damit sollte der Jury zufolge Ngugis Leistung als Brückenbauer zwischen Afrika und Europa gewürdigt werden. Den mit 5.000 Euro dotierten Sonderpreis erhielt die Seenotrettungsorganisation "Sea-Watch". Die Stadt Osnabrück verleiht seit 1991 den Friedenspreis, der nach dem in der Stadt geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque (1898-1970) benannt ist.

"Respektrente" ist Wort des Jahres 2019

"Respektrente" ist das Wort des Jahres 2019. Der Begriff bezeichnet die Einführung einer Grundrente für Personen, die 35 Jahre erwerbstätig waren und dennoch eine Rente unterhalb des Existenzminimums beziehen, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden mitteilte. Auf den zweiten Platz wählte die Sprachjury die Formulierung "Rollerchaos" in Anspielung auf die E-Roller. Auf Platz drei landete "Fridays for Future". Das Wort des Jahres wurde erstmals 1971 und seit 1977 regelmäßig gewählt. Gekürt werden Ausdrücke, die nach Einschätzung der Jury die Diskussionen des Jahres bestimmt haben, für wichtige Themen stehen oder sonst charakteristisch erscheinen. 2018 war "Heißzeit" das Wort des Jahres.

Hamburg führt interreligiösen Religionsunterricht ein

Als erstes Bundesland führt Hamburg einen Religionsunterricht in interreligiöser Trägerschaft ein. Der Unterrichtsstoff werde gleichberechtigt von der evangelischen Kirche, der jüdischen Gemeinde, drei islamischen Verbänden und der alevitischen Gemeinde verantwortet. Alle Beteiligten dürften eigene Religionslehrer entsenden, teilte Bildungssenator Ties Rabe (SPD) mit. Die katholische Kirche beteilige sich zunächst nur im Rahmen eines Modellversuchs. Das Konzept werde in den nächsten Jahren schrittweise an allen Hamburger Schulen eingeführt. In der Hansestadt werden bereits seit Jahrzehnten Schüler aller Konfessionen und Religionen gemeinsam unterrichtet. Die Verantwortung dafür lag bisher nur bei der evangelischen Nordkirche.

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Auf einer rosa Blumendecke stehen ein halb ausgetrunkenes Glas, ein Schälchen voller Nussschalen und ein gelb-glitzernder Teelichthalter.  (Volker Renner)

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