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Kulturnachrichten

Freitag, 7. September 2018

Archiv mit Bundestagsdebatten ab '47 geht online

Das Audio-Archiv soll schrittweise erweitert werden

69 Jahre nach der ersten Sitzung des Deutschen Bundestages werden die historischen Reden der ersten Wahlperiode von 1949 bis 1953 ins Netz gestellt. Die Reden sind in der Mediathek unter unter www.bundestag.de/mediathek/1wp zu hören. Das Audio-Archiv soll schrittweise erweitert werden und nach und nach alle im Parlament gehaltenen Reden umfassen. Die erste Sitzung des Deutschen Bundestages fand am 7. September 1949 in Bonn statt. Damals ging es um innen- und außenpolitische Fragen der jungen Bundesrepublik: Hilfsmaßnahmen für Kriegsheimkehrer, Preise für Zucker und Butter, Maßnahmen für Groß-Berlin, Farben der Bundesflagge und den Atlantik-Pakt. Die Tonaufzeichnungen der Plenarsitzungen der ersten Wahlperiode wurden vom damaligen Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR) vorgenommen. Der NWDR war als erste Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts am 1. Januar 1948 in der britischen Besatzungszone entstanden.

Renzo Piano präsentiert neue Brücke für Genua

Die Brücke solle sicher und leicht zu warten sein und 1000 Jahre halten

Der italienische Architekt Renzo Piano will in Genua mit einer neuen Brücke einen Ort der Erinnerung schaffen. Sie solle kein "Monument für die Gefallenen" werden, "es wird eine nüchterne (...) Brücke sein, sicher und leicht zu warten, die 1000 Jahre hält und die ganze Stadt repräsentiert", versprach er bei der Vorstellung seiner Pläne. Bei dem Brückeneinsturz Mitte August waren 43 Menschen gestorben. Für jedes Opfer soll es eine Lampe an dem Viadukt geben. Piano stammt selbst aus Genua.

Moritz Wesseler wird neuer Direktor des Fridericianum

Er folgt auf Susanne Pfeffer

Der frühere Direktor des Kölnischen Kunstvereins, Moritz Wesseler, leitet künftig das Museum Fridericianum in Kassel. Der 37-Jährige tritt sein Amt im
November an. Wesseler ist Nachfolger von Susanne Pfeffer, die Anfang 2018 nach Frankfurt zum Museum für Moderne Kunst wechselte. Wesseler arbeitete bis Juni als Direktor des Kölnischen Kunstvereins. Er veranstaltete Ausstellungen mit zahlreichen internationalen Künstlern. Ein Schwerpunkt seiner Programmatik lag auf der Vermittlungsarbeit sowie auf der Öffnung des Kunstvereins in Richtung eines breiteren Publikums. Das Fridericianum ist seit 1988 ein Museum für Kunst der Gegenwart. Gezeigt werden Einzelausstellungen junger internationaler Künstler.

Aktivisten besetzen Google-Campus in Berlin

Polizei beendet die Aktion

Der Google-Campus im Berliner Stadtteil Kreuzberg wurde von Aktivisten besetzt. Etwa 50 Personen sammelten sich auf der Straße vor dem Zugang zum Gelände zu einer Spontandemonstration. Die Polizei beendete die Besetzung circa eine Stunde später. Nach Angaben von Aktivisten wurden mehrere Menschen festgenommen. Die Besetzer wollen damit gegen die explodierenden Mieten vorgehen, schrieben sie in einer Erklärung. Mit der Besetzung wollten die Aktivisten erreichen, "dass sich Google unverzüglich und unwiderruflich aus dem Umspannwerk zurückzieht". Verbunden war die Meldung der Besetzer mit einer Drohung: "Es wird hier kein ruhiges Arbeiten in bester Kreuzberger Lage geben - wir werden stören, sabotieren, nerven und besetzen. Heute und immer wieder! Der Berliner Google-Sprecher Ralf Bremer warf den Kritikern vor, die aktuellen Pläne für das Projekt gar nicht zu kennen. Gesprächsangebote seien von den Aktivisten abgelehnt worden. Google wolle einen Mehrwert für den Bezirk schaffen.

Kunstprojekt mit Mauer in Berlin wird abgespeckt

Ob es eine Genehmigung geben wird, ist dennoch unsicher

Das umstrittene Kunstprojekt mit dem Wiederaufbau einer Mauer in Berlin soll abgespeckt werden, um trotz des Zeitdrucks doch noch eine Genehmigung zu bekommen. Wie der zuständige Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel mitteilte, haben die Initiatoren um den russischen Filmemacher Ilya Khrzhanovsky diese Woche einen überarbeiteten Antrag eingereicht. Dassel bezweifelt, dass eine Halbierung der Fläche die Probleme reduziert. Bei dem Projekt "DAU Freiheit" soll vom 12. Oktober an ein Gebäudekarree am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden, um dahinter ein diktatorisches System nachzuspielen. Ob es eine Genehmigung geben wird, ist noch unklar.

Kunstsammler Haubrok zieht sich zurück

Er wird seine Ausstellung künftig auch außerhalb von Berlin zeigen

Aus Enttäuschung über die Berliner Behörden zieht sich der Kunstsammler Axel Haubrok aus dem von ihm aufgebauten Kreativprojekt in der einstigen DDR-Fahrbereitschaft zurück. Er werde das fast 20 000 Quadratmeter große Gelände im Osten Berlins zwar behalten und weiterentwickeln, mit seiner Sammlung aber dort keine eigenen Ausstellungen mehr machen, sagte Haubrok. Der Bezirk Lichtenberg hatte dem früheren Unternehmensberater aus Düsseldorf im Frühjahr unter Androhung einer Strafe von bis zu 500 000 Euro untersagt, weiterhin Ausstellungen auf dem als Gewerbegebiet ausgewiesenen Gelände zu machen. Zahlreiche Gespräche seither hätten nicht zu einem akzeptablen Kompromiss geführt, sagte Haubrok. Deshalb werde er seine Sammlung von Konzeptkunst in Zukunft andernorts zeigen, auch außerhalb von Berlin. Auf dem Gelände haben sich rund 70 kleine Handwerks- und Kreativbetriebe angesiedelt, darunter auch zwei Dutzend Künstler mit ihren Ateliers. Die Künstler werde er weiter durch günstige Mieten und die Stärkung des kreativen Umfelds unterstützen, versichert Haubrok. Zu DDR-Zeiten wurden in der Fahrbereitschaft die Dienstlimousinen der SED-Größen gepflegt.

Kritik an Zentrum für Kulturgutverluste

Das geplante Konferenzprogramm zu Washingtoner Prinzipien sei zu seicht

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg steht in der Kritik. Vom 26.-28. November soll im Haus der Kulturen der Welt in Berlin die Konferenz "20 Jahre Washingtoner Prinzipien: Wege in die Zukunft" stattfinden. Doch schon wenige Stunden nach Beginn der Akkreditierungsfrist waren alle Plätze vergeben. Die Vertreter bedeutender Opferorganisationen gingen leer aus. Aktuell bemüht sich das Zentrum um zusätzliche Plätze. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Nicht nur die Einladungspolitik sorgt für Kritik. Der Gründer des "Holocaust Art Restitution Project", Marc Masurovsky, kritisiert auch das Programm der Berliner Konferenz. Es fehle Raum für Debatten. Es müssten auch die Mängel der Washingtoner Prinzipien benannt und politische Verbesserungen eingefordert werden. Provenienzforscher aus den USA nennen die angekündigten Vorträge seicht. Sie monieren, dass Deutschland nicht den Versuch unternehme, drängende Fragen wie die Selbstverpflichtung des deutschen Kunstmarktes zu thematisieren. Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste widerspricht dieser Darstellung. Es sei genügend Zeit für Diskussionen eingeplant. Bei der Planung der Inhalte hätte man mit verschiedenen Partnern wie der JJC zusammengearbeitet, einem Zusammenschluss jüdischer Organisationen, die die Entschädigungsansprüche jüdischer Opfer des Nationalsozialismus vertritt. 

Peru erhält jahrhundertealte Goldmaske zurück

Übergabe in Berlin nach jahrelangem rechtlichen und diplomatischen Tauziehen

Nach einem jahrelangen rechtlichen und diplomatischen Tauziehen hat Peru eine jahrhundertealte Goldmaske von Deutschland zurückerhalten. Die bayerischen Behörden übergaben die Totenmaske aus dem achten Jahrhundert an die peruanische Botschaft in Berlin. Die Maske sei einer der "bedeutendsten" Funde aus der nordperuanischen Sicán-Kultur aus der Zeit vor den Inkas, sagte Balbuena. Nach Angaben der Botschaft wurde die Maske 1997 bei einem Kunsthändler in München gefunden und dann von der bayerischen Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Peru hatte sie daraufhin als verschollen gemeldet und auf eine Herausgabe geklagt. Im Dezember 2016 ordnete das Landgericht München an, die Maske an Peru zurückzugeben.

Mediziner Svante Pääbo mit Körber-Preis ausgezeichnet

Der Körber-Preis zählt zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen

Der schwedische Mediziner und Biologe Svante Pääbo hat den mit 750.000 Euro dotierten Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft erhalten. Gewürdigt wurden damit laut Körber-Stiftung Pääbos Pionierleistungen auf dem Gebiet der Paläogenetik. Zu seinen bedeutendsten wissenschaftlichen Durchbrüchen zählt die Entschlüsselung des Neandertaler-Genoms. Seine Arbeiten haben das Verständnis der Evolutionsgeschichte der modernen Menschen revolutioniert, begründete die Jury ihre Auswahl. 1984 gelang dem Wissenschaftler als Doktorand erstmals die Klonierung der DNA einer Mumie. Pääbo studierte an der Universität Uppsala Ägyptologie und Medizin. Nach seiner Promotion arbeitete er an der University of California in Berkeley und in München, bevor er ans Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig wechselte. Dort ist er bis heute tätig. Der Körber-Preis zählt zu den weltweit höchstdotierten Forschungspreisen. Die Körber-Stiftung zeichnet damit seit 1985 jedes Jahr einen wichtigen Durchbruch in den Natur- oder Lebenswissenschaften in Europa aus.

Lehrerverband will Handyverbot für Schüler bis 14

Die Hälfte aller Schüler hat bereits Gewalt oder Mobbing erlebt.

Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre sollen nach dem Willen des Deutschen Lehrerverbands in Schulen und auch auf den Schulhöfen keine Handys mehr nutzen dürfen. Der Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, bezeichnete das Handy als permanentes Mobbinghauptinstrument auf den Pausenhöfen. Durch das Handy könne Mobbing zu einer dauerhaften Zerstörung der Identität im Netz führen, die für Jugendliche besonders wichtig sei. Im schlimmsten Fall könne Mobbing junge Menschen in den Suizid treiben. Dies sei einer der Gründe, warum er ein Handyverbot auch auf Pausenhöfen für jüngere Schüler befürworte. Dem UN-Kinderhilfswerk Unicef zufolge hat rund die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen weltweit bereits Gewalt oder Mobbing durch Mitschüler erlebt.

Album JBG3 auf Jugendschutzliste

Vertriebs- und Werbeverbote für Album der Rapper Kollegah und Farid Bang

Das Album "Jung Brutal Gutaussehend 3" der Rapper Kollegah und Farid Bang ist von der Bundesprüfstelle auf die Liste der jugendgefährdenden Medien genommen worden. Die Entscheidung soll Ende September in Kraft treten. Ab diesem Zeitpunkt gelten umfangreiche Vertriebs- und Werbeverbote. Zu den Gründen will sich die Bundesprüfstelle erst Ende September äußern. Die beiden Musiker hatten im Frühjahr für einen Eklat gesorgt, als sie für das Album trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Echo-Musikpreis ausgezeichnet wurden. Dies führte schließlich zur Abschaffung des Musikpreises. Das Album war Ende 2017 erschienen und stieg auf Platz eins der deutschen Albumcharts ein. Insgesamt hielt es sich 33 Wochen lang in den Charts.

Schwedische Akademie will zeitgemäßer werden

Die Akademie hat Richtlinien für Interessenskonflikte beschlossen

Die Schwedische Akademie in Stockholm, die jedes Jahr den Literaturnobelpreis vergibt, hat ihre Statuten ergänzt. Man habe mit Hilfe von Juristen versucht, die Statuten von 1786 zeitgemäßer zu interpretieren. Entscheidend war dabei die Klärung der Loyalitätsverpflichtungen ihrer Mitglieder gegenüber der Schwedischen Akademie. Darüber hinaus habe die Akademie Richtlinien für einen Interessenskonflikt beschlossen. Alle Angelegenheiten der Akademie können einer unparteiischen und objektiven Untersuchung unterzogen werden. Wie die neue Interpretation genau aussieht, wurde nicht mitgeteilt. Die Schwedische Akademie war nach einem Korruptions- und Belästigungsskandal im Frühjahr in eine schwere Krise geraten. Die Vergabe des Literaturnobelpreises für dieses Jahr musste abgesagt werden. Erschwerend für den Konflikt war das Statut, wonach die auf Lebenszeit gewählten Mitglieder nicht zurücktreten konnten.

Hollywood-Legende Burt Reynolds gestorben

Der US-Schauspieler wurde 82 Jahre alt

Hollywoodstar Burt Reynolds ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Das berichteten mehrere US-Medien am Donnerstag übereinstimmend, darunter der Sender CNN und das Magazin "Hollywood Reporter". In der Westernserie "Rauchende Colts" war Reynolds in den 60er Jahren lange als Hufschmied Quint Asper zu sehen. Vor allem in den 70er und 80er Jahren galt Reynolds in Hollywood als Kassenmagnet. Thriller wie "Beim Sterben ist jeder der Erste" und "Ein ausgekochtes Schlitzohr" wurden zu Hits. Einen Oscar gewann der aus Michigan stammende Darsteller nie, für "Boogie Nights" 1998 aber einen Golden Globe als bester Nebendarsteller. Darin spielte er einen Pornofilm-Produzenten. Aus Hollywood war das einstige Sexsymbol später nach Florida gezogen. Dort betrieb er eine Schauspielschule. Zuletzt sollte Reynolds neben Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Al Pacino für Regisseur Quentin Tarantino am Film "Once Upon A Time in Hollywood" mitwirken, der 2019 erscheinen soll. "Burt Reynolds war einer meiner Helden", würdigte Arnold Schwarzenegger ihn auf Twitter.

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