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Fazit | Beitrag vom 31.10.2020

Architekturkritiker über BER"Alt, aber gediegen"

Nikolaus Bernau im Gespräch mit Marietta Schwarz

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Blick in den Flughafen BER Berlin Brandenburg Willy Brandt am Tag der Eröffnung (imago images / Stefan Zeitz)
"Nussbaumholz an wirklich jeder Oberfläche, die man sich vorstellen kann": Nikolaus Bernau schätzt die schönen Materialien, die im BER verwendet wurden. (imago images / Stefan Zeitz)

Für Nikolaus Bernau ist der Flughafen BER ästhetisch ein wenig aus der Zeit gefallen. Kein Wunder, wurde er doch bereits vor über 20 Jahren entworfen, als Fliegen noch kein Massenvergnügen war. Der BER dagegen suggeriert: Fliegen ist etwas Kostbares.

"Langweilig finde ich ihn überhaupt nicht, aber er ist natürlich etwas aus der Zeit gefallen", urteilt unser Architekturkritiker Nikolaus Bernau über den neu eröffneten Flughafen Berlin-Brandenburg, kurz BER. Mit neun Jahren Verspätung wurde dieser nun endlich am Samstag in Betrieb genommen. 

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Der Entwurf zum Flughafen ist sogar über 20 Jahre alt. "Das heißt: Das ist schon eine Ästhetik, die heute einfach alt wirkt, wenn man so will, alt, aber gediegen", erklärt Bernau.

Als erste Maschinen landeten Flugzeuge von EasyJet und Lufthansa und wurden von der Flughafenfeuerwehr mit einer Wasserburg empfangen. (imago / photothek / Thomas Trutschel )Als erste Maschinen landeten Flugzeuge von EasyJet und Lufthansa, sie wurden von der Flughafenfeuerwehr mit einer Wasserburg empfangen. (imago / photothek / Thomas Trutschel )
Und doch könnte der neue Flughafen "die Zukunft des Fliegens" anzeigen: Durch diese lange Zeit zwischen Entwurf und Fertigstellung "hat er quasi eine ganze Phase der Architekturgeschichte des Massenfliegens übersprungen", erklärt Bernau. Billig-Airlines wie EasyJet und RyanAir spielten damals keine Rolle und haben es heute angesichts von Pandemie und Klimakrise besonders schwer.

Ein Flughafen der Entschleunigung

"Und jetzt erscheint so ein Flughafen mit so gediegenen Materialien wie französischem Nussbaumholz an wirklich jeder Oberfläche, die man sich vorstellen kann, oder ganz erlesen schönen Kalksteinfußböden mit herrlichen Intarsien drin", erklärt Bernau.

Im BER wird Fliegen wieder zu etwas Kostbarem und Außergewöhnlichem, wie Bernau sagt, zu einem Ort also, "wo man sich auch die Zeit dafür nehmen soll, sich diese schönen Oberflächenmaterialien anzugucken". Dennoch handelt es sich beim Willy-Brandt-Flughafen, wie er auch heißt, um "einen gänzlich unutopischen Bau", so Bernau, eher um einen "Nutzgegenstand".

(ckr)


"Betriebsstart ohne große Pannen": Den ersten Tag im regulären Betrieb des neuen Berliner Flughafens BER beobachtet Korrespondent Christoph Richter, hören Sie hier das Interview aus "Studio 9".

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