Seit 10:05 Uhr Lesart

Mittwoch, 21.11.2018
 
Seit 10:05 Uhr Lesart

Kulturnachrichten

Dienstag, 7. Oktober 2014

Architekturkritiker Manfred Sack gestorben

Er war einer der bedeutendsten Architekturkritiker der Nachkriegszeit

1959 kam er ins Feuilleton der ZEIT und hat die öffentliche Debatte über den deutschen Städtebau und die Qualität der Architektur maßgeblich beeinflusst. ZEIT-Feuilletonchefin Iris Radisch über Manfred Sack: „Er prägte durch seine Freundlichkeit, seine Lebendigkeit und unbestechliche Aufgeschlossenheit den Qualitätsjournalismus der alten Bundesrepublik und der ZEIT.“Am 4. Oktober ist er im Alter von 86 Jahren in Hamburg gestorben.

Ungarischer Lyrik-Preis : Finnisches PEN-Mitglied Launonen lehnt Auszeichnung ab

Grund ist Medienpolitik der ungarischen Regierung

Der finnische Autor Hannu Launonen hat den mit insgesamt 50.000 Euro dotierten «Janus Pannonius Preis» der gleichnamigen ungarischen Stiftung abgelehnt. Das PEN-Mitglied Launonen sagte zur Begründung, dass es ihm nicht möglich gewesen sei herauszufinden, ob der Preis nach wie vor von der ungarischen Regierung gesponsert werde. Da er die Politik der ungarischen Regierung im Hinblick auf Menschenrechte und Meinungsfreiheit als nicht vereinbar mit der Charta des internationalen PEN ansehe, sei ihm nichts anderes übriggeblieben als abzulehnen, erklärte Launonen laut Pressemitteilung des PEN (Darmstadt) von heute.

Siegfried Lenz ist tot

Kulturstaatsministerin Monika Grütters würdigt den bedeutendsten deutschen Schriftsteller

Heute starb der Schriftsteller Siegfried Lenz mit 88 Jahren in Hamburg im Kreise der Familie. "Es ist ihm mit großer Meisterschaft gelungen, das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte literarisch wach zu halten und für die nachfolgenden Generationen verständlich zu machen", erklärte Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute in Berlin. Die eigene Geschichte nicht zu verdrängen, sondern aufzuarbeiten - mit dieser Überzeugung habe Siegfried Lenz als Autor der Nachkriegsgeneration viel dazu beigetragen, den Ruf Deutschlands als Kulturnation wiederherzustellen. Auch der Verleger und langjährige Freund von Siegfried Lenz, Thomas Ganske, würdigte den Schriftsteller als einen großartigen Menschen. "Jetzt bleibt die Erinnerung an eine einzigartige Freundschaft, an einen großen Menschen und als Zeugnis dafür seine Bücher", erklärte Ganske vom Verlag Hoffmann und Campe. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) zeigte sich tief betroffen vom Tode von Siegfried Lenz. "Wir verlieren mit ihm einen ganz großen Autor, der uns ein unvergessliches Werk geschenkt hat". Siegfried Lenz schrieb 14 Romane, 120 Erzählungen, zahlreiche Novellen, Hörspiele, Dramen und Kinderbücher. Zu den bekanntesten Werken gehören die Romane "Deutschstunde" und "Heimatmuseum". Für seine Bücher wurde er mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009.

Bis zuletzt war Siegfried Lenz als Schriftsteller aktiv. In diesem Jahr erschien der Erzählband "Leute von Hamburg".

Chefdirigent Tugan Sokhiev verlässt DSO Berlin

Seine Aufgaben am Moskauer Bolschoi-Theater erforderten zu viel Präsenz und Aufmerksamkeit

Der vielgelobte russische Chefdirigent Tugan Sokhiev (37) will bereits nach vier Jahren die künstlerische Leitung des Deutschen Symphonie-Orchesters (DSO) in Berlin wieder abgeben. Seine neuen Aufgaben am Moskauer Bolschoi-Theater erforderten mittelfristig zu viel Präsenz und Aufmerksamkeit, als dass er guten Gewissens in Berlin bleiben könnte, teilte der Musiker heute mit. Er werde seinen Vertrag deshalb nicht über die Saison 2015/16 hinaus verlängern. Sokhiev hatte das Amt im September 2012 als Nachfolger von Ingo Metzmacher angetreten. Er war der Wunschkandidat des Orchesters, mit ihm verbanden sich große Hoffnungen. Im Januar 2014 wurde er zusätzlich zum Musikdirektor des Bolschoi-Theaters in Moskau und als Chefdirigent des dort ansässigen Orchesters ernannt. DSO-Direktor Alexander Steinbeis kündigte an, Sokhiev werde dem Haus auch nach seinem Weggang eng verbunden bleiben und jährlich ans Berliner Pult zurückkehren. «Das Orchester hat sich unter Sokhievs Händen im Repertoire und im Klang fantastisch entwickelt», so Steinbeis.

Carlsen-Verlag gewinnt Rechtsstreit um Schutz der Pixi-bücher

Kinderbuchformat erscheinen seit 60 Jahren

Klein, quadratisch - und geschützt: Die Pixi-Kinderbücher des Carlsen-Verlags genießen Anspruch auf wettbewerbsrechtlichen Schutz. Das hat das Landgerichts Hamburg entschieden, wie der Verlag mitteilte. Die Pressestelle des Gerichts bestätigte heute, dass eine Promotionsagentur verurteilt wurde, es zu unterlassen, Bücher in entsprechender Klammerbindung anzubieten. Laut Verlag war das Gericht der Auffassung, dass der Eindruck erweckt werde, es handele sich um Pixi-Bücher. Verbraucher würden so getäuscht.
Rechtsanwalt Jörg Nabert, der den Carlsen-Verlag vertritt, sagte: «Die Pixi-Form, die der Carlsen-Verlag seit langem gegen Imitationen verteidigt, wurde vom Gericht in deutlichen Worten als geschützt bezeichnet.» Die Pixi-Bücher im quadratischen Format von zehn mal zehn Zentimetern erscheinen seit 60 Jahren. Mit über 460 Millionen verkauften Exemplaren ist Pixi laut Verlag die erfolgreichste Bilderbuchreihe aller Zeiten.

Nikolaus Harnoncourt erhält Echo Klassik für Lebenswerk

Der österreichische Dirigent habe immer wieder neue Maßstäbe gesetzt

Die Jury hob besonders Harnoncourts Verdienste um die historische Aufführungspraxis hervor. Der Preis wird am 26. Oktober in der Philharmonie in München vergeben. Erwartet werden unter anderem Anna Netrebko, Jonas Kaufmann, Anne-Sophie Mutter und David Garrett. Die Deutsche Phono-Akademie, das Kulturinstitut des Musikindustrie, ehrt mit dem Preis jährlich herausragende musikalische Leistungen.

Regisseur Walter Bockmayer gestorben

Kultfilm "Geierwally" machte ihn bekannt

Der Filmemacher und Theater-Chef Walter Bockmayer ist tot. Er sei heute in Köln gestorben, sagte sein Assistent Hanko Schmidt und bestätigte damit einen Onlinebericht der «Kölnischen Rundschau». Bockmayer wurde 66 Jahre alt erlag einem Krebsleiden. Bekanntheit erlangte er mit der Heimatfilm-Parodie «Geierwally» (1988), für seinen Film «Looping - Der lange Traum vom kurzen Glück» wurde er 1981 mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Der Film «Jane bleibt Jane» (1977) bekam unter anderem den Kritikerpreis beim Filmfestival von Locarno.
In Köln leitete er seit vielen Jahren zusammen mit seinem Lebensgefährten Rolf Bührmann das Scala-Theater. Zuvor hatten die beiden schon das Theater «Kaiserhof» geführt. Unter Bockmayers Regie spielten Veronica Ferres, Hella von Sinnen und Dirk Bach.

66. Frankfurter Buchmesse wird heute feierlich eröffnet

Rund 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern zeigen Bücher und digitale Anwendungen

Insgesamt werden zur weltgrößten Bücherschau rund 1000 Autoren aus aller Welt und knapp 300 000 Besucher erwartet. 3500 Veranstaltungen rund ums Buch sind geplant. Ehrengast ist in diesem Jahr Finnland. Zur Eröffnung werden der finnische Präsident Sauli Niinistö und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) erwartet. Bereits am Vormittag will der Dachverband der deutschen Buchbranche darüber informieren, wie die Geschäfte derzeit laufen. Die Branche befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruchprozess. Das digitale Buch tritt immer stärker neben das gedruckte.

Kandidat für den Posten des EU-Kulturkommissars durchgefallen

Tibor Navracsics war an der Einschränkung des Presserechts in Ungarn beteiligt

Der Kandidat für den Posten des Kulturkommissars, der Ungar Tibor Navracsics, wurde von den EU-Abgeordneten abgelehnt. Tibor Navracsics ist der erste Kandidat, dem das Europaparlament den von Jean-Claude Juncker für ihn vorgesehenen Posten verweigert. Der Kulturausschuss des EU-Parlaments sprach sich mehrheitlich dagegen aus, den Ungarn zum Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Bürgerschaft zu machen, wie mehrere Teilnehmer nach der Sitzung in Brüssel berichteten. 14 Mitglieder des Kulturausschusses hätten gegen ihn, zwölf für ihn gestimmt.
Navracsics, bislang Außenminister in Ungarn, stand in der Kritik, weil er als Mitglied der rechtskonservativen Regierung in Budapest unter Ministerpräsident Viktor Orban an der massiven Einschränkung des Presserechts in seiner Heimat beteiligt war. In einer schriftlichen Stellungnahme hatte Navracsics versucht, sich von der umstrittenen Medienpolitik Orbans zu distanzieren.

Daniele Gatti wird neuer Chefdirigent des Concertgebouw Orchesters Amsterdam

Vertrag beginnt ab 2016

Der italienische Dirigent Daniele Gatti neuer Chefdirigent des Königlichen Concertgebouw Orchesters Amsterdam. Er folgt auf Mariss Jansons, der sich zukünftig auf seine Tätigkeit als Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks konzentrieren möchte. Seinen Rücktritt hatte Jansons bereits im Frühjahr angekündigt. Daniele Gatti ist seit September 2008 musikalischer Leiter des Orchestre National de France. Von 2009 bis 2012 war er außerdem Chefdirigent des Zürcher Opernhauses. Mehrfach dirigierte Gatti auch in Bayreuth. Ab 2016 wird Daniele Gatti als neuer Chef in Amsterdam arbeiten.

Das 1. Internationale Filmfest in Potsdam startet heute

Volker Schlöndorf ist Schirmherr des neuen Festivals

Bis zum Wochenende werden unter dem Motto «Freundschaft und Verrat» mehr als 20 Spielfilme sowie Dokumentationen und TV-Serien gezeigt. Zur feierlichen Eröffnung erwarten die Veranstalter heute Abend mehr als 500 Gäste, darunter Regisseur und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff. Moderiert wird die Veranstaltung von Nina Eichinger. Zum Festivalende wird der «Adler in Gold» für den besten Spielfilm vergeben.

Lutz Seiler erhält Deutschen Buchpreis 2014

Jury würdigt ins Magische gehende Sprache

Lutz Seiler hat den besten deutschsprachigen Roman des Jahres geschrieben. Für seinen Aussteigerroman "Kruso" über die DDR-Endzeit auf Hiddensee erhielt der in Thüringen geborene Autor am Montagabend den begehrten Deutschen Buchpreis 2014.
Lutz Seiler habe poetisch und sinnlich sowie in einer fast ins Magische gehenden Sprache den Sommer des Jahres 1989 auf der Insel Hiddensee beschrieben, würdigte die Jury den Roman. Als "Vorhof des Verschwindens" sei Hiddensee damals ein Ort für Sonderlinge, Querdenker, Freiheitssucher und angehende DDR-Flüchtlinge geworden. Daraus habe Seiler eine packende Robinsonade um den titelgebenden Kruso und den jungen Abwäscher Edgar gemacht, pries das Kritiker-Gremium den Roman. In der Endausscheidung setzte sich Lutz Seiler gegen Thomas Hettche («Pfaueninsel»), Angelika Klüssendorf («April»), Gertrud Leutenegger («Panischer Frühling»), Thomas Melle («3000 Euro») und Heinrich Steinfest («Der Allesforscher») durch.

Frühe Erzählungen von Truman Capote entdeckt

Amerikanischer Schriftsteller schrieb erste Stücke schon mit 11 Jahren

Rund 20 bislang unveröffentlichte Werke aus der Jugend des amerikanischen Schriftstellers Truman Capote sind in den USA aufgetaucht. Entdeckt wurden sie vom Schweizer Verleger Peter Haag und der Herausgeberin der Capote-Werkausgabe, Anuschka Roshani, wie eine Sprecherin des Züricher Kein & Aber Verlags der Nachrichtenagentur dpa heute bestätigte.
Haag und Roshani hätten im Nachlass des Schriftsteller in New York eigentlich nach den verschollenen Kapiteln des Romans «Erhörte Gebete» gesucht, als sie auf die Texte gestoßen seien, sagte die Sprecherin. Es handele sich überwiegend um Erzählungen, aber auch um einige Gedichte. Die Werke seien während seiner High-School-Zeit zwischen 1935 und 1943 entstanden. Das früheste Stück habe Capote geschrieben, als er gerade elf Jahre alt gewesen sei.
Eine Auswahl der Texte wird am Donnerstag im «Zeit Magazin» weltweit zum ersten Mal veröffentlicht, wie die «Zeit» mitteilte. In Buchform werden die Erzählungen demnach im Herbst 2015 auf Englisch bei Random House und auf Deutsch bei Kein & Aber erscheinen.
Capote, der von 1924 bis 1984 lebte, gilt als einer der führenden US-Autoren seiner Zeit. Zu seinen Werken zählen die Romane «Frühstück bei Tiffany» und «Kaltblütig».

US-Schauspielerin Marian Seldes gestorben

Nach längerer Krankheit ist sie mit 86 Jahren in New York friedlich verschieden

Im Laufe ihrer Karriere sorgte Seldes vor allem mit Auftritten als Theaterschauspielerin für Aufsehen. Fünf Mal war sie für einen Tony Award nominiert. Im Jahr 1967 ging sie schließlich für ihre Darbietung in «A Delicate Balance» mit dem bedeutendsten Theater- und Musicalpreis der USA nach Hause. 2010 wurde sie mit einem zweitenTony für ihr Lebenswerk geehrt. Zudem galt Seldes als Muse des amerikanischen Schriftstellers und Dramaturgen Edward Albee. Mit ihm arbeitete sie unter anderem in den Produktionen «The Play About the Baby», «Tiny Alice» und «Three Tall Women» zusammen. Letzteres Theaterstück wurde 1994 mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet.

Kulturnachrichten hören

Oktober 2014
MO DI MI DO FR SA SO
29 30 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur