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Im Gespräch / Archiv | Beitrag vom 08.08.2017

Architektin Andrea Seelich Gefängnisse menschlich bauen

Moderation: Susanne Führer

Kameras und Stacheldraht vor der Justizvollzugsanstalt in Münster (Nordrhein-Westfalen). (dpa/picture-alliance/Friso Gentsch)
Andrea Seelich will Gefängnisse so gestalten, dass Konflikte vermieden werden. (dpa/picture-alliance/Friso Gentsch)

Ihrer Architektur kann man im Wortsinn nicht entkommen, denn Andrea Seelich entwirft Gefängnisse. Die promovierte Architektin und Kriminologin ist eine der führenden Expertinnen Europas für den Bau und die Umgestaltung von Haftanstalten.

"Das Wichtigste am Gefängnisbau, das wird nicht überraschen, ist die Sicherheit. Und wenn ich baulich etwas schlecht plane, hat das Auswirkungen auf die Sicherheit. Jeder einzelne Häftling muss genügend Raum für das haben, was ihm gesetzlich erlaubt ist. Das fängt bei der Zahnbürste an und geht bis zu dem Tisch, auf dem der Häftling schreibt."

Harmonie hinter Gittern

Mehr als 100 Knäste hat die Tschechin, die in Österreich aufgewachsen ist, schon besucht, in einigen auch gearbeitet. Ihr Ziel: Möglichst viel Harmonie hinter Gittern für Häftlinge wie Wachpersonal. Nicht, damit Mörder möglichst bequem einsitzen, sondern um Konflikte zu vermeiden und die Resozialisierung von Straftätern zu fördern. Und das hat auch viel mit Wandfarben, Beleuchtung und der Breite von Gängen zu tun.

"Gelebter Opferschutz"

"Wenn der Insasse entlassen wird, was für einem Menschen möchte ich dann auf der Straße begegnen, wer soll neben mir in der Straßenbahn sitzen, wer soll mein Nachbar sein? Jede Investition in den Strafvollzug ist gelebter Opferschutz."

Was einen guten Knast ausmacht, warum Zellenwände weiß, aber nicht strahlend weiß gestrichen sein sollten, dies und einiges mehr über erfuhr Susanne Führer von Andrea Seelich, "Im Gespräch".

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