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Samstag, 15.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 20. März 2018

Archäologen finden 4000 Jahre alten Hafen im Irak

Forscher hoffen auch auf Erkenntnisse zur Klimaforschung

Archäologen haben die Ruinen eines mindestens 4000 Jahre alten sumerischen Hafens im Süden des Iraks freigelegt. "Es ist der älteste Hafen, der jemals im Irak ausgegraben wurde", teilten die Wissenschaftler in Rom mit. Die einzigen Überreste eines Hafens aus der Gegend seien etwa 2000 Jahre jünger. Der neueste Zufallsfund in Abu Tbeira, einem Wüstenort etwa 7 Kilometer südlich der Stadt Nasiriya, könnte neue Einblicke in eine der ältesten Zivilisationen der Welt bieten. Vor mehr als 6000 Jahren ließen sich die Sumerer in Mesopotamien nieder, einem Gebiet im heutigen Irak, das auch als Wiege der Zivilisation gilt.

Hartmut Dorgerloh soll Humboldt-Intendant werden

Stiftungsrat muss noch über Kandidaten abstimmen

Hartmut Dorgerloh (55) soll Intendant des Berliner Humboldt Forums werden. Das sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dorgerloh ist seit 2002 Generaldirektor der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Der 55-Jährige verstehe es, "anspruchsvolle Inhalte einem breiten Publikum zu vermitteln", sagte Grütters. Er kenne die deutsche Politik und die kulturpolitischen Schnittstellen zwischen Bund und Ländern aus langer Erfahrung und habe einen großen Vertrauensvorschuss bei allen Beteiligten, so die Ministerin. Erst am Montag war über die Besetzung einer anderen wichtigen Position für das Humboldt Forum entschieden worden: Musikethnologe Lars-Christian Koch wird deren Sammlungsdirektor. Das Humboldt Forum im Berliner Schloss soll nach den bisherigen Planungen Ende 2019 eröffnet werden. Im April will der Stiftungsrat des Humboldt Forums entscheiden, ob Hartmut Dorgerloh dort Intendant wird.

Lübecker Buddenbrookhaus wird umgebaut

Entwurf sieht verdoppelte Fläche für Museum vor

Das THM Architekturbüro aus Lübeck hat den Planungswettbewerb für den Umbau des Lübecker Buddenbrookhauses gewonnen. Im Entwurf werden nur die Fassaden der historischen Gebäude und das Kellergewölbe des Buddenbrookhauses erhalten. Dahinter soll ein kompletter Neubau entstehen. Der sensible Umgang mit den alten Häuserfassaden habe die Jury überzeugt, erklärte Hans Weißkirchen, Direktor der Lübecker Museen. Teile des ursprünglichen Buddenbrookhauses, das im 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Mann war, sollen rekonstruiert werden. 2011 hatte die Gedenkstätte Buddenbrookhaus das Nachbarhaus gekauft. Beide Häuser sollen im Inneren miteinander verschmelzen, so dass die Ausstellungsfläche des Museums verdoppelt wird. Das Buddenbrookhaus gehört zu den Museen mit den meisten Besuchern in Lübeck.

Bundesjazzorchester erhält Frankfurter Musikpreis

Trompeter Till Brönner als Laudator erwartet

Das Bundesjazzorchester (BuJazzO) wird im Rahmen der diesjährigen Musikmesse mit dem Frankfurter Musikpreis 2018 ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung am 13. April in der Frankfurter Paulskirche wird das Orchester unter der Leitung von Professor Niels Klein einen Ausschnitt aus seinem Repertoire präsentieren, wie die Messe Frankfurt mitteilte. Laudator ist der Jazz-Trompeter und das ehemalige Bundesjazzorchester-Mitglied Till Brönner. Das "BuJazzO" wurde 1988 von Jazz-Bandleader Peter Herbolzheimer gegründet. Zu seinen Absolventen gehören so erfolgreiche Musiker wie Michael Wollny und Roger Cicero. Der mit 15 000 Euro dotierte Frankfurter Musikpreis wird vom Bundesverband der Deutschen Musikinstrumentenhersteller und der Messe Frankfurt vergeben. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten, die sich u.a. mit besonderen Leistungen in der Interpretation und Komposition und der Musiklehre hervorgetan haben.

Facebook unter Druck nach Daten-Skandal

Kritiker fordern mehr staatliche Kontrollen

Facebook schlittert in eine schwere Krise nach dem Skandal um den massiven Missbrauch von Nutzer-Informationen durch die Datenanalyse-Firma des Wahlkampfteams von Donald Trump. Die US-Aufsichtsbehörde FTC habe Ermittlungen zu dem Fall eigeleitet, berichtete der Finanzdienst Bloomberg. Sollte sie eine Verletzung der Datenschutz-Regeln feststellen, kann sie hohe Strafen verhängen. Die Facebook-Aktie fiel bereits am Montag um rund sieben Prozent, das löschte über 35 Milliarden Dollar Börsenwert aus. Gründer und Chef Mark Zuckerberg würde sich erst zu dem Fall äußern, wenn interne Untersuchungen abgeschlossen seien. Am Wochenende war bekannt geworden, dass die Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica illegal an Informationen von bis zu 50 Millionen Facebook-Nutzern gekommen war.

Stephen Hawking wird in Cambridge beigesetzt

Hawking litt an der Nervenkrankheit ALS

Der Astrophysiker Stephen Hawking wird in der britischen Universitätsstadt Cambridge beigesetzt. Die Trauerfeier findet in der Kirche St. Mary's am 31. März statt. Neben Verwandten und Freunden seien auch Kollegen eingeladen. St. Mary's ist eine Kirche der Universität Cambridge und nur einen Steinwurf von dem College entfernt, in dem Hawking mehr als 50 Jahre lang gewirkt hat. Aus diesem Grund hätten sie sich entschieden, "ihn in der Stadt, die er so sehr geliebt hat, und die ihn liebte", zu beerdigen, erklärten seine Kinder Lucy, Robert und Tim.
Der Forscher war am vergangenen Mittwoch im Alter von 76 Jahren in seinem Haus gestorben.

Jahrtausendealte Holzbüsten zurück nach Mexiko

Mexiko hatte sich jahrelang um die Rückgabe bemüht

Der Staat Mexiko hat in München zwei Jahrtausende alte Kultfiguren aus der Olmeken-Kultur zurückerhalten. Die beiden Holzbüsten waren in den 1980er Jahren in einem Sumpf im Bundesstaat Veracruz gefunden worden, wo sie vermutlich mehr als 3000 Jahre überdauert hatten. Dann waren sie illegal außer Landes gebracht worden. Die Kulturgüter waren im Besitz eines Münchner Kunsthändlers. 2008 hatte das Bayerische Landeskriminalamt die Sammlung mit mehr als 1000 präkolumbischen Objekten aus Mittel- und Südamerika sichergestellt. Seitdem hatte sich Mexiko um die Rückgabe der mexikanischen Gegenstände bemüht. Experten gehen davon aus, dass es sich um Opfergegenstände handelt, die ungefähr aus dem Jahr 1200 vor Christus stammen. Die Skulpturen sollen nun restauriert und ausgestellt werden.

Ibsen-Preis für Regisseur Christoph Marthaler

Der Preis ist mit 260.000 Euro dotiert

Der Regisseur Christoph Marthaler erhält den Ibsen-Preis. Das internationale Komitee des "International Ibsen Awards" ehre Marthaler für sein herausragendes dramaturgisches Werk, das er unter anderem in zahlreichen Inszenierungen am Deutschen Schauspielhaus und der Hamburgischen Staatsoper unter Beweis gestellt habe, teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Die Übergabe des Preises findet während des Ibsenfestivals im September in Oslo statt. Frühere Preisträger waren unter anderem der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels (2012) und der Autor Peter Handke (2014).

Südkoreanische Musiker reisen nach Pjöngjang

Erster Auftritt seit 13 Jahren

Zum ersten Mal seit 13 Jahren reisen südkoreanische Musiker wieder nach Nordkorea, um dort Konzerte zu spielen. Eine Gruppe von 160 Künstlern wird Ende März in Pjöngjang erwartet. Darunter sind die Girlgroup Red Velvet sowie die Sänger Cho Yong-pil und Lee Sun-hee. Noch ist unklar, welche Lieder gespielt werden. Der Produzent und Leiter der Reisegruppe sagte, dem nordkoreanischen Publikum solle der gleiche Respekt entgegengebracht werden wie dem zuhause. Die vordringliche Aufgabe werde sein, Fettnäpfchen zu vermeiden. Die Konzertreise ist eine Antwort auf den Auftritt von Nordkoreanischen Künstlern bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea.

Menschenrechtsgericht verurteilt Türkei

Grund ist die Inhaftierung zweier Journalisten nach Militärputsch

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Türkei wegen der Inhaftierung von zwei Journalisten nach dem gescheiterten Militärputsch vom Juli 2016 verurteilt. Die Straßburger Richter gaben den Klägern Mehmet Altan und Sahin Alpay Recht. Sie schlossen sich damit der Meinung des türkischen Verfassungsgerichts an, das die Inhaftierung der beiden Kläger im Januar als Verstoß gegen ihre Grundrechte gerügt hatte.

Schweizer Autor Jürg Laederach gestorben

Er wurde 72 Jahre alt

Der Schweizer Autor und Übersetzer Jürg Laederach ist am Montag nach langer Krankheit in Basel gestorben. Laederach gehörte zu den eigenwilligsten Autoren der Schweiz. Er debütierte 1974 mit dem Band "Einfall in der Dämmerung", in dem er bereits verschiedene Formen des Erzählens ausprobierte. Mit seinen Folgewerken forderte er die Kritik immer wieder heraus. In seinen Büchern verdichtete er aberwitzige Begebenheiten bis ins Groteske. Der Schriftsteller hatte Mathematik, Romanistik, Anglistik und Musikwissenschaften studiert. Er war korrespondierendes Mitglied in der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Cynthia Nixon will Gouverneurin von New York werden

US-Schauspielerin wurde durch "Sex and the City" bekannt

Die Schauspielerin Cynthia Nixon, bekannt für ihre Rolle als Anwältin Miranda in der Serie "Sex and the City", will Gouverneurin von New York werden. Die 51-Jährige teilte über Twitter mit, dass sie bei der Vorwahl der Demokraten im September für den Posten gegen Amtsinhaber Andrew Cuomo antreten werde. Nixon präsentiert sich auf der Homepage ihrer Wahlkampagne als progressive Kandidatin ohne Beziehungen zu Lobbyisten und Unternehmen. Ihr Ziel sei ein besseres, gleichberechtigteres New York. Nixon ist mit einer Frau verheiratet und hat drei Kinder. Sie hatte zuletzt die Demokraten immer wieder scharf attackiert und gefordert, sie müssten sich eine eigene liberale Identität schaffen statt nur die Anti-Trump-Partei zu sein.

Weinstein Company stellt Insolvenzantrag

Opfer des Filmproduzenten aus Schweigevereinbarung entlassen

Das frühere Unternehmen des Filmproduzenten Harvey Weinstein hat offiziell ein Insolvenzverfahren eingeleitet und einen Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Zugleich habe Weinstein-Company ein Übernahmeangebot der Private-Equity-Gesellschaft Lantern Capital Partners in der Hinterhand, dem das Insolvenzgericht in Delaware noch zustimmen müsse, teilte Weinsteins Ex-Firma mit. Sie gab zudem bekannt, dass sie alle Opfer oder Zeugen von Weinsteins mutmaßlichem Fehlverhalten aus Schweigevereinbarungen entlasse, die sie bisher daran gehindert hätten, ihre Geschichte zu erzählen. Der Produzent hatte die Firma 2005 mit seinem Bruder gegründet. Nachdem im Herbst Vorwürfe sexueller Belästigung gegen ihn laut wurden, entließ das Unternehmen Weinstein. Inzwischen sind weitere Anschuldigungen laut geworden, sie reichen bis zu Vergewaltigung. Sechs Frauen haben Klage eingereicht. Sie werfen Weinstein und seinen früheren Filmunternehmen vor, seine sexuellen Belästigungen und Angriffe vertuscht zu haben. Der Filmmogul weist die Vorwürfe zurück.

Intendant Lilienthal verlässt Münchner Kammerspiele

Experimentelles Theater führte zu Zuschauerrückgang

Der Intendant der Münchner Kammerspiele, Matthias Lilienthal, verlässt das Haus zum Ende seiner Vertragslaufzeit im Sommer 2020. In einer Mitteilung der Kammerspiele erkIärte er, in München sei kein Rückhalt für die Verlängerung seiner Arbeit gewährleistet, nachdem die CSU-Fraktion im Münchner Stadtrat einen Beschluss gegen eine Vertragsverlängerung gefasst habe. Münchens Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) bedauerte die Entscheidung Lilienthals: "Ein Theater mit Mut zum Experiment kann sich mit seinen Produktionen nie auf der sicheren Seite wähnen". Dennoch gehe das Team der Kammerspiele bewusst diesen Weg, dem leider nicht das gesamte Publikum folge." Lilienthal ist seit 2015 im Amt und gilt als umstritten, auch wegen seines Theaterverständnisses mit weniger klassischem Sprechtheater, mehr freien Gruppen, kollektivem Inszenieren und Performances. Weniger Zuschauer waren die Folge. In seiner zweiten Saison platzte eine Premiere, und mehrere Schauspielerinnen kündigten.

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