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Studio 9 | Beitrag vom 22.09.2020

Arbeitskampf im öffentlichen DienstWarum es sich lohnt zu streiken

Von Gerhard Schröder

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Ein Schild der Gewerkschaft Verdi mit der Aufschrift "Dieser Betrieb wird bestreikt" steht vor der Deutsche-Post-DHL-Niederlassung im Stadtteil Anderten, iedersachsen. (dpa / picture alliance / Moritz Frankenberg)
Es sei nicht glaubwürdig, den Helden der Coronakrise in der Lohnrunde den verdienten Lohn zu verweigern, kommentiert Gerhard Schröder. (dpa / picture alliance / Moritz Frankenberg)

Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes hat die Gewerkschaft Verdi zu Warnstreiks aufgerufen. Ohne Druck könnten Beschäftigte in Tarifauseinandersetzungen nichts erreichen, meint unser Autor und nennt fünf Gründe für einen Streik.

Erstens: Weil auch in der Krise gilt: Ohne ausreichenden Druck auf die Arbeitgeber können Beschäftigte in Tarifauseinandersetzungen nichts erreichen.

Zweitens: Weil Gewerkschaften, die sich selbst noch ernst nehmen, gar keine andere Wahl haben, als den Druck zu erhöhen, wenn sich die Arbeitgeber den Verhandlungen verweigern – und wie jetzt im öffentlichen Dienst nicht einmal ein Angebot vorlegen.

Drittens: Weil das Argument, die Kassen sind leer, zu jeder Tarifrunde gehört wie Trillerpfeifen und rote Gewerkschaftsfahnen.

Verdienten Lohn verweigert

Viertens: Weil es nicht sehr glaubwürdig ist, den Helden der Coronakrise, also den Pflegekräften und Kita-Betreuerinnen – um nur einige zu nennen, vom Balkon Applaus zu spenden, in der anschließenden Lohnrunde aber den verdienten Lohn für ihren Einsatz zu verweigern.

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Fünftens: Weil Rudelbildung am Arbeitsplatz in Coronazeiten ohnehin problematisch ist. Und das Wesen des Streiks ist nun einmal, dass man nicht zur Arbeit geht. Auch aus Coronaschutzregeln spricht also nichts dagegen.

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