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Interview | Beitrag vom 25.01.2021

App ClubhouseBesserer Dialog oder nur elitärer Club?

Lilly Blaudszun im Gespräch mit Nicole Dittmer

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Das Logo der neuen Social-Network-App Clubhouse auf einem Smartphone. (picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer)
Ein Austausch, den der etablierte Journalismus nicht schaffe, sei auf Clubhouse möglich, sagt die SPD-Politikerin Lilly Blaudszun. (picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer)

Clubhouse ist derzeit eine der am schnellsten wachsenden Apps in Deutschland. Dort plaudern vor allem Politiker locker mit Journalisten. Die Plattform habe ein großes Potenzial, sagt die SPD-Politikerin Lilly Blaudszun.

Die App Clubhouse bietet unzählige Diskussionsrunden zu allen erdenklichen Themen, immer live. Mitmachen kann derzeit nur, wer eine Einladung erhält und ein iPhone besitzt.

Vor allem Prominente, Politiker und Journalisten tummeln sich derzeit auf der App. In der Kritik steht derzeit Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow, der in einem Gespräch auf Clubhouse Bundeskanzlerin Angela Merkel "Merkelchen" nannte. Später entschuldigte er sich für diese Wortwahl.

Nahbarer Austausch kann möglich sein

Die SPD-Nachwuchspolitikerin Lilly Blaudszun war die Organisatorin des Clubhouse-Talks mit Bodo Ramelow und anderen Politikern. "Wir haben einen direkten Austausch geschaffen, den der etablierte Journalismus und auch die Politiker und Politikerinnen selbst auf ihren eigenen Plattformen und Kanälen sonst sehr selten schaffen", sagt Lilly Blaudzun.

"Das zeigt das große Potenzial, das die Plattform hat und den direkten und nahbaren Austausch." Aber es zeige auch das Problem, dass am Ende jeder für sich selbst Verantwortung übernehmen müsse. 

 "Bodo Ramelow bei Clubhouse – Wie privat sind dort Politikerauftritte?": Hören Sie zum Thema auch das Gespräch mit dem Journalisten und Fernsehproduzenten Friedrich Küppersbusch:  

Clubhouse sei spannend, sagt Blaudszun. Die Schwachstelle allerdings sei, dass nicht eine breite Masse erreicht werde. Deshalb dürfe man als Politiker nicht nur auf Clubhouse setzen.

Um sich ernsthaft zu etablieren, müsse die Plattform sich allerdings verändern, zum Beispiel in punkto Datenschutz. Auch sei die Plattform sehr elitär, da nur iPhone-Nutzer Zugang haben, bemängelt Blaudszun.

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Ob der Clubhouse-Hype derzeit vor allem auf den Lockdown zurückzuführen sei, könne man derzeit noch nicht bewerten. "Ich glaube, dass wir abwarten müssen, wie sich die App entwickelt und wie offen sie auch wird", sagt Blaudszun.

(nho)

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