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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 28.07.2020

Antifeminismus"Frauen werden von den extremen Rändern stark bedroht"

Friederike Sittler im Gespräch mit Korbinian Frenzel

Eine Illustration zeigt eine entschlossen aussehende Geschäftsfrau, die in einem Laufrad joggt. (imago images / fStopImages / Malte Mueller)
Frauen müssten sich dem Antifeminismus entgegenstellen, sagt Friederike Sittler. (imago images / fStopImages / Malte Mueller)

Zur Ideologie der extremen Rechten gehöre der Antifeminismus, sagt Friederike Sittler, die Vorsitzende des Journalistinnenbundes. Vor allem erfolgreiche Frauen seien nicht nur für den mutmaßlichen Attentäter von Halle Stephan B. per se Reizfiguren.

Hass auf Frauen findet sich bei vielen rechtsextremen Tätern - so auch bei dem Attentäter von Halle, Stephan B., der sich derzeit in Magdeburg vor dem Strafgericht verantworten muss.

"Man möchte der Täterideologie nicht so viel Raum geben, um sie nicht noch weiter zu verbreiten", sagt dazu die Vorsitzende des Journalistinnenbundes und Abteilungsleiterin Hintergrund bei Deutschlandfunk Kultur, Friederike Sittler. Sie beobachte aber sehr kritisch, "dass wir bei vielen rechtsextremen Tätern einen sehr starken Antifeminismus haben" - gepaart mit einem Gefühl zurückgesetzt und zu kurz gekommen zu sein.

Antifeminismus an vielen Stellen

Doch nicht nur in der "extremen Ecke" gebe es die Vorstellung, dass emanzipierte Frauen an allem Schuld seien.

"Wir erleben den Antifeminismus auch an vielen anderen Stellen. Je erfolgreicher Frauen sind, umso mehr scheint es eben auch eine Gegenbewegung noch mal wieder auszulösen", so Sittler in unserem Programm.

Die Anwendung geschlechtergerechter Sprache führe beispielsweise immer wieder zu wirklich wütenden Protesten. Ihr sei es aber wichtig, dass Frauen auch in der Berichterstattung nicht zu kurz kommen.

Elegant, kreativ und gendergerecht

Der Journalistinnenbund trete dafür ein, dass Frauen sichtbar sind - auch in der Sprache. Auf der Plattform genderleicht.de lade der Bund daher dazu ein, auf elegante und kreative Weise gendergerecht zu sprechen - nicht doktrinär.

"Wir nehmen diesen Raum ein, und wir wissen aber auch, dass wir leider mit den Konsequenzen leben müssen, dass Frauen sehr stark auch bedroht werden von den extremen Rändern. Und dass wir uns da mutig immer entgegenstellen müssen." 

Im Übrigen seien nicht alle Frauen untereinander der gleichen Meinung. "Wir haben ja auch viele aufgeschlossene feministisch denkende Männer", meint die Journalistin.

(huc)

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