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Breitband | Beitrag vom 26.05.2018

AntifeminismusDer Hass der Zukurzgekommenen

Moderation: Vera Linß

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(imago/Ikon Images / Roy Scott)
Antifeministen fallen im Netz durch sexistische und frauenverachtende, teilweise verfassungsfeindliche Argumentationen auf. (imago/Ikon Images / Roy Scott)

Seit dem Anschlag in Toronto, bei dem zehn Menschen getötet wurden, hört man immer öfter von "Incel". Der Begriff steht für eine Gruppe, die Frauen verabscheut – und ihr Hass reicht oft noch weiter.

Sie nennen sich "unfreiwillige Zölibatäre", daher auch ihr Name: "Incel". Er steht für "involuntary celibates". Seit etwa fünf Jahren vernetzen sich Männer unter diesem Begriff im Internet. Mit dem Anschlag in Toronto Ende April erlangte er traurige Bekanntheit. Denn auch der mutmaßliche Täter sieht sich als Teil der "Incel"-Bewegung, also als ein Mann, der nach eigenen Angaben noch nie oder seit langer Zeit keine sexuellen Kontakt hatte.

"Incels" betrachten sich als Männer zweiter Klasse. Unattraktiv, unbegehrt, unbefriedigt. Aber sie sind davon überzeugt, dass Sex ihnen zusteht. Was aber tun, wenn man ihn nicht bekommt? "Hassen", sagt Andreas Hechler von Dissens – Institut für Bildung und Forschung. Henrike Möller hat mit Andreas Hechler gesprochen und gibt einen Überblick über die Ideologien der Bewegung.

Überschneidungen zur Extremen und Neuen Rechten

Die "Incels" sind nur eine Gruppe innerhalb der antifeministischen Männerrechtsbewegung. Sie ist besonders stark im Netz vertreten, wo ihre Anhänger Frauenfeindlichkeit propagieren, oft auch in Verbindung mit gefährlichen Gewaltfantasien oder rassistischen Einstellungen.

Ingrid Brodnig beschäftigt sich mit Hass im Netz. Mit ihr sprechen wir unter anderem darüber, wie die Frauenhasser das Internet nutzen und unter welchen Voraussetzungen aus antifeministischen und pöbelnden Internet-Trollen Attentäter werden.

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