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Fazit | Beitrag vom 12.02.2021

Antifaschistisches TheaterWiderstand gegen den Kulturkampf von Rechts

Von Matthias Dell

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Schauspieler Karim Daoud während der Fotoprobe zum Stück "Schwarzer Block" im Maxim Gorki Theater in Berlin. (imago-images / Martin Müller)
Kunst berührt Eigentumsfragen - Karim Daoud in "Schwarzer Block" im Maxim Gorki Theater in Berlin. (imago-images / Martin Müller)

2020 sorgte das Stück "Schwarzer Block" für Kontroversen: Es verhandelte die Geschichte des Antifaschismus. In Berlin wurde nun die Aktualität eines antifaschistischen Theaters diskutiert, das sich auch gegen rechte Angriffe auf Freiräume wehrt.

"Lasst mich zusammenfassen: Wir haben jetzt zwei Mal gehört: antifaschistisches Theater gibt es nicht, das war kein antifaschistisches Theater", sagte Margarita Tsomou, die eine der drei Runden zum Themenschwerpunkt "Antifaschistisches Theater" im Literaturforum im Brecht-Haus moderierte. Und sie hatte Recht.

Struktureller Rassismus im Theater

Eigentlich fand die Veranstaltung zum "Antifaschistischen Theater" am 11. und 12. Februar natürlich online statt, und darunter vorstellen kann man sich sehr vieles: Das Behaupten der Freiräume, gegen die seit 2015 verstärkt ein selbsternannter Kulturkampf von Rechts geführt wird. Die Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus in der Institution Theater. Das Sich-Verbünden mit anderen Engagierten in Stadt- und Zivilgesellschaft, was nicht zuletzt auch Care-Arbeit bedeutet.

Konkret wurde das etwa am Beispiel der Gorki-Inszenierung von Kevin Rittbergers Stück "Schwarzer Block" über die Geschichte des Antifaschismus. Oder die Ausstellung des Peng!-Kollektivs in den Chemnitzer Kunstsammlungen "Antifa – Mythos & Wahrheit" im letzten Jahr, in der es auch darum ging, das Budget für Readymades wie den Connewitzer Einkaufswagen oder die Anklageschrift aus dem NSU-Prozess umzuverteilen.

Migrantische Perspektiven im Antifaschismus

Wobei, wie Nele Kraushaar von Peng! berichtete, die Anklageschrift zumeist unterschlagen wurde, obwohl sie in Interviews genau darauf hinwies – ein Beispiel für die Unterschlagung migrantischer Perspektiven in der Geschichte des Antifaschismus. Wie auch die Rezeption zeigte, dass die Schau gar nicht so sehr offen artikulierte Ablehnung der AfD auf sich zog, sondern bürgerlichen Medien und Besuchern Probleme bereitete.

Gleichzeitig führte die Ausstellung aber auch vor, warum es Kunst braucht, wo man meint, es wäre von Aktionismus die Rede. Hengameh Yaghoobifarah, die gerade mit ihrem Debütroman "Ministerium der Träume" hervorgetreten ist, wies auf die Absurdität hin, dass die Kunstwerke plötzlich besser geschützt gegen Angriffe seien als Personen, die sich gegen Rechts engagierten. Weil Kunst Eigentumsfragen berührt, die andere Konsequenzen ermöglicht. Und auch damit sichtbar macht, was nicht gesehen wird – und sei es diese Schieflage.

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