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Kulturnachrichten

Donnerstag, 3. September 2020

Anthropologe David Graeber gestorben

Der Anthropologe David Graeber ist tot. Seine Ehefrau, die Künstlerin und Publizistin Nika Dubrovsky, bestätigte auf Twitter, ihr Mann sei gestern in einem Krankenhaus in Venedig gestorben. Der US-Amerikaner wurde 59 Jahre alt. Besonders Graebers Buch "Bullshit-Jobs. Vom wahren Sinn der Arbeit" hatte 2018 auch in Deutschland Aufmerksamkeit erregt. Darin argumentiert der Autor, der an der London School of Economics and Political Science lehrte, dass bis zu 40 Prozent der Arbeit, die heute in den westlichen Industriegesellschaften getan wird, Bullshit seien, also: überflüssig. Auch Graebers Buch "Schulden: Die ersten 5000 Jahre" wurde ein Bestseller.

DHM schließt Hauptgebäude bis 2025

Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin wird sein zentrales Ausstellungsgebäude, das Zeughaus Unter den Linden, für eine Sanierung und Neugestaltung voraussichtlich von Mitte 2021 bis Ende 2025 schließen. In der Zeit bleibe der benachbarte Pei-Bau mit Wechselausstellungen und einer eigens entworfenen Ausstellung zur deutschen Geschichte geöffnet, teilte das DHM mit. Notwendig sei vor allem eine umfassende Sanierung der Klimatechnik.

Nina Hoss erhält Hannelore-Elsner-Preis

Die Schauspielerin Nina Hoss erhält den diesjährigen Hannelore-Elsner-Preis des oberbayerischen Fünf-Seen-Filmfestivals. Hoss habe seit Jahren und mit jedem Film mehr national als auch international bewiesen, welch herausragende Schauspielerin sie sei, sagte Festivalleiter Matthias Helwig in Starnberg. Mit ihrem Spiel erhielten die von ihr verkörperten Frauenfiguren Vielschichtigkeit und Tiefe. Die Auszeichnung soll Hoss am Samstag in Starnberg verliehen werden. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird zum zweiten Mal verliehen und erinnert an die 2019 verstorbene, vielfach prämierte Schauspielerin Hannelore Elsner.

2.700 Jahre alte Kapitelle in Jerusalem gefunden

Archäologen der israelischen Antikenbehörde haben bei Grabungen im Jerusalemer Süden mehrere dekorierte Steinkapitelle aus der Zeit des ersten Tempels gefunden. Der Fundort und die dekorative Gestaltung der Steinplatten spreche dafür, dass sie zu einem Palast gehörten, erklärte der Jerusalemer Bezirksleiter der israelischen Antikenbehörde, Jakob Billig. Gefunden wurden die drei mittelgroßen Kapitelle sowie weitere architektonische Dekorelemente in der Nähe von Ruinen einer herrschaftlichen Struktur. Während das ganze Areal von Zerstörung geprägt sei, hätten die Kalksteine in außergewöhnlichem Erhaltungszustand übereinandergestapelt unter der Erde gelegen, so Billig.

Neues Magazin der jüdischen Gemeinden in Westfalen

Der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe gibt ein neues Magazin heraus. Das "Jüdische Echo Westfalen" soll die Kommunikation und den Kontakt unter den 6.000 Mitgliedern der zehn jüdischen Gemeinden im Ruhrgebiet und Westfalen stärken, wie die "Jüdische Allgemeine" berichtete. Das in der Regel 60-seitige Heft werde zunächst vier Mal im Jahr in einer Auflage von 4.000 Exemplaren herausgegeben. Langfristig seien jährlich sechs Ausgaben geplant. Das "Echo" erscheint zweisprachig auf Deutsch und Russisch, wie es hieß.

Kohl-Biograf muss Witwe Auskunft geben

Der Bundesgerichtshof hat der Witwe von Altbundeskanzler Helmut Kohl, Maike Kohl-Richter, im Dauerstreit um die sogenannten Kohl-Tonbänder den Weg für Schadenersatz eröffnet. Wie die Karlsruher Richter entschieden, hat Kohl-Richter Anspruch auf Auskunft über Kopien von Tonbandaufnahmen, die der Ghostwriter Heribert Schwan zu Gesprächen mit dem Altbundeskanzler angefertigt hatte. Für die Witwe ist es ein Etappensieg. Das letztinstanzliche Urteil des BGH bringt sie ihrem Ziel näher, alle Kopien aus den Gesprächen des Altkanzlers mit seinem ehemaligen Ghostwriter ausgehändigt zu bekommen. Es geht um 200 Tonbänder mit über 600 Stunden Gesprächsdauer, die der Journalist und Historiker Heribert Schwan 2001/2002 in Kohls Haus in Ludwigshafen aufgezeichnet und vervielfältigt hat.

Bühnenschriftsteller fordern Corona-Hilfen

Deutsche Bühnen-Schriftsteller haben in einem offenen Brief in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" um Hilfe gebeten. Ihre Arbeit sei für die Theater unverzichtbar, jedoch fielen sie bei den Corona-Hilfen durch alle Raster der Hilfsangebote. Verfasser des Briefes sind der Dramatiker Kristof Magnusson, die Autorin Ingeborg von Zadow und der Regisseur Ulrich Hub. Bezahlt würden die Bühnenautoren nach Publikumserfolg - seit die Theater Mitte März geschlossen worden seien, seien deshalb die Tantiemen der Autoren gegen Null gegangen. Darum fordern die Verfasser einen Bundesfonds für Bühnenautoren, aus dem eine Aufstockung der Tantiemen für die Zeit der Besucherbeschränkungen finanziert werden könne.

Auch Art Basel Miami Beach abgesagt

Nach der Absage der Kunstmesse Art Basel wird nun auch deren Ableger in Miami wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr nicht stattfinden. Die eigentlich für Dezember in der Metropole im US-Ostküstenstaat Florida geplante Messe müsse abgesagt werden, teilten die Veranstalter mit. Grund dafür seien unter anderem die anhaltenden Behinderungen des internationalen Reiseverkehrs. Im Dezember 2021 solle die Messe wieder stattfinden. Zuvor war bereits die Art Basel zunächst von Juni auf September verschoben und dann ganz gestrichen worden. Auch ihr Ableger in Hongkong musste in diesem Jahr ausfallen. Die Art Basel gehört mit ihren Ablegern zu den wichtigsten Kunstmessen der Welt.

Zweifel am Alter der Himmelsscheibe von Nebra

Wissenschaftler haben das Alter der Himmelsscheibe von Nebra angezweifelt. Archäologen der Ludwig-Maximilians-Universität München und Historiker der Goethe-Universität in Frankfurt am Main haben nach eigenen Angaben erneut die verschiedensten Daten zur Rekonstruktion von Fundort und Begleitumständen analysiert. Sie halten die Scheibe für echt, aber 1000 Jahre jünger als bisher angenommen. Dagegen stammten die mit der Scheibe sichergestellten Bronzestücke nach ihren Angaben tatsächlich aus der Bronzezeit und seien etwa 3600 Jahre alt. Die Himmelsscheibe ist die älteste konkrete Himmelsabbildung der Welt. Sie wurde 1999 von zwei Raubgräbern nahe Nebra entdeckt. Erst 2002 konnte der Schatz bei einer fingierten Verkaufsaktion in Basel sichergestellt werden.

Die 77. Filmfestspiele von Venedig sind eröffnet

Mit einem Appell an den Zusammenhalt der Filmbranche sind am Abend in Venedig die 77. Filmfestspiele eröffnet worden. Festivalleiter Alberto Barbera rief seine Kolleginnen und Kollegen auf, zusammenzuarbeiten und zu teilen, um die Corona-Krise zu überwinden. Jurypräsidentin Cate Blanchett sprach ebenfalls von "Unterstützung und Solidarität" für die Branche. Am 12. September wird die Oscarpreisträgerin die Preise des Wettbewerbs vergeben. Am Abend wurde die britische Schauspielerin Tilda Swinton mit dem Ehrenlöwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Den Wettbewerb eröffnete das italienische Ehedrama "Lacci" von Daniele Luchetti. Zur Premiere kamen auch die Jurymitglieder wie der US-Schauspieler Matt Dillon und der deutsche Regisseur Christian Petzold.

"Rule Britannia" wird bei "Proms" doch gesungen

Nach heftiger Kritik will der britische öffentlich-rechtliche TV-Sender BBC nun doch das Singen patriotischer Hymnen bei dem Musik-Festival "Last Night of the Proms" erlauben. Eine ausgewählte Gruppe von BBC-Sängern werde die beiden Lieder "Rule Britannia!" (Herrsche, Britannien!) und "Land of Hope and Glory" (Land der Hoffnung und Herrlichkeit) singen, teilte die BBC mit. Zuvor wollte der Sender wegen der Bezüge zur Kolonialzeit und Sklaverei nur Orchester-Versionen ohne Gesang zulassen. Die Veranstalter hatten befürchtet, dass die Hymnen nach den Anti-Rassismus-Protesten der vergangenen Monate unpassend wären. Konservative Stimmen sagten hingegen, die Hymnen sollten bei den "Proms" aufgeführt werden, um zu zeigen, dass Großbritannien seine Geschichte anerkenne.

Durchsuchungen in Berlin wegen Juwelenraubes

In Berlin sind im Zusammenhang mit dem Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden Geschäftsräume und eine Wohnung durchsucht worden. Nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft soll der Mann, dessen Wohnung durchsucht wurde, den Tätern SIM-Karten verkauft oder diese zum Vertrieb an ein Internetcafé weitergegeben haben. Demnach vertreibt der Mann auf fiktive Personalien registrierte SIM-Karten für Mobiltelefone. Die fraglichen Karten seien während der Vorbereitung des Diebstahls und bei der Tatausführung für Absprachen zwischen den Tätern genutzt worden. Inwieweit der Mann den Verwendungszweck der SIM-Karten kannte, ist laut Staatsanwaltschaft unklar. Ende November 2019 waren Einbrecher durch ein Fenster in das Grüne Gewölbe im Residenzschloss der sächsischen Hauptstadt eingedrungen. Binnen Minuten stahlen sie aus einer Ausstellungsvitrine historischen Juwelenschmuck von großem Wert. Anschließend flohen sie mit einem Auto.

Preis "Opus Klassik" geht an Mutter und Kaufmann

Anne-Sophie Mutter und Jonas Kaufmann gehören zu den Gewinnern des diesjährigen "Opus Klassik". Mutter wird als "Instrumentalistin des Jahres" geehrt, Kaufmann für sein Album "Wien" in der Kategorie "Klassik ohne Grenzen". Weitere Preisträger sind die Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla, der Tenor Daniel Behle sowie die Sopranistin Diana Damrau. Die Mezzosopranistin Elina Garanca und die Sopranistin Marlis Petersen werden als beste Sängerinnen geehrt, der Pianist Igor Levit bekommt für die Einspielung aller Beethoven-Klaviersonaten den Preis für den "Bestseller des Jahres". Die Preisträger in 25 Kategorien seien von einer neunköpfigen Jury ausgewählt worden, teilte der Verein zur Förderung der Klassischen Musik mit. Die Verleihung am 18. Oktober im Konzerthaus Berlin wird vom ZDF am selben Tag ausgestrahlt.

Museum gibt mumifizierte Köpfe an Neuseeland zurück

Das Berliner Ethnologische Museum gibt zwei mumifizierte Köpfe an Neuseeland zurück. Das Nationalmuseum Te Papa Tongarewa in Wellington hatte die Rückgabe der im Gesicht tätowierten Maori-Männerköpfe (Toi moko) verlangt, teilte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit. Die Köpfe befanden sich jeweils seit 1879 und 1905 in den Sammlungen des Ethnologischen Museums in Berlin. Tätowierte Maori-Köpfe waren im 19. Jahrhundert während der Kolonialzeit begehrte Sammler-Objekte. Wegen die großen Nachfrage in Europa wurden auch Sklaven und Kriegsgefangene tätowiert und getötet. Seit 2003 hat das Nationalmuseum den Auftrag, menschliche Überreste der Maori nach Neuseeland zurückzuführen.

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