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Kulturnachrichten

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Anschlags-Video aus Halle soll nicht verbreitet werden

Große Unternehmen haben nur Stunden nach dem Anschlag auf die Synagoge in Halle das Live-Video der Tat von ihren Plattformen gelöscht. Man stehe in engem Kontakt miteinander und bleibe entschlossen, die Online-Verbreitung von gewalttätigen und extremistischen Inhalten zu stören, erklärte die Gruppe "Global Internet Forum to Counter Terrorism" in den USA. Zu den Mitgliedern gehören Facebook, Google, Microsoft und Twitter. Um die Videos automatisch zu entfernen, wird die sogenannte "Hashing"-Technologie angewendet. Diese wurde nach dem Anschlag in Christchurch in Neuseeland im März diesen Jahres entwickelt. Der Attentäter von Halle hatte sein Live-Video von der Tat in Echtzeit im Internet verbreitet.

Literaturnobelpreis für Handke und Tokarczuk

Der Literaturnobelpreis 2019 geht an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke. Das teilte die Schwedische Akademie in Stockholm mit. Die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk erhält den nachgeholten Literaturnobelpreis für das Jahr 2018. Die Preisvergabe war im vergangenen Jahr wegen eines Skandals bei der Akademie ausgefallen. Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen zeigte sich sehr erfreut über die Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Peter Handke. Er lobte dessen "behutsamen Blick auf das Fühlen und Denken seiner Figuren" und seinen "schnörkellosen und einzigartigen Ton." "Wir haben Peter Handke viel zu verdanken. Ich hoffe, er weiß das.", schrieb Van der Bellen auf Twitter. Auch der Verlag Gallimard hat auf die Vergabe des Literatur-Nobelpreises an den österreichischen Schriftsteller mit großer Begeisterung reagiert. Der Pariser Verlag hat mehr als zehn Bücher von Handke veröffentlicht. Der Literaturkritiker Denis Scheck hat die Vergabe der Nobelpreise an den österreichischen Schriftsteller Peter Handke und die polnische Autorin Olga Tokarczuk begrüßt. Es sei ein großer Tag für die Literatur, sagte der Fernsehkritiker der Deutschen Presse-Agentur.
Es sei eine sehr mutige Entscheidung. Er bezeichnete Handke als einen der großen Provokateure - er beweise, dass man sich politisch total verlaufen und gleichzeitig Weltliteratur schreiben könne. Der Schriftsteller war für seine Haltung im Balkan-Konflikt heftig kritisiert worden. Er stand auf der Seite Serbiens, verurteilte die Nato für ihre Luftschläge und hielt 2006 bei der Beerdigung des jugoslawischen Ex-Diktators Slobodan Milosevic eine Rede. Auch der Schweizer Autor und Büchner-Preisträger Adolf Muschg begrüßt die Vergabe des Literaturnobelpreises 2019 an Peter Handke. Er rechne es dem Nobelpreiskomitee hoch an, dass Handkes Literatur gewürdigt und seine politische Haltung in den Hintergrund gerückt wurden, sagte Muschg dem Schweizer Radio SRF1. Das Zeichen, welches die Juroren damit setzten, habe ihn sehr gefreut. Polens Kulturminister Piotr Glinski wertete die Auszeichnung für Olga Tokarczuk als Erfolg für sein Land. Der Preis sei ein klarer Beweis dafür, dass die polnische Kultur auf der ganzen Welt geschätzt werde, schrieb Glinski beim Kurznachrichtendienst Twitter. Der polnische Präsident Andrzej Duda schrieb, es sei "ein großer Tag für die polnische Literatur". Der polnische Politiker und EU-Ratspräsident Donald Tusk bezeichnete sich in seiner Twitter-Gratulation "als treuen Leser". "Welche Freude und welcher Stolz!» schrieb er.

Peking kündigt Städtepartnerschaft mit Prag

Peking hat die Städtepartnerschaft mit Prag gekündigt. Grund ist eine Klausel im entsprechenden Vertrag, in dem die Ein-China-Politik der chinesischen Regierung anerkannt wird. Der aktuelle Magistrat der tschechischen Hauptstadt wollte diesen Passus streichen. Das lehnte Peking ab und reagierte pikiert. Jetzt beschloss die chinesische Hauptstadt, die Städtepartnerschaft nach knapp vier Jahren zu kündigen. Peking kam damit Prag zuvor. Die Stadt hatte ihrerseits beschlossen, die Städtepartnerschaft nicht fortzusetzen.

Premiere: Frauen im Fußballstadion in Teheran

Beim WM-Qualifikationsspiel in Teheran zwischen Gastgeber Iran und Kambodscha haben Frauen zum ersten Mal seit knapp 40 Jahren Zutritt zum Stadion. Knapp .4000 Zuschauerinnen werden im Azadi-Stadion, das Platz für 100.000 Zuschauer bietet, erwartet. Das Kartenkontingent für Frauen war innerhalb kurzer Zeit ausverkauft. Für die Begegnung wurden separate Eingänge, eine eigene Tribüne und Toiletten für Frauen eingerichtet. Die Absperrungen zwischen Männer- und Frauentribünen wurden verstärkt. Der Weltverband FIFA hatte die Aufhebung des geltenden Verbots gefordert und mit dem Ausschluss der Nationalmannschaft von allen Wettbewerben gedroht. Bei nationalen Ligaspielen dürfen Frauen weiter nicht dabei sein. In den vergangenen Jahren hatten sich Frauen als Männer verkleidet, um ins Stadion zu gelangen. Im September hatte der Tod der 30-jährigen Iranerin Sahar Khodayari international für Entsetzen gesorgt, die sich selbst in Brand gesetzt hatte, um einer drohenden Gefängnisstrafe wegen eines Stadionbesuchs zu entgehen.

Berliner Ensemble: Bilanz Bezahlexperiment

Das Berliner Ensemble hat zur Eröffnung seiner zweiten Spielstätte ein Experiment gewagt. Besucher konnten selbst entscheiden, was ihnen die Vorstellung im Neuen Haus wert ist. Nach sieben Abenden im September hat das Theater nun Bilanz gezogen: Zuschauer bezahlten weniger, als ein reguläres Ticket kostet. Nämlich im Durchschnitt 9 Euro, statt zwischen 13 und 29 Euro. An den Abenden seien aber mehr neue Zuschauer dort gewesen - etwa jeder vierte Besucher sei erstmals im Berliner Ensemble gewesen, sagte Intendant Oliver Reese. Eine Fortsetzung des Zahlungsexperiments ist nicht geplant.

Apple entfernt App nach Kritik aus China

Der US-Computerkonzern Apple hat nach Kritik aus China eine App aus seinem Online-Geschäft entfernt, mit der Hongkonger Demonstranten Bewegungsdaten von Polizeieinheiten melden konnten. Sie ermöglichte es Nutzern unter anderem, den Einsatz von Tränengas festzuhalten. Apple ließ die App nach eigenen Angaben fallen, weil sie eingesetzt worden sei, "um Polizisten ins Visier zu nehmen und sie in den Hinterhalt zu locken". Dies habe die öffentliche Sicherheit bedroht sowie gegen örtliche Gesetze und Apples Richtlinien verstoßen. Nach den USA ist Festlandchina Apples zweitgrößter Markt. Irgendwann werde die Volksrepublik die Nummer eins sein, sagte Konzernchef Tim Cook zuletzt. Auch für China hat der Konzern eine große Bedeutung: Die meisten iPhones und Tablet-Computer Apples werden in chinesischen Fabriken zusammengesetzt. In der Sonderverwaltungszone Hongkong protestieren Demonstranten seit Monaten für demokratische Reformen. Regelmäßig kommt es dabei zu Gewalt zwischen Protestierenden und Polizei.

Offener Brief gegen türkische Offensive in Syrien

Künstler, Autoren und Politiker der Linken und der Grünen fordern in einem Offenen Brief den sofortigen Stopp der türkischen Militär-Offensive in Nordsyrien. Sie fordern unter anderem den Rückzug der Armee, ein Ende des Exports von Kriegswaffen in die Türkei und eine friedliche Lösung des Syrien-Krieges. Initiiert wurde der Brief von der Gewinnerin des Bachmann-Publikumspreises 2019, Ronya Othmann. Unterschrieben haben den Brief unter anderem die Politiker Cem Özdemir, Ricarda Lang und Volker Beck, Autoren und Künstler wie Sibylle Berg, Margarete Stokowski und Josef Haslinger sowie die Journalisten Jakob Augstein und Fabian Wolff. Die Türkei hatte am Mittwochnachmittag mit der angekündigten Offensive in Nordsyrien begonnen. Am Donnerstag wird sich der UN-Sicherheitsrat damit befassen.

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