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Fazit / Archiv | Beitrag vom 26.07.2018

Anna Boghiguian im Museum der Moderne SalzburgInstallationen wie begehbare Bücher

Sabine Breitwieser im Gespräch mit Sigrid Brinkmann

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Anna Boghiguian mit "A Play to Play", 2013 (Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar)
Anna Boghiguian mit "A Play to Play", 2013 (Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar)

Die ägyptisch-kanadische Künstlerin armenischer Herkunft Anna Boghiguian beschäftigt sich mit aktuellen politischen Themen wie Welthandel und Migration, aber auch mit den Nachwirkungen des Kolonialismus. Ihre Werke sind nun in Salzburg zu sehen.

Kuratiert wurde die Schau von Sabine Breitwieser, die im Deutschlandfunk Kultur erklärt, mit der Ausstellung wolle sie die Aktualität Boghiguians zeigen. Da Breitwieser sich zudem für Salzburg vorgenommen habe, besonders Frauen ins Zentrum zu rücken - der neuen Perspektiven wegen, wie sie sagt – sei das Werk von Boghiguian passend - einer Künstlerin mit armenischem Ursprung, die in einer produktiven Diaspora lebe und als Nomadin ständig unterwegs, sowie unerschrocken und unkonventionell wie ihr eigenes Werk sei.

Anna Boghiguian: Trade + Birds, 2018 (Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar)Anna Boghiguian: Trade + Birds, 2018 (Museum der Moderne Salzburg, Foto: Rainer Iglar)

Boghiguians Kunst stehe für Aktualität, insbesondere ihre neue Arbeit, die den Titel "Birds and Trade" trägt, sei hier besonders zu nennen, so Breitwieser weiter. Dabei beziehe sich Boghiguian auf aktuelle politische Debatten des Welthandels und der Migration: Auf der einen Seite seien Vögel einmal zu Fuß und einmal fliegend und auf der anderen Seite die Auswirkungen des Handels zu sehen.

Händler seien nur an eigenen Interessen orientiert und nicht an denen der Welt. Boghiguian stelle also die Natur der freien Vögel dem darwinistischen Prinzip, wie die Welt durch Handel regiert werde, gegenüber. Auch beschäftige sie sich mit Fragen des Kolonialismus. Sie rolle aktuelle Fragen historisch auf und verankere sie in der Gegenwart, erklärt Breitwieser.

Anna Boghiguian: The Salt Traders, 2015. Ausstellungsansicht 14. Istanbul Biennale 2015. Gesamtdimension variabel.  (Sammlung Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Turin. Foto: Sahir Uğur Eren)Anna Boghiguian: The Salt Traders, 2015. Ausstellungsansicht 14. Istanbul Biennale 2015. (Sammlung Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Turin. Foto: Sahir Uğur Eren)

"Sie ist eine Geschichtenerzählerin", sagt Breitwieser. Dass Boghiguian insgesamt vier Studien abgeschlossen habe, komme ihr dabei zugute: Wirtschaft und Politikwissenschaft in Kairo und Kunst und Musik in Kanada. Zu Beginn ihres künstlerischen Wirkens habe sie aufgrund ihres nomadischen Lebens noch originale Künstlerbücher produziert, heute präsentiere sie ihre jüngsten raumfüllenden Installationen wie begehbare Bücher.

"Wir wählen unsere Wege durch ihre Arbeiten selbst. Diese Komponenten ihrer Installationen erschließen sich uns individuell", erläutert Sabine Breitwieser.

An Incident in the Life of a Philosopher, 2017. Collage, Wasserfarbe und Bleistift auf Papier. Anna Boghiguian, Kairo. (Courtesy die Künstlerin und Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Turin)An Incident in the Life of a Philosopher, 2017. Collage, Wasserfarbe und Bleistift auf Papier. Anna Boghiguian, Kairo. (Courtesy die Künstlerin und Castello di Rivoli Museo d’Arte Contemporanea, Rivoli-Turin)

Die Ausstellung "Anna Boghiguian" ist noch bis zum 11.November 2018 im Museum der Moderne Salzburg / Rupertinum zu sehen.

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