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Freitag, 14.12.2018
 
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Kulturnachrichten

Donnerstag, 8. Juni 2017

Anja-Niedringhaus-Preis für Stephanie Sinclair

Mut im Fotojournalismus geehrt

Die US-Fotojournalistin Stephanie Sinclair (44) erhält den Preis für Mut im Fotojournalismus. Die in New York lebende Sinclair dokumentiert in ihrer Arbeit Schicksale von Frauen, die unter grausamen Praktiken wie Genitalverstümmelung und Säureangriffen leiden. Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählt die Serie "Zu jung zum Heiraten" über erzwungene Kinderehen weltweit. Der nach der in Afghanistan getöteten deutschen AP-Fotografin Anja Niedringhaus benannte Preis wurde erstmals 2015 verliehen. Er geht jeweils an eine Fotografin, deren Leben und Arbeit das Vermächtnis Niedringhaus' hochhält.

Ayrilmaz: "Optimale konservatorische Bedingungen"

Neues Haus für Restauratoren in Potsdam eröffnet

Mit dem Wissenschafts- und Restaurierungszentrum in Potsdam schafft die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg einen optimalen Ort für Restaurierung preußischer Kunstschätze. "Es ist für uns ein Quantensprung, dass man die Sachen, die zusammengehören auch zusammenführt, dort auch Synergien und optimale konservatorische Bedingungen schafft und letzten Endes unser Kerngeschäft - die Erforschung unserer Bestände - auch zeitgemäß durchführen kann", sagte Ayhan Ayrilmaz, leitender Architekt der Stiftung, dem Deutschlandfunk Kultur. Er hat den Bau des Zentrums im Wesentlichen verantwortet. Die Restaurierungswerkstätten und die Fachleute würden an einem Ort gebündelt, was "bessere und schnellere Ergebnisse" ermögliche. "Wir alle arbeiten an ähnlichen oder an identischen Objekten", sagte Ayrilmaz. Bis jetzt waren die Archive, Labore und die wissenschaftliche Bibliothek an verschiedenen Orten zerstreut. Der neue Gebäudekomplex auf dem früheren Gelände des Hans Otto Theaters mit rund 10 000 Quadratmetern sei jetzt "maßgeschneidert auf die jeweiligen Bedürfnisse ausgestattet", wie der Brandschutz oder "die optimalen Lichtverhältnisse, die in den historischen Gebäuden gar nicht so möglich waren". Die Baukosten für das Projekt beliefen sich auf rund 31 Millionen Euro.

Stefan Raue wird neuer Deutschlandradio-Intendant

Er tritt die Nachfolge von Willi Steul an

Der Hörfunkrat des Deutschlandradios wählte Stefan Raue heute in Köln zum neuen Intendanten. Er wird damit Nachfolger von Willi Steul, der im November vergangenen Jahres angekündigt hatte, vorzeitig seinen Posten abzugeben. Der gebürtige Wuppertaler Raue war von 1987 bis 1990 Reporter beim Westdeutschen Rundfunk. Anschließend arbeitete er als Politikredakteur und Chef vom Dienst bei RIAS-TV, bevor er 1992 zum Fernsehen der Deutschen Welle wechselte. Ab 1995 war Raue in verschiedenen Positionen beim ZDF tätig, unter anderem als stellvertretender Leiter der "heute"-Redaktion. Zusätzlich war er seit 1999 stellvertretender Hauptredaktionsleiter im Bereich Politik und Zeitgeschehen des ZDF. Seit 2011 ist er Chefredakteur beim MDR in Leipzig. Das Deutschlandradio veranstaltet die drei Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova.

Online-Geschäft stärkt Buchhändler

Verkäufe über das Internet legten 2016 deutlich zu

Der Online-Handel mit Büchern hat im vergangenen Jahr der Branche in Deutschland kräftig den Rücken gestärkt. Das stationäre Geschäft 2016 ging zwar erneut um 0,8 Prozent zurück, dafür legte der Internetverkauf um 5,3 Prozent zu. Der Buchhandel sei bei seinen Vertriebswegen breit aufgestellt und das mache sich bemerkbar. So der Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Inzwischen werde das Online-Geschäft als Chance begriffen, sagte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis. Insgesamt setzte die Branche 2016 mit knapp 9,3 Milliarden Euro rund ein Prozent mehr als im Vorjahr um. Auf den Internetbuchhandel entfielen 1,69 Milliarden. Der Umsatz im Sortimentsbuchhandel lag bei 4,39 Milliarden. Den Rest des Erlöses machten unter anderem Verlage mit Direktverkäufen (1,94 Milliarden Euro), der klassische Versandbuchhandel per Katalog (0,16 Milliarden) oder Warenhäuser (0,13 Milliarden). Mehr als zwei Drittel aller Buchhandlungen verkaufen nach Darstellung des Branchenverbands mittlerweile ihre Bücher zusätzlich auch online. Dennoch müsste der Einzelhandel aktiv werden und das Einkaufen vor Ort attraktiver machen. Der Vorsteher des Börsenvereins, Heinrich Riethmüller, forderte die Städte und Gemeinden auf, dazu "lebendige Innenstädte zu erhalten oder Einkaufsorte wieder neu zu beleben".

Filme zur "Wurfsendung" zum ersten Mal ausgezeichnet

Kurzfilmwettbewerb "Ton sucht Bild" beendet

Die Preisträger im Kurzfilmwettbewerb "Ton sucht Bild" von Deutschlandfunk Kultur stehen fest. Das bundesweite Kulturhörprogramm hatte zusammen mit dem 33. Internationalen KurzFilmFestival Hamburg dazu aufgerufen, das ultrakurze Hörspielformat "Wurfsendung" zu bebildern. Den ersten Platz hat Jos Diegel gewonnen. Er verfilmte das Minihörspiel "Exoplanetarier Erstkommunikation" von Frieder Butzmann. Entstanden seien keine Tonspurtransfers, sondern medienbewusste und handwerklich gelungene Kürzestfilme, die nicht bei einer Idee stehen blieben, sondern sich über die Kürze der Zeit nach und nach entfalteten, meinte die Jury. "Hier findet keine 1:1 Bebilderung der 'Wurfsendung' statt, sondern es wird eine ganz eigene Bildsprache gewählt. Mal abstrakt, mal realistisch", heißt es über die drei Gewinnerfilme. Wurfsendungen sind kleine Hörstücke von maximal 45 Sekunden Länge im Programm von Deutschlandfunk Kultur. Sie laufen seit 2004 im Radio - mehrmals täglich ohne festen Sendeplatz zwischen Interviews, Musik und Berichten. Sie werden ins Programm "geworfen" und überraschen den Zuhörer, sie bringen zum Lachen, irritieren, regen zum Nachdenken an. Die Gewinnerbeiträge und weitere acht ausgesuchte Filme sind am 10. Juni um 17.00 Uhr im Hamburger Festivalclub zu sehen.

Roma Institut für Kunst und Kultur in Berlin eröffnet

Förderer ist unter anderen das Auswärtige Amt

In Berlin ist das Europäische Roma Institut für Kunst und Kultur (ERIAC) eröffnet worden. Michael Roth (SPD), Staatsminister im Auswärtigen Amt, betonte bei der Eröffnung, dass Roma als größte Minderheit Europas weiterhin in vielen europäischen Ländern unter Diskriminierung litten. "Was wir dringend brauchen, sind positive, gelungene Beispiele der Integration", betonte Roth. Kultur und Kunst könnten hier als wichtige Brückenbauer fungieren. Der Generalsekretär des Europarates, Thorbjorn Jagland betonte, dass das Institut ein wichtiger Ort werde , um diese Kultur europaweit zu stärken. Nach Angaben des Direktors der Open Society Roma Initiative, Zeljko Jovanovic, plant das Institut Partnerschaften mit Ministerien und Kultureinrichtungen in ganz Europa. Finanziert wird die unabhängig arbeitende Kultureinrichtung maßgeblich durch die Open Society Stiftung des amerikanischen Milliardärs und Investors George Soros. Weitere Förderer sind das Auswärtige Amt und der Europarat.

documenta 14: Der Club der toten Künstler

Scheinhinrichtung als Performance verstört

Die documenta gilt als Gradmesser für neue Tendenzen in der zeitgenössischen Kunst. Bei der documenta 14 in Kassel und Athen sind mehr als 230 Künstlernamen gelistet. Allerdings sind mehr als 60 von ihnen bereits tot. Zwischen 30 und 40 Jahre alt sind nur etwa ein Dutzend Künstler. Dieser Altersgruppe gehört die für ihre drastischen Aktionen bekannte Performerin Regina José Galindo aus Guatemala an. Ihre Scheinhinrichtung mit Plastik-Maschinengewehren gehört zu den provokativsten Performances der documenta 14. Die 42-jährige Galindo stellt sich in eine weiße fensterlose Kammer, an deren Ecken aus vier Schießscharten die Mündungen der Waffen ragen. Besucher können auf die Künstlerin zielen. Mit dieser Aktion, "El Objectivo" (Das Ziel) genannt, geht sie den Mechanismen der Gewalt in der Gesellschaft nach. Der wohl jüngste documenta-Teilnehmer ist im engen Sinne kein Künstler, sondern ein griechischer Rapper mit ghanaischen Wurzeln: der 1991 in Athen geborene Negros Tou Moria. Eine der wenigen weltbekannten Namen bei der documenta ist Yoko Ono, die inzwischen 84 Jahre alt ist.

Whitney Museum zeigt bewegte Calder-Mobiles

Normalerweise sind sie zum Schutz der Werke nur statisch zu sehen

Die berühmten Mobiles des US-Künstlers Alexander Calder (1898-1976) kommen dank des New Yorker Whitney Museums wieder in Bewegung. Ab Freitag zeigt das Museum im Süden Manhattans mehr als ein Dutzend der fragilen bunten Stücke, die dann mehrmals täglich von Museumsmitarbeitern händisch zum Schaukeln gebracht werden. "Man muss verstehen, wie die Werke konstruiert sind, wo die guten Stellen zum Anstoßen sind und wo man nicht anstoßen darf. Man muss die Balance der Werke verstehen", so ein Museumstechniker bei einer Vorbesichtigung, während er mit einer Art gigantischem Wattestäbchen ein von der Decke hängendes Mobile zum Schaukeln brachte. Alexander Rower, Chef der Calder-Stiftung und Enkel des Künstlers sagte, die Ausstellung sei "außergewöhnlich, denn sie schafft etwas, was bisher keine Schau geschafft hat, außer vielleicht zu Lebzeiten meines Großvaters: Sie zeigt die Werke echt". Calder gilt als einer der bedeutendsten US-Künstler des vergangenen Jahrhunderts. Um die Kunstwerke zu schützen, werden seine Werke heutzutage normalerweise meist statisch gezeigt.

Freibier zur Comey-Anhörung in US-Bars

Auch "Impeachmint"-Cocktails werden angeboten

Für amerikanische Kneipen und Bars könnte die Senatsanhörung des Ex-FBI-Chefs James Comey ein Großereignis wie das Football-Endspiel Super Bowl und die Oscar-Verleihung werden. Landesweit locken sie mit Cocktail-Angeboten wie Fünf-Dollar-Wodka und "Impeachmint" - eine Anspielung auf "impeachment", einem Amtsenthebungsverfahren - oder einem Freigetränk bei jedem Tweet, mit dem Präsident Donald Trump die Anhörung kommentiert. Auf der Karte der speziellen Gerichte gibt es für zehn Dollar "FBI". Das steht hier für French Toast (mit Ei und Milch getränkte, gebratene Toastscheiben), Bacon (Schinkenspeck) und Ice Cream (Eis). In San Francisco öffnen viele Kneipen schon um 6.00 Uhr Ortszeit, damit die Gäste dort die Anhörung im Fernsehen verfolgen können.

Kommission zu Diskriminierung von Sinti und Roma

Auswärtiges Amt wirft Unionsfraktion Blockade vor

Das Auswärtige Amt wirft der Unionsfraktion vor, eine geplante Expertenkommission des Bundestages zu blockieren, die die Diskriminierung von Sinti und Roma aufarbeiten soll. Leider habe er den Eindruck, dass es auf Seiten der Unionsfraktion Vorbehalte gebe, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth, der "Rheinischen Post". Der SPD-Politiker und der Beauftragte der Bundesregierung für nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, sowie die SPD-Fraktion befürworten demnach die Einsetzung eines Expertengremiums. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden Sinti und Roma systematisch verfolgt und ermordet. Nach wie vor werden sie immer wieder zum Ziel rassistischer Angriffe.

Sorge wegen Prozess gegen Türkei-Experten

"Türkische Justiz will Exempel statuieren"

Die Organisation "Reporter ohne Grenzen" ist besorgt über den Prozess gegen ihren Türkei-Experten, Erol Önderoglu. Geschäftsführer Christian Mihr sagte in Istanbul, er befürchte, dass die türkische Justiz ein "Exempel statuieren wolle".
Gerade in Fällen mit viel internationaler Aufmerksamkeit werde das "offenbar versucht". Die türkische Seite habe keine Hemmungen mehr und suche ganz bewusst Provokation. Önderoglu, dem Autoren Ahmet Nesin und der Vorsitzenden der türkischen Menschenrechtsstiftung, Sebnem Korur Fincanci drohen wegen des Vorwurfs der Propaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK lange Haftstrafen. Ihre Anwälte erwarten für heute das Abschlussplädoyer der Staatsanwaltschaft.

Unionsfraktionschef Kauder zu Stadtschloss

Auf das Kuppelkreuz zu verzichten wäre "völlig absurd"

Die Befürworter eines Kreuzes auf dem Nachbau des Berliner Stadtschlosses bekommen einen weiteren prominenten Unterstützer: Unionsfraktionschef Volker Kauder sagte der "Passauer Neuen Presse", "die Kuppel trug immer das Kreuz", Darauf zu verzichten wäre "völlig absurd". Aus Sicht des CDU-Politikers ist das Kreuz mittlerweile zu einem "Zeichen der Toleranz" geworden. Dafür stehe auch der Staat. "In Deutschland können Muslime ungehindert ihre Moscheen bauen und ihren Glauben ausüben, solange die Gesetze beachtet werden." Eine Kombination des Kreuzes mit dem Wort "Zweifel" auf dem Gebäude erschließe sich ihm nicht. Dies hatten die drei Gründungsintendanten des künftigen Humboldt Forums vorgeschlagen und zur Begründung auf den Zweifel als Kernelement der preußischen Aufklärung hingewiesen.

Neues Domizil für Restauratoren wird eröffnet

Schlösserstiftung erhält Wissenschaftszentrum in Potsdam

Die Restauratoren der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg haben nun ein eigenes neues Domizil in Potsdam. Heute wird der Gebäudekomplex mit rund 10 000 Quadratmetern auf dem früheren Gelände des Hans Otto Theaters eröffnet. Dabei sind Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch sowie der Generaldirektor der Stiftung, Hartmut Dorgerloh. In dem Objekt finden künftig verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen, Archive und Restaurierungswerkstätten der Stiftung ihren Platz, die bislang verstreut waren. Die Baukosten für das Projekt beliefen sich auf rund 31 Millionen Euro.

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