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Interview / Archiv | Beitrag vom 13.02.2020

Anhörung zum Clubsterben"Unfair, dass man uns in die Schmuddelecke drängt"

Pamela Schobeß im Gespräch mit Ute Welty

Sophie Auster tanzt auf der Bühne des Berliner "Privatclub", während ihre Musiker um sie herum spielen. Die Bühne wird von roten Scheinwerfern angestrahlt. (imago images / Martin Müller)
Berliner Clubs seien Kultureinrichtungen und müssten als solche gefördert werden, sagt Pamela Schobeß von der Berliner Clubcommission. (imago images / Martin Müller)

Clubs und Livemusik-Spielstätten gelten nach dem Baugesetzbuch als "Vergnügungsstätten". Deswegen können sie derzeit nur in bestimmten Gebieten angesiedelt werden. Dagegen wehrt sich Pamela Schobeß von der Clubcommission Berlin.

Viele Clubs bangen um ihre Existenz oder mussten bereits schließen, weil Investoren die Immobilien lukrativer nutzen wollen. Doch wie können Berghain und Co. geschützt werden? Im Bauausschuss des Bundestags gab es dazu in dieser Woche eine Anhörung.

Ein Grundproblem ist, dass Clubs nach dem Baugesetzbuch als Vergnügungsstätten eingestuft werden. Damit sind sie mit Bordellen, Sex-Kinos oder auch Spielhallen gleichgestellt, wie die Fraktion der Grünen in ihrem Antrag Clubkultur erhalten – Clubs als Kulturorte anerkennen feststellt.

Dagegen wehrt sich Pamela Schobeß, Vorsitzende der Clubcommission Berlin und Betreiberin des Gretchen Clubs. In unserem Programm sagte Schobeß: "Wir machen ja ein kuratiertes Musikprogramm und finden das natürlich total unfair, dass man uns in so eine Schmuddelecke drängt, obwohl wir eben Kultur machen."

Kultureinrichtungen wie Theater und Opern

Schobeß sieht die Clubs als Kultureinrichtungen, die wie Theater oder Opernhäuser als Orte mit kulturellem Zweck zu bewerten seien. Diese Aufwertung sei insbesondere städtebaulich wichtig, weil Clubs bisher bisher nur in wenigen Gebietskategorien eröffnen dürfen. Mit einer Aufwertung könnte sich das ändern. Zugleich wünscht sich Schobeß, dass die kulturellen Leistungen der Clubs anerkannt werden.

Früher habe es in Berlin viele Brachen gegeben, wo die Clubs niemanden störten. Heute könne man Clubs mit entsprechenden Schallschutzeinrichtungen an neu entstehenden Bauten auch in dichter besiedelten Gebieten ansiedeln, betont sie.

Wichtig sei es in jedem Fall, dass Clubs in der zukünftigen Stadtplanung berücksichtigt würden. "Ich finde toll, dass das Thema in der Bundespolitik angekommen ist", resümiert Schobeß die Anhörung im Bundestag. Für die Clubs müsse etwas getan werden, damit es nicht langweilig in den Städten und Kommunen werde.

(huc)

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