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Montag, 13.07.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 14. März 2020

Angst vor Insolvenzen in der Schaustellerbranche

In der Schaustellerbranche greift angesichts zahlreicher Absagen von Veranstaltungen wegen der Coronavirus-Epidemie die Furcht vor Pleiten um sich. "Es sind in höchstem Maße Existenzen bedroht. Es wird zu Insolvenzen kommen", sagte der Hauptgeschäftsführer beim Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute, Werner Hammerschmidt, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Nach der Winterpause hätten jetzt die ersten Jahrmärkte und anderes angestanden, die nun fast flächendeckend abgesagt würden. Schausteller hätten keine alternativen Einnahmequellen. "Die Angst geht um in der Branche", sagte Hammerschmidt.

Coronakrise: Berlin verschärft Verbote drastisch

Berlin verbietet wegen der Coronakrise ab sofort alle öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen ab 50 Personen. Das teilte ein Sprecher der Staatskanzlei mit. Kneipen, Bars, Spielhallen und Clubs müssen demnach schließen. Auch Kinos, Theater und Konzerthäuser dürfen nicht mehr öffnen. Ausnahmen gibt es für Restaurants: Gaststätten, in denen vor Ort zubereitetes Essen verabreicht wird, dürfen öffnen, wenn die Tische mindestens einen Abstand von 1,5 Meter voneinander haben. Die Maßnahmen gelten zunächst bis einschließlich 19. April.

Köln verbietet alle Veranstaltungen

Köln verbietet wegen der Coronavirus-Epidemie von Sonntag an alle Veranstaltungen bis einschließlich 10.4.2020. Das gab Stadtdirektor Stephan Keller im Rathaus bekannt. "Dieses Verbot gilt auch für Gottesdienste und sonstige Veranstaltungen von Religionsgemeinschaften." Geschlossen würden auch alle Kinos und Theater und ebenso Discos, Clubs und Bars, die Musik und Tanzveranstaltungen anbieten, sagte Keller. Ausgenommen seien Wochenmärkte, die der Nahversorgung dienten. "Was wir nicht untersagen an dieser Stelle ist der Besuch von Restaurants und Gaststätten, die mit einem Essensangebot auch eine Versorgungsfunktion wahrnehmen", sagte Keller.

Schulschließungen: Schüler befürchten große Nachteile

Die Bundesschülerkonferenz (BSK) befürchtet wegen der anstehenden Schulschließungen große Nachteile für die Schülerinnen und Schüler. "Grundsätzlich empfinden wir den Schritt als richtig", sagte BSK-Sprecher Torben Krauß. Man sähe aber erhebliche Nachteile für die Schüler, besonders für die Abiturienten. Sie hätten kaum eine Chance, den Stoff nachzuholen, zumal es nur wenige Möglichkeiten des digitalen Unterrichts gebe. "Die Bundesschülerkonferenz erwartet schnell umgesetzte Konzepte der Länder, um Schülerinnen und Schüler digitale Lehrangebote zur Überbrückung anbieten zu können", forderte die BSK in einer Mitteilung. Länder mit bereits gut ausgebauten digitalen Lernangeboten könnten die Schüler in der unterrichtsfreien Zeit besser vorbereiten, besonders mit Blick auf die anstehenden zentralen Prüfungen.

Corona: Grundeinkommen für Künstler?

Angesichts zahlreicher Absagen von Veranstaltungen wegen der Corona-Epidemie warnen Politiker und Branchenvertreter im Kulturbereich vor finanziellen Problemen. Die kulturpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion, Simone Barrientos, forderte unterdessen unbürokratische Soforthilfe für freiberufliche Künstler und schlug ein zeitlich begrenztes Bedingungsloses Grundeinkommen in Höhe von 1.500 Euro pro Monat vor. In ihrem Büro träfen seit Tagen Hilferufe aus ganz Deutschland ein. Bisher diskutierte Maßnahmen wie Kurzarbeitergeld greifen für Künstler nicht, da sie meist Freiberufler sind.

Italiener singen an Fenstern und auf Balkonen

Musik hallt durch die menschenleeren Gassen wie bei einem Straßenfest: Angesichts des Coronavirus verabreden sich die Italiener in diesen Tagen an Fenstern und auf Balkonen für gemeinsame Konzerte. Die Menschen folgen Online-Aufrufen, ein Musikinstrument hervorzuholen oder einfach nur gegen die Einsamkeit anzusingen, damit das Land trotz Coronavirus-Ausgangssperre "für ein paar Minuten ein einziges großes Konzert ist". In den vergangen Tagen wurden in den Online-Diensten Facebook, Instagram und Twitter zahlreiche Videos von musizierenden Italienern veröffentlicht. Italien ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land Europas. Bis Freitag wurden mehr als 17.600 Infektionsfälle bestätigt, fast 1300 Menschen starben dort an Covid-19.

Berliner Clubs seit diesem Wochenende geschlossen

Die Ankündigung des Berliner Senats, wegen des Coronavirus ab der kommenden Woche Kneipen und Clubs schließen zu lassen, hat schon an diesem Wochenende für weitgehenden Stillstand der Tanzszene gesorgt. So gut wie alle bekannten Clubs öffneten schon am Freitagabend nicht mehr und wollen dann die nächsten fünf Wochen geschlossen bleiben. Auch viele Kneipen in den Innenstadtbezirken waren deutlich schlechter besucht als üblich. Die Berliner Clubcommission teilte mit, sie stehe in Kontakt mit dem Senat, Banken und Crowdfunding-Anbietern, um einen Rettungsfonds einzurichten. Laut der Clubcommission sind von der Entscheidung, das Berliner Nachtleben bis zum 20. April im Zuge der Coronakrise komplett einzustellen, 9000 Mitarbeiter und zirka 20 000 Künstler betroffen.

VBE: "Fehlende Digitalisierung rächt sich jetzt"

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) kritisiert angesichts der bevorstehenden Schulschließungen in Deutschland Versäumnisse in der deutschen Bildungspolitik. "Jetzt rächt sich, dass sich in Deutschland bei der Digitalisierung der Schulen so lange nichts richtig bewegt hat", sagte der Verbandsvorsitzende Udo Beckmann der Deutschen Presse-Agentur. In einem Land wie Litauen beispielsweise, das zu den Vorreitern der digitalen Bildung gehöre, wäre in einer solchen Situation flächendeckender Unterricht viel wahrscheinlicher digital über das Netz möglich. Nach den angekündigten Schulschließungen wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus erwartet der VBE klare Vorgaben von den Bildungsministerien der Länder zum weiteren Vorgehen.

Moderner Tanz für Unesco-Kulturerbeliste nominiert

Deutschland hat den modernen und zeitgenössischen Tanz für die weltweite Unesco-Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit nominiert. Gemeinsam mit anderen Ländern seien zudem die Flößerei und die manuelle Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas nominiert worden, teilte die deutschen Unesco-Kommission in Bonn mit. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken. Außerdem seien sieben Kulturformen neu ins bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden, hieß es. Dazu zählen das handwerkliche Bierbrauen, die deutsche Friedhofskultur und die Verwendung und Weitergabe der Braille-Schrift für Blinde in Deutschland.

Animations- und Trickfilmfestivals in Stuttgart abgesagt

Wegen der Coronavirus-Pandemie sind das Internationale Trickfilmfestival, die Animation Production Days und die FMX in diesem Jahr abgesagt worden. Das teilten die Veranstalter der Stuttgarter Events mit. Das Trickfilm-Festival sollte ursprünglich vom 5. bis zum 10. Mai stattfinden. Nun soll es eine "digitale Version" der Veranstaltung im selben Zeitraum geben. Wettbewerbsbeiträge sollen unter anderem als Stream abrufbar sein. Für die Animation Production Days - ursprünglich zwischen dem 6. und 8. Mai angedacht - ist von einer solchen digitalen Lösung bisher nichts bekannt. Gleiches gilt für die FMX - Conference on Animation, Effects, Games and Immersive Media. Sie war vom 5. bis zum 8. Mai geplant.

Berliner Philharmoniker: Kostenlose Streams im Netz

Die Berliner Philharmoniker stellen während der Schließung ihres Saals mehr als 600 Konzerte kostenlos als Streams im Internet zur Verfügung. In der "Digital Concert Hall" seien Aufnahmen aus mehr als zehn Jahren abrufbar, darunter 15 Konzerte mit dem neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko, teilte das Orchester mit. Dazu kämen Pausengespräche mit Dirigenten und Solisten und Dokumentationen zur Orchestergeschichte. Mit dem Code BERLINPHIL könnten nach einer Registrierung alle Konzerte und Filme für 30 Tage kostenfrei abgerufen werden. Der späteste Termin zum Einlösen des Codes sei der 31. März 2020. Mit ihrem Stream von der Oper "Carmen" hatte die Staatsoper Unter den Linden am Donnerstag nach eigenen Angaben einen großen Publikumserfolg. Den Livestream in Zusammenarbeit mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg hätten online mehr als 160 000 Zuschauer in der ganzen Welt abgerufen.

Rijeka sagt wegen Corona Veranstaltungen ab

Die Europäische Kulturhauptstadt Rijeka in Kroatien hat wegen der Coronavirus-Pandemie alle bis zum 14. April geplanten Veranstaltungen abgesagt. Ob sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden können, werde später entschieden, teilte das Organisationsbüro des Kulturhauptstadtjahrs mit. Die geschichtsträchtige Stadt an der Adria ist in diesem Jahr zusammen mit dem irischen Galway Europäische Kulturhauptstadt.

Joachim-Ringelnatz-Preis für Hermann van Veen

Der mit 10 000 Euro dotierte Cuxhavener Joachim-Ringelnatz-Preis 2020 geht an den niederländischen Sänger, Schriftsteller und Komponisten Hermann van Veen. Das teilte die Stadt Cuxhaven mit. Van Veen, der an diesem Samstag seinen 75. Geburtstag feiert, engagiert sich in mehreren, teils selbst gegründeten Organisationen für die Rechte von Kindern. Er ist auch Schauspieler, Regisseur und Maler. Die Auszeichnung wird am 7. Juli in Cuxhaven verliehen. "Herman van Veen, dessen Werk ein poetisches Plädoyer für Respekt, Liebe und Toleranz darstellt, der auf der Bühne und in seinen Texten und Liedern die Welt mit Kinderaugen und Clownsnase für Momente 'in ein Tausendschön' verwandelt, ist der Idee des Ringelnatz-Preises und seinem Namensgeber ganz nahe", begründete die Jury ihre Entscheidung.

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