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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.03.2020

Angeblich kleinstes Kino der WeltDurch die Corona-Krise dank Netflix

Johannes Thomsen im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Der kleine Kinoraum ist bestückt mit bunten Sesseln und im typischen Kinorot gestrichen. (Lodderbast)
Das wohl kleinste Kino der Welt, das Lodderbast in Hannover. (Lodderbast)

Keine Zuschauer, keine Einnahmen: Corona gefährdet auch die Existenz der Kinos. Das "Lodderbast" in Hannover, das "kleinste Kino der Welt", stemmt sich dagegen - dank Netflix und Amazon Prime. Wie das geht, erklärt Betreiber Johannes Thomsen.

Knapp 20 Plätze auf knapp 40 Quadratmetern: Das Programmkino "Lodderbast" in Hannover ist nach Eigendarstellung das "kleinste Kino der Welt" – und eines der ersten, das im Zuge der Coronakrise dicht gemacht hat. Es geht nun einen eigenen Weg, um dieser Krise zu trotzen. "Die Leute sollen weiter ein Kinoerlebnis haben", findet Betreiber Johannes Thomsen. Deshalb setzt er auf Streaminganbieter: 

"Wir als kleines Programmkino haben auch keine Angst vor Netflix. Deshalb haben wir ein Netflix-Programm und ein Amazon-Prime-Programm kuratiert. Das heißt, wir haben auf diesen Plattformen nach interessanten, guten Filmen gesucht, die auch genauso gut in unserem Programm hätten laufen können."

Die große Solidarität des Stammpublikums

Vorbehalte mancher Kinobetreiber gegenüber Netflix und Co. findet Thomsen im Sinne eines variantenreichen Kulturbetriebs "absolut unsinnig". Parallel zum Programm bietet das "Lodderbast" laut Thomsen jeden Abend um 22 Uhr eine kleine Talkshow an: "Da treffen wir uns online im Livestream mit verschiedenen Filmemachern, Filmschaffenden und Kulturschaffenden." 

Thomsen, der gemeinsam mit seiner Frau das "Lodderbast" betreibt, kann sich über mangelnde Solidarität des Stammpublikums nicht beklagen. Die meisten Besucher kennt er mit Namen. "Unsere Gäste stehen wie eine Mauer hinter uns", sagt er.  Dennoch: Ob sein Kino diesen Sommer überleben wird, weiß Thomsen noch nicht.

(bth)

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