Seit 01:05 Uhr Tonart

Dienstag, 13.11.2018
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Mittwoch, 15. Januar 2014

Anetta Kahane: Integration als Schutzschild vor Rassismus

Wenn Asylbewerberheime angegriffen werden, dann führen Diskussionen oft nicht weiter.

Das sagte die Vorstandsvorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, im Deutschlandradio Kultur. Sie wünscht sich vielmehr eine "Operation Schutzschild": das heißt, dass Asylbewerber mehr integriert werden. Das Heim in Berlin-Hellersdorf sei dafür ein gutes Beispiel. Die Nachbarn würden zu den Menschen Kontakt aufnehmen und sie mit nach Hause nehmen. Das nachbarschaftliche Leben sei die allerwichtigste Aufgabe. Kahane betonte, - Zitat: "Wenn das passiert, wenn Bürger sich engagieren, dann sehen die ganzen Rassisten und Nazis alt aus."

Die Amadeu-Antonio-Stiftung wurde 1998 gegründet. Nach eigenen Angaben ist es ihr Ziel, eine demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich konsequent gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet.

Suhrkamp-Streit: Barlach will "konstruktive und aktive Aktionärsrolle" übernehmen

In der künftigen Suhrkamp-AG will Hans Barlach eine "konstruktive und aktive Aktionärsrolle" übernehmen.

Das kündigte der Miteigentümer des Verlags nach dem heutigen Urteil des Amtsgerichts in Berlin-Charlottenburg an. Das Gericht hatte den Insolvenzplan von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz bestätigt. Der Plan sieht eine weitgehende Beschneidung der Mitspracherechte Barlachs vor, der mit 39 Prozent an Suhrkamp beteiligt ist. Der Medienunternehmer will möglicherweise noch Beschwerde gegen die heutige Entscheidung einlegen. Dafür hat er zwei Wochen Zeit. Verzichtet Barlach darauf, wird der Insolvenzplan rechtskräftig.

Diebe in London sollen versucht haben, die Asche von Sigmund Freud zu klauen

Bei diesen Dieben hat wohl das Über-Ich geschwächelt.

Die Polizei in London fahndet nach Unbekannten, die versucht haben sollen, die Asche von Sigmund Freud und seiner Frau Martha zu stehlen. Die antike Urne, in der die sterblichen Überreste des Begründers der Psychoanalyse aufbewahrt werde, sei um den Jahreswechsel schwer beschädigt worden, hieß es. Das Gefäß sei jetzt erst einmal an einen sicheren Ort gebracht worden.

Ausbildungspflicht für österreichische Jugendliche

Jugendliche in Österreich müssen in Zukunft bis zu ihrem 19. Geburtstag entweder in die Schule gehen oder eine Ausbildung machen.

Mit dieser Neuregelung will die Regierung in Wien knapp 10.000 Jugendliche erreichen, die nach der neunten Klasse von der Schule abgehen. Wer sich nicht daran hält, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Wenn die Jugendlichen selbst keine Lehrstelle finden, wird ihnen ein vom Staat finanzierter Ausbildungsplatz zugeteilt.

Unicef will Schulprogramme für syrische Kinder ausweiten

Die Kinder in Syrien brauchen nicht nur Wasser, Nahrung und medizinische Hilfe, sondern auch sichere Orte, an denen sie lernen können.

Darauf hat Christian Schneider hingewiesen, Geschäftsführer von Unicef Deutschland. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen will sein Engagement jetzt ausweiten: Unter dem Titel "No Lost Generation" sollen knapp vier Millionen Jungen und Mädchen in Syrien sowie 1,3 Millionen Flüchtlingskinder Zugang zu Schulunterricht bekommen.

Schneider betonte, mehr als drei Millionen Kinder könnten wegen des Bürgerkriegs in Syrien derzeit nicht zur Schule gehen. Jede fünfte Schule in dem Land sei zerstört. Dabei habe Syrien vor Beginn des Konflikts mit 97 Prozent eine der höchsten Einschulungsraten in der gesamten Region gehabt.

Immer mehr chinesische Schüler lassen Hausaufgaben von "Ghostwritern" erledigen

Schultage in China dauern häufig länger als ein normaler Arbeitstag in Deutschland.

Und auch in den Ferien müssen die meisten Kinder Hausaufgaben erledigen. Zumindest die versuchen immer mehr überlastete Schüler nun offenbar zu umgehen. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, geben inzwischen viele von ihnen ihr Taschengeld für "Ghostwriter" aus, um wenigstens in den Ferien etwas mehr Freizeit zu haben. Mittlerweile sei eine ganze Branche um die schulische Dienstleistung entstanden. Im Internet bieten demnach mehrere tausend Agenturen an, gegen Geld die Hausaufgaben für die Schüler zu übernehmen.

Brückenbauer im Sprachenstreit: Belgien bekommt einen "Nationalen Dichter"

Er soll Brücken bauen, vor allem zwischen Flamen und Wallonen.

Belgien hat jetzt einen "Nationalen Dichter". Für die kommenden zwei Jahre wird der flämische Schriftsteller Charles Ducal diese Rolle übernehmen. Seine Aufgabe: Er soll mindestens sechs Gedichte über Belgien schreiben, die jeweils in den drei Landessprachen - Niederländisch, Französisch und Deutsch - veröffentlicht werden.

In zwei Jahren soll dann ein wallonischer Dichter auf Ducal folgen. Auf diese Weise will man den häufigen politischen Auseinandersetzungen zwischen den Sprachgruppen entgegenwirken. - Vorbild für den "Nationalen Dichter" sind nach Angaben der Organisatoren ähnliche Projekte aus den Niederlanden, den USA und dem Alten Rom.

64. Berlinale: Vier deutsche Filme für "Goldenen Bären" nominiert

Vier Filme aus Deutschland haben Chancen auf den Goldenen Bären.

Im Wettbewerb der 64. Berlinale tritt unter anderem Regisseur Dominik Graf mit seiner historischen Liebesgeschichte "Die geliebten Schwestern" an. Seine Kollegin Feo Aldag ist mit dem Drama "Zwischen Welten" nominiert, in dem es um Bundeswehrsoldaten in Afghanistan geht. Regisseur Edward Berger geht mit "Jack" an den Start und Dietrich Brüggemann mit dem Film "Kreuzweg". Die übrigen der 20 ausgewählten Filme kommen aus Argentinien, Norwegen, Österreich, Spanien, China und den USA. Die Internationalen Filmfestspiele in Berlin werden am 6. Februar eröffnet.

Kunstrechtsexperte Rau hält "Welfenschatz" nicht für Raubkunst

Der "Welfenschatz" ist nicht als NS-Raubkunst einzustufen.

Diese Ansicht vertritt der Berliner Kunstrechtsexperte Peter Raue. Im Deutschlandradio Kultur schätzte Raue die Chancen für eine Rückgabe der Sammlung an die Erben jüdischer Kunsthändler als gering ein. Er sagte, deren Verkauf an den Preußischen Staat 1935 sei kein schlechter Deal gewesen. Die Kunsthändler hätten aber infolge der Weltwirtschaftskrise nicht den erhofften Gewinn gemacht.

Seit heute befasst sich eine Kommission unter Vorsitz der früheren Bundesverfassungsrichterin Jutta Limbach mit dem Welfenschatz. Dabei handelt es sich um den Reliquienschatz des Braunschweiger Doms. Er befindet sich zurzeit im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Indischer Publizist Pankaj Mishra erhält Leipziger Buchpreis

Der indische Publizist Pankaj Mishra bekommt dieses Jahr den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung.

Gewürdigt wird vor allem sein im letzten Jahr erschienenes Buch "Aus den Ruinen des Empires. Die Revolte gegen den Westen und der Wiederaufstieg Asiens". Mishra erzähle in seinem Werk aus einer nicht-westlichen Perspektive die Geschichte der asiatischen Auflehnung gegen den Westen, begründet die Jury ihre Entscheidung. Der Literaturpreis wird seit 1994 vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert. Verliehen wird er auf der Leipziger Buchmesse im März.

Marbacher Literaturarchiv übernimmt Akademie-Archiv

Das Marbacher Literaturarchiv wird größer.

Es übernimmt das Archiv der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung als Dauerleihgabe. Die knapp 1.500 Ordner des Akademie-Archivs umfassen unter anderem Schriftwechsel mit Preisträgern des Georg-Büchner-Preises, sowie Dokumente zu Tagungen, Projekten und Publikationsreihen. Der Bestand gebe Aufschluss darüber, wie sich eine kulturelle Institution in den Strukturen der Bundesrepublik demokratisiere, hieß es vom Marbacher Literaturarchiv.

Wasserschaden in der Französischen Nationalbibliothek - 10.000 Bücher beschädigt

In der Französischen Nationalbibliothek hat es einen Wasserschaden gegeben.

Wie die Pariser Bibliothek mitteilte, hat ein Rohrbruch dafür gesorgt, dass Teile der Abteilung für Literatur und Kunst überschwemmt wurden. Schätzungsweise 10.000 bis 12.000 Bücher seien beschädigt worden und müssten getrocknet oder restauriert werden. Zwei Lesesäle habe man vorübergehend geschlossen.

Die Bildungs-Gewerkschaft FSU sieht den Wasserschaden als Folge der Sparmaßnahmen. Verursacht worden sei er durch ein Rohr aus minderwertigem Material, das unter Druck explodiert sei.

Ausstellung mit Hitler-Porträt im Potsdamer Landtag bleibt

Das Präsidium des Brandenburgischen Landtags hat entschieden.

Die umstrittene Ausstellung mit verfremdeten Porträts bleibt. Neben Helmut Schmidt und Franz Kafka werden auch Bilder von Hitler, Goebbels und Stalin im Parlamentsgebäude gezeigt. Die CDU hatte sich dafür ausgesprochen, die 112 Werke des Künstlers Lutz Friedel abzuhängen, konnte sich mit ihrem Anliegen aber nicht durchsetzen. Die Landtagsvizepräsidentin Gerrit Große verteidigte die Ausstellung. Die Abgeordnete der Linksfraktion sagte, durch die Schau finde eine Auseinandersetzung mit Geschichte statt.

Leander Haußmann: Bochum ist Paris des Ruhrgebiets

Bochum ist das Paris des Ruhrgebiets.

Das findet der Regisseur Leander Haußmann, der mehrere Jahre als Intendant am dortigen Schauspielhaus arbeitete. Bochum habe sich zu einer richtigen Lichterstadt entwickelt. Er sagte dem Frauenmagazin "Emotion", der Kampf gegen Unternehmertum und Unterdrückung sei vorbei. Heute verbinde ihn mit der Stadt eine Art Hass-Liebe. Denn obwohl sich Bochum gemausert habe, sei die Stadt langweiliger als in den 90er Jahren.

Haußmann ist mit seinen Filmen "Sonnenallee" und "Herr Lehmann".

Löhrmann: Außerschulische Lernorte für ganzheitliches Lernen nutzen

Der Blick auf ein Soldatenfeld aus dem Ersten Weltkrieg oder ein Besuch in Auschwitz: außerschulische Lernorte dienen Schülern bei ganzheitlichen Lernprozessen.

Das sagte die neue Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann, im Deutschlandradio Kultur. Aus eigener Erfahrung wisse sie, dass solche Besuche Jugendliche wachrütteln könnten. Um diese Wirkung zu erzielen, müsse man aber nicht immer weit reisen. Löhrmann verwies auf vorbildhafte Initiativen wie die "Aktion Stolperstein" oder "Schulen gegen Rassismus". In ihrer Amtszeit als Präsidentin der Kultusministerkonferenz will sie anregen, diese zu bündeln und dafür Empfehlungen zu erarbeiten.

Bericht: NSA zapft Computer auch offline an

Der amerikanische Geheimdienst NSA zapft Computer offenbar auch dann an, wenn sie nicht einmal ans Internet angeschlossen sind.

Nach einem Bericht der "New York Times" werden dabei auch Radiowellen eingesetzt, mit denen man Software über heimlich eingesetzte Bauteile installieren kann. Die Implantate seien von Agenten, Herstellern oder ahnungslosen Nutzern in die Geräte eingebaut worden. Die Zeitung beruft sich neben Dokumenten des Informanten Snowden auch auf Computerexperten und US-Regierungsvertreter. Auf diese Weise würden mindestens 100.000 Geräte sowie private Netzwerke angezapft. Das NSA-Programm trägt demnach den Codenamen "Quantum".

Schriftsteller Gladwell: Twitter wird von Eliten dominiert

Twitter ist ein Elitenphänomen geworden.

Dieser Meinung ist der amerikanische Bestseller-Autor Malcolm Gladwell. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", als Twitter gestartet sei, habe man noch geglaubt, dass es den Machtlosen eine Stimme geben könne. Stattdessen werde die Kommunikationsplattform immer mehr von Eliten und Mächtigen übernommen. Gladwell führte aus, dass er sich mittlerweile auch etwas bei Twitter zurückgenommen habe. Zu Beginn habe er noch versucht, lustige Kurztexte zu schreiben. Seitdem er aber einigen gestandenen Comedy-Autoren folge, habe der damit aufgehört. Er könne mit seinen Tweets einfach nicht mithalten.

Malcolm Gladwells jüngster Roman erschien unter dem Titel "David und Goliath".

Springer offenbar an US-Konzern "Forbes" interessiert

Springer zieht es offenbar in die USA.

Das "Wall Street Journal berichtet", der Verlag sei an dem US-Medienkonzern Forbes interessiert. Eine Offerte stehe kurz bevor. Das Unternehmen ist vor allem für das gleichnamige Magazin bekannt, das jährlich eine Rangliste der reichsten Menschen veröffentlicht. Daneben ist Forbes Media aber auch im Internet stark vertreten. Mit der Übernahme könnte Springer laut "Wall Street Journal" sein Digitalgeschäft weiter ausbauen. Von dem deutschen Konzern gab es bisher keine Stellungnahme.

US-Richter kippt Verbot für Homo-Ehe in Oklahoma

Schwule und lesbische Paare im US-Bundesstaat Oklahoma dürfen ab sofort heiraten.

Das entschied Bundesrichter Terence Kern. In seiner Begründung hieß es, die Ehe dürfe nicht auf Mann und Frau beschränkt werden. Das verstoße gegen die US-Verfassung. Das Verbot habe eine Gruppe von Menschen willkürlich und irrational von einer behördlichen Leistung ausgeschlossen.

Erst vor wenigen Wochen hatte der US-Bundesstaat Utah ein Verbot der Homo-Ehe für verfassungswidrig erklärt. Hunderte schwule und lesbische Paaren hatten sich daraufhin trauen lassen. Das Eherecht ist in den USA Sache der Bundesstaaten.

Pierre Lescure zum neuen Präsidenten der Filmfestspiele in Cannes ernannt

Jetzt ist es offiziell.

Pierre Lescure ist vom Aufsichtsrat der Filmfestspiele in Cannes zum neuen Präsidenten ernannt worden. Er folgt Gilles Jacob, der das Festival seit 2001 geleitet hatte. Lescure war unter anderem bekannt geworden, als er 1984 zusammen mit dem Unternehmer André Rousselet den französischen Privatsender Canal+ gründete. Sein neues Amt bei den Filmfestspielen in Cannes wird er im Juli antreten.

Femen-Protest im Kölner Dom zieht kein Verfahren nach sich

Der Femen-Protest im Kölner Dom wird kein juristisches Nachspiel haben.

Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Bei einem Weihnachtsgottesdienst sprang eine Aktivistin mit nacktem Oberkörper auf den Altar, auf ihrem Bauch war der Satz "I am God" zu lesen. Über die Aktion hatte die Kölner Zeitung "Express" ausführlich berichtet - offenbar nicht ohne Grund. Laut F.A.Z.-Bericht soll das Blatt vorher wohl über den Nackt-Protest informiert worden sein. Das Kölner Domkapitel prüfte daraufhin, ob es gegen den "Express" ein Verfahren wegen Beihile eröffnen soll. Davon will Domprost Norbert Felddorff jetzt aber absehen. Statt eines Prozesses sei es ihm wichtiger, eine Debatte über journalistische Ethik anstoßen. So sollten sich Reporter die Frage stellen, ob sie sich bei solchen Aktionen nicht instrumentalisieren ließen.

Obama will zu Franziskus in den Vatikan reisen

US-Präsident Barack Obama will Papst Franziskus im Vatikan treffen.

Das kündigte US-Außenminister John Kerry an. Das Treffen sei in "naher Zukunft" geplant. Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest. US-Regierungssprecher Jay Carney sagte, Obama würde sich seit längerem auf die Begegnung freuen. Er hatte in den vergangenen Monaten wiederholt die Anstrengungen des Papstes gelobt, sich für die Armen und Kranken einzusetzen. Andere Themen bewerten Obama und der Papst aber sehr verschieden. So befürwortet der US-Präsident das Recht auf Abtreibung und sprach sie für die Homo-Ehe aus.

Bundesstiftung fordert höhere Renten für DDR-Zwangsarbeiter

Wer in Zeiten des Kalten Krieges "die Gefängnisse der kommunstischen Diktaturen als Werkbank genutzt" hat, hat zwar kein juristisches, wohl aber ein moralisches Problem.

Dieser Ansicht ist die Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Anna Kaminsky. Sie sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", die betreffenden Unternehmen sollten heute die Forschung und Aufklärung zum Thema DDR-Zwangsarbeit unterstützen und finanzieren. Zudem forderte sie höhere Renten für frühere DDR-Zwangsarbeiter.

Das ARD-Magazin "Report Mainz" hatte berichtet, von Zwangsarbeit in der DDR hätten deutlich mehr Unternehmen profitiert als bisher bekannt, dazu zählten beispielsweise Aldi und VW. Das Magazin beruft sich auf eine noch unveröffentlichte Studie der Stasi-Unterlagen-Behörde.

Belgrad: Festnahmen im Mordfall eines serbischen Journalisten

Er war ein erklärter Gegner des serbischen Machthabers Slobodan Milosevic.

Der kritische Journalist Slavko Curuvija leitete Ende der 90er Jahre zwei unabhängige Publikationen im Land. Im April 1999, zum orthodoxen Osterfest, wurde er in Belgrad erschossen. Bislang war allerdings unklar, wer die Täter waren. Jetzt hat die Polizei zwei Verdächtige festgenommen. Wie eine Sprecherin in Belgrad sagte, handelt es sich um ehemalige ranghohe Geheimdienstmitarbeiter. Weitere Einzelheiten sind bislang nicht bekannt.

Zwei weitere Journalisten in Gambia festgenommen

Nach einem kritischen Bericht über die Regierung des westafrikanischen Landes Gambia sind zwei Journalisten festgenommen worden.

Das teilte ihre Zeitung "The Voice" mit. Die Reporter hatten im Dezember gemeldet, dass 19 Anhänger von Präsident Jammehs Regierungspartei zur Opposition übergelaufen seien. Die Regierungspartei bestreitet das. Nach Angaben von Aktivisten schränkt die Regierung des westafrikanischen Landes immer wieder die Pressefreiheit ein. Erst Anfang der Woche wurde bekannt, dass der Chef des gambischen Magazins "The Voice" ebenfalls verhaftet wurde. Ihm werden die gleichen Vorwürfe gemacht wie seinen Kollegen.

Argentinischer Dichter Juan Gelman in Mexiko gestorben

Der argentinische Dichter und Menschenrechtsaktivist Juan Gelman ist tot.

Er zählte zu den wichtigsten Dichtern seiner Generation. Gelman schrieb vor allem Lyrik, war aber auch als Journalist tätig. Viele Jahre lang lebte er in Mexiko im Exil. Gelman wurde 1930 in Buenos Aires geboren. Er war der Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine. Für sein Engagement gegen die rechte Militärdiktatur in seinem Heimatland Argentinien zahlte er einen hohen Preis: 1976 verschleppten und ermordeten Schergen der Militärjunta seinen Sohn Marcelo. 2007 erhielt der Dichter den Cervantes-Literaturpreis, die höchste Auszeichnung der spanischsprachigen Welt. Juan Gelman wurde 83 Jahre alt.

Berliner Gericht entscheidet über Insolvenzplan für Suhrkamp

Im Streit der Suhrkamp-Gesellschafter wird heute eine Entscheidung des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg erwartet.

Es geht um den Insolvenzplan von Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz, der eine Umwandlung des Hauses in eine Aktiengesellschaft vorsieht. Miteigentümer Hans Barlach, der seit Jahren im Streit mit ihr liegt, würde dadurch weitreichende Mitspracherechte verlieren. Zuletzt hatten sich Suhrkamp-Autoren wie Durs Grünbein und Rainald Goetz hinter das Konzept der Verlagschefin gestellt. - Sollte das Gericht dem Insolvenzplan zustimmen, hat Barlach eine zweiwöchige Beschwerdefrist.

Kugelmann zu Anne-Frank-Film: Es geht zuerst um Anstand, dann um Rechte

"Man sollte den Markt nicht mit Anne-Frank-Filmen überschwemmen."

Dieser Meinung ist Yves Kugelmann vom Stiftungsrat des Anne Frank Fonds in Basel. Er sagte der "Süddeutschen Zeitung", auf keinen Fall dürften zwei gebührenfinanzierte Produktionen zum Thema konkurrieren. Das ZDF hatte gemeinsam mit dem Produzenten Oliver Berben einen Film über das Leben von Anne Frank angekündigt. Der Fonds hatte die Rechte an dem weltberühmten Tagebuch aber bereits anderen Produzenten überlassen. Kugelmann erklärte, man werde in den kommenden Tagen entscheiden, ob und wie man rechtlich gegen das ZDF und Berben vorgehen werde. Allerdings gehe es zuallererst um Anstand, dann um Rechte.

Schriftsteller Abdel-Samad: "Ägypten noch nicht bereit für neue Verfassung"

Ägypten ist noch nicht bereit für eine neue Verfassung.

Dieser Ansicht ist der deutsch-ägyptische Schriftsteller Hamed Abdel-Samad. Als Grund nannte er dem 3sat-Magazin "Kulturzeit" eine Polarisierung zwischen Muslimbrüdern und Islamisten auf der einen Seite sowie den Anhängern von Armeechef Abd al-Fattah al-Sisi. Diese Atmosphäre sei nicht geeignet für Versöhnung und eine gesellschaftliche Debatte über eine neue Verfassung, sagte Abdel-Samad. - Die Menschen in Ägypten sind noch bis heute Abend aufgerufen, über eine neue Verfassung abzustimmen.

Paul McCartney und Ringo Starr treten bei Grammy-Verleihung auf

Bei der Grammy-Verleihung Ende Januar gibt es eine halbe Beatles-Reunion.

Die beiden noch lebenden Mitglieder der "Fab Four", Ringo Starr und Paul McCartney, werden bei der Vergabe der diesjährigen Musikpreise auftreten. Das gaben die Veranstalter in Los Angeles bekannt. Die beiden erhalten zudem einen Ehrenpreis für ihr Lebenswerk.

Zollitsch: Leben muss wichtiger sein als Wohlstand

"Wenn in Bangladesch Menschen ihre Gesundheit und ihr Leben riskieren, um möglichst billige Textilien für den deutschen Markt zu produzieren, darf uns das nicht egal sein."

Mit diesen Worten hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, zu größerer internationaler Solidarität aufgerufen. Er sagte beim Neujahrsempfang des Erzbistums Freiburg, durch die Globalisierung seien die Menschen zwar weltweit medial und ökonomisch vernetzt. Trotzdem fehle das Bewusstsein, Verantwortung für den Anderen zu übernehmen. Zum Thema Bangladesch müsse sich jeder die Frage stellen: "Was ist wichtiger: ihr Leben oder unser Wohlstand?"

Kulturnachrichten hören

Januar 2014
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 31 1 2

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur