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Fazit / Archiv | Beitrag vom 26.11.2010

Andres Veiel beklagt Trend zu Billigformaten

Dokumentarfilmer warnt vor Aushöhlung des Programmauftrags der ARD

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Andres Veiel kämpft für gründlich und genau recherchiertes Dokumentarfernsehen. (Wilfried Böing)
Andres Veiel kämpft für gründlich und genau recherchiertes Dokumentarfernsehen. (Wilfried Böing)

Der Regisseur Andres Veiel sieht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einen anhaltenden Trend, anspruchsvolle Filmformate durch einfache und billige Produktionen zu ersetzen. Gemeinsam mit Kollegen hat er einen offenen Brief an die ARD-Rundfunkräte geschrieben.

"Es ist inzwischen so, dass nur noch Menschen mit DVD-Rekordern oder eben die, die ausschlafen können, überhaupt noch Dokumentarfilme im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen bekommen", sagte Veiel. "Man gewöhnt es den Zuschauern richtig ab, sich auf Formate einzulassen, die komplizierter sind."

Die ARD höhle ihren Programmauftrag zunehmend aus, erklärte der Filmemacher. Die klare Abgrenzung zu den privaten Fernsehformaten gehe immer stärker verloren. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen dürfe sich nicht darauf reduzieren, Inhalte und Ereignisse nur einfach zu präsentieren, sondern müsse diese auch einzuordnen: "Dass man eben dann sagt, man will anders informieren: nachhaltiger, gründlicher, genauer, gut recherchierte Sendungen und Beiträge. Und nichts anderes ist ja dokumentarisches Arbeiten."

Andres Veiel ist Mitglied der AG DOK, der Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm. Der Verband sieht die Sendeplätze für Dokumentationen und Dokumentarfilme in der ARD immer stärker bedroht und hat dies in einem offenen Brief an die ARD-Rundfunkräte betont.

Das vollständige Gespräch mit Andres Veiel können Sie mindestens bis zum 27.5.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.

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