Das Feature, vom 13.10.2015, 19:15 Uhr

Analphabeten auf dem ArbeitsmarktWenn Worte und Chancen fehlen

Von Dominik Bretsch

Rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland gelten als sogenannte funktionale Analphabeten. Sie verstehen zwar Buchstaben und einzelne Sätze, aber zusammenhängende Texte oft nicht. Der Bund will Betroffene in den kommenden Jahren mit vielen Millionen Euro fördern. Denn: Der Arbeitsmarkt bietet ihnen meist nicht viel.

Ein Fensterputzer reinigt ein Fenster  (picture alliance/dpa/Jens Büttner)
Welche Chancen bietet unsere Gesellschaft den Menschen, die nicht lesen und schreiben können? (picture alliance/dpa/Jens Büttner)

Kay ist Mitte 30 und funktionaler Analphabet. Als Schüler habe er sich "so durchgewurschtelt", sagt er. Später war damit allerdings Schluss. Häufig wechselnde Jobs im Niedriglohnsektor führen zu der Erkenntnis: "Es ist nie einfach einen Job zu finden, der auch für mich passt." 

Nach einem halben Jahr ohne Arbeit dann der Neuanfang: In einem sogenannten Grundbildungskurs eines Berliner Fördervereins will Kay nachholen, was in der Schule nicht gelungen ist. Will Lesen und Schreiben lernen. Will kämpfen. Für sich und für seine vier Kinder. Ihnen will er eine gute Zukunft ermöglichen. Will Vorbild sein.

Am Ende die Resignation

Und: Er wird selbstbewusster, gründet eine Selbsthilfegruppe, lernt mit Rückschlägen umzugehen. Doch Kay will mehr: einen Job, um seine Familie durchzubringen.

Unser Autor Dominik Bretsch begleitet ihn ein Jahr lang - auf seinem ernüchternden Weg: "Ganz vom Jobcenter wegzukommen, das werde ich nicht schaffen", stellt Kay irgendwann resigniert fest. 

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Produktion: DLF 2015

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