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Lesart / Archiv | Beitrag vom 24.02.2015

Amerikanischer MarktRenaissance der unabhängigen Buchhandlungen

Markus Dohle im Gespräch mit Barbara Wahlster

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Ein ausgeliehenes E-Book wird am 04.12.2012 in Hamburg in der Zentralbibliothek auf einem sogenannten E-Reader angezeigt.  (picture alliance / dpa / Axel Heimken)
E-Book oder doch lieber ein gedrucktes Buch lesen? (picture alliance / dpa / Axel Heimken)

Print gegen Digital: Von diesem Kampf wird auch der Buchmarkt in Amerika bestimmt. Markus Dohle, Chef von Penguin Random House, prophezeit dort eine gute Koexistenz von Print und Digital. Zugleich sei eine Renaissance des unabhängigen Buchhandels zu beobachten.

Man könnte ihn einen Bücher-Tycoon nennen: Markus Dohle ist Chef bei Penguin Random House, dem größten Buchverlag der Welt, und Vorstandsmitglied der Bertelsmann SE & Co. KGaA. Barbara Wahlster, Literaturredakteurin  von Deutschlandradio Kultur, hat  ihn auf der Buchmesse in Jerusalem getroffen und nach Entwicklungen auf den internationalen Buchmärkten befragt.

Dohle sprach auch über die Situation des amerikanischen Buchmarktes, der anderen Buchmärkten oft zeitlich voraus sei. Dort habe das Wachstum im Bereich des E-Book im vergangenen Jahr etwas abgenommen, was der Stabilisierung des Print-Geschäfts zu Gute gekommen sei:

"Wir sehen aber, dass das E-Book in den USA in Summe sich etwa bei 30 Prozent  stabilisiert und nicht, wie es viele vorausgesagt haben, schnell zu 50 Prozent oder noch höher kommt. Also es wird eine gute Koexistenz geben zwischen physischem Geschäft und elektronischem Geschäft. Und diese Entwicklung ist sehr positiv."

Die Stimme des unabhängigen Buchhandels ist groß

In Amerika sei derzeit eine Renaissance der unabhängigen Buchhandlungen zu  beobachten, sagte Dohle. Deren Zahl sei in den letzten drei bis vier Jahren wieder langsam gewachsen:

"Der Gesamtanteil des unabhängigen, stationären Buchhandels ist nicht so groß, aber die Stimme des unabhängigen Buchhandels ist sehr groß – auch was Literatur anbelangt und was das Machen von Bestsellern angeht."

Derzeit gehe es unabhängigen Buchhandlungen fast besser als den noch übrig gebliebenen Buchhandelsketten, meinte Dohle:

"Wir unterstützen diese Entwicklung sehr stark. Weil wir brauchen diese Vielfalt im Buchhandel. Wir stehen für Vielfalt auf der Content-Seite und wir stehen für Vielfalt auf der Buchhandels-Seite. Die Buchhandlung ist noch immer der wichtigste Ort, wo Menschen von neuen Büchern erfahren."

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