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Nachspiel | Beitrag vom 03.02.2019

American Football in Deutschland Kein Sport für arme Leute

Michael Auerbach im Gespräch mit Jörg Degenhardt

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Frankfurts Andreas Betza läuft mit dem Ball gegen Unicorns Tobias Löffler.  (Annegret Hilse/dpa )
Frankfurts Andreas Betza läuft mit dem Ball gegen Unicorns Tobias Löffler. (Annegret Hilse/dpa )

Die Zahl der Aktiven steigt und auch das Zuschauerinteresse. Dennoch will American Football in Deutschland nicht recht Fuß fassen. Der Grund? "Fußball, Fußball und Fußball", sagt Michael Auerbach vom "Huddle"-Magazin. Zudem ist der Sport sehr teuer.

Wenn am Sonntagabend im Super Bowl die New England Patriots und die Los Angeles Rams aufeinandertreffen, wird wohl wieder fast die Hälfte der US-Amerikaner vor den Bildschirmen sitzen. In Deutschland dagegen fristet American Football nach wie vor ein eher kümmerliches Dasein. Obwohl der American Football Verband Deutschland jetzt im 19. Jahr in Folge einen Mitgliederzuwachs erlebe, wie der Chefredakteur des American-Football-Magazins "Huddle", Michael Auerbach, betont. Und zwar von durchschnittlich etwa sieben Prozent pro Jahr.

Hohe Einstiegskosten

Mit insgesamt 65.000 Verbands-Mitgliedern ist American Football in Deutschland dennoch kaum mehr als eine Randsportart. Das liegt Auerbach zufolge vor allem daran, dass American Football ein ziemlich teurer Spaß sei:

"Beim Football müssen Sie mindestens 400 Euro für die Basis-Schutzausrüstung anlegen", betont er. Da sei man dann recht schnell im vierstelligen Euro-Bereich. "Das grenzt natürlich ein wenig aus."

Mindestgröße des Kaders: 40 bis 45 Spieler

Eine weitere Hürde für American Football in Deutschland ist laut Auerbach, dass die Sportart sehr personalintensiv ist und einen Kader von mindestens 40 bis 45 Spielern erfordert. Für eine Mannschaft "wirklich das absolute Minimum", sagt der "Huddle"-Chefredakteur. "Und dann wird es in kleineren Städten natürlich irgendwann eng."

Hilfreich, so Auerbach, wäre es, wenn American Football öfter im Fernsehen zu sehen wäre. Aber dem stehe natürlich die Leidenschaft der Deutschen für "Fußball, Fußball und Fußball" entgegen. Immerhin gebe es inzwischen einen Live-Stream im Internet, über den jedes der 112 Bundesliga-Spiele gesehen werden könne. Und das Finale des German Bowl werde bereits seit Jahren im Fernsehen übertragen, derzeit von Sport 1. "Die sind auch sehr zufrieden mit den Einschaltquoten."

(uko)

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