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Fazit | Beitrag vom 17.09.2018

American-Academy-Chef kritisiert JournalistenZu viel Meinung, zu wenige Fakten

Terry McCarthy im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Symbolbild: Im Newsroom eines Fernsehsenders sitzen Journalisten hinter Bildschirmen und arbeiten. (imago/photothek)
Der Newsroom eines Fernsehsenders: Laut Terry McCarthy sind zu wenige Journalisten noch unparteiisch. (imago/photothek)

Der neue Präsident der American Academy, Terry McCarthy, geht mit der Presse hart ins Gericht. Journalisten seien selbst schuld, wenn das Publikum das Vertrauen in sie verliere. Der Grund: zu viel Meinungsäußerung und zu wenige Berichte über Fakten.

Der neue Präsident der US-Forschungs- und Kulturinstitution American Academy, Terry McCarthy, hat Journalisten gemahnt, über Fakten zu berichten und weniger Meinung zu äußern. Der ehemalige Kriegsreporter sagte im Deutschlandfunk Kultur, Meinungsstreite gerieten schnell außer Kontrolle: "Erst dann verliert das Publikum das Vertrauen in Journalisten, weil sie sehen, dass die alle eine Meinung haben."

Eine Mahnung zur Neutralität

In den USA präsentierten die Reporter diese nicht nur in den Kommentaren, sondern auch in ihren Berichten. "Das ist keine gesunde Mischung", so McCarthy. "Im Prinzip sollten Journalisten unparteilich sein, aber das ist nicht mehr der Fall." Gleichzeitig sei Neutralität immer wichtiger, weil die Zeiten "aufgeheizt" seien.

Porträtfoto von Terry McCarthy, Präsident der American Academy in Berlin (Annette Hornischer / American Academy in Berlin)Terry McCarthy, Präsident der American Academy in Berlin (Annette Hornischer / American Academy in Berlin)

Für die American Academy sehe er die erste Akademie von Platon als Vorbild. In Berlin sollten Diskussionen über wichtige Themen der Zeit stattfinden. "Respekt ist sehr wichtig. Das gibt es sehr viel heute: Dass man nebeneinander schreit, und keiner hört den anderen an", so McCarthy. In der American Academy hätten die Gäste dazu Zeit und Muße.

Die Institution, die den Austausch zwischen den USA und Deutschland fördern will, lädt jedes Jahr 24 amerikanische sogenannte Fellows – Künstler, Denker, Wissenschaftler oder Schriftsteller – für ein Stipendium nach Berlin ein. Diese forschen dort, halten Vorträge und beteiligen sich an Diskussionen.

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