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Lesart / Archiv | Beitrag vom 14.09.2020

Amazon und die VerschwörungsmythenMancher Algorithmus empfiehlt Desinformation

Daniel Laufer im Gespräch mit Andrea Gerk

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Die amazon Niederlassung in München ragt zwischen Bäumen empor. (imago images / Manfred Segerer)
Amazon-Niederlassung in München: Der Internet-Buchhändler liste auch Titel mit rechtsextremistischen und verschwörungstheoretischen Inhalten, sagt Daniel Laufer von netzpolitik.org. (imago images / Manfred Segerer)

Amazon ist ein Buchhändler mit enormer Reichweite, der die Empfehlung von Titeln jedoch seinen Algorithmen überlasse, kritisiert Daniel Laufer von netzpolitik.org. In den Suchergebnissen seien viele verschwörungstheoretische Publikationen gelistet.

Laut Recherchen der Plattform netzpolitik.org trägt der Internetbuchhändler Amazon massiv zur Verbreitung von Verschwörungsmythen bei.

Bücher zum Beispiel aus dem rechtsextremistischen Umfeld würden bei Amazon neben wissenschaftlich fundierter Literatur wahllos gelistet, kritisiert der Autor eines entsprechenden Artikels, Daniel Laufer. Er hat zusammen mit Sebastian Meineck unter anderem die Amazon-Empfehlungen zum Stichwort "Holocaustlüge" untersucht.

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Ähnliche Ergebnisse habe auch die Suche nach Titeln zum Coronavirus hervorgebracht, so Laufer im Deutschlandfunk Kultur:

"Beim Begriff 'Corona' ist das so, dass wir auf der ersten Seite mit Suchergebnissen bereits etliche Bücher gefunden haben, die unwissenschaftlich wirken, die das Virus anzweifeln, die teilweise von Lüge sprechen." 

Schrille Titel werden prominent platziert

Wer nach Sachbüchern über Verschwörungsmythen suche, finde etwa das Standardwerk "Fake Facts" von Katharina Nocun und Pia Lamberty (Quadriga-Verlag 2020, 352 Seiten, 19,90 Euro), wenig später aber wiederum Desinformation.

Amazon lasse seinen Suchalgorithmen "freien Lauf", kritisiert Laufer. Wie bei einer Boulevard-Zeitung würden besonders schrille Titel prominent platziert, um Klicks zu erzielen.

"Grundsätzlich gibt es Richtlinien bei Amazon. Titel, die Hass und Gewalt propagieren, sollen eigentlich verboten sein", so Laufer. Die Recherche zeige, dass das nicht stimme.

Netzpolitik.org publiziert zu Fragen der Digitalisierung, Freiheitsrechten und Politik.

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