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Kulturnachrichten

Donnerstag, 26. Mai 2016

Althistorikerin Beard erhält Prinzessin-von-Asturien-Preis

Britin Mary Beard ist eine der einflussreichsten Intellektuellen

Die englische Althistorikerin Mary Beard erhält den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Sozialwissenschaften. Die 61-jährige Professorin an der Universität Cambridge gehöre zu den wichtigsten Altertumswissenschaftlern und zu den einflussreichsten Intellektuellen Großbritanniens, teilte die Jury bei der Bekanntgabe der Siegerin in Oviedo in Nordspanien mit. Beard arbeitet unter anderem auch für die BBC. Sie ist Kolumnistin der "Times" und betreibt den Blog "A Don's Life". Umstrittenen waren ihre Aussagen zu den New Yorker Terroranschlägen vom 11. September. Sie interpretierte diese als "Antwort" auf die Außenpolitik der USA. Zu den wichtigsten Werken der Britin gehört das Buch "Pompeji. Das Leben in einer römischen Stadt". Der Prinzessin-von-Asturien-Preis gilt als "spanischer Nobelpreis". Er wird jährlich in acht Sparten vergeben und ist mit jeweils 50 000 Euro dotiert.

"Refugee" ist britisches Kinderwort des Jahres

Begriff wurde unter über 120.000 Einsendungen eines BBC-Kinderliteraturtwettbewerbs gefunden

"Refugee", zu Deutsch Flüchtlig, ist das britische Kinderwort des Jahres. Das meldete Spiegel-Online. Bei dem BBC-Literaturwettbewerb "500 Words" hatten 123.436 Kinder Geschichten eingereicht. Die lexikologische Abteilung der Uni Oxford hat sie untersucht, um das Kinderwort des Jahres zu finden. Das Ergebnis: Mit 339 Verwendungen legte der Begriff "Refugee" um 368 Prozent gegenüber 2015 zu, dazu wurde 34 Mal das Wort "Migrant" erwähnt. Die Haltung gegenüber den Flüchtlingen sei empathisch und positiv gewesen, so die Oxford-Experten. Zu den Wörtert mit hoher Zuwachsrate zählten auch Velociraptir/ Raptor aus dem Film "Jurassic Park" oder das Lichtschwert und die Sturmtruppen aus dem Starwars-Universum

"New York Times" will Personal abbauen

Verlagerung der Ressourcen von Print auf Online geplant

Auf dem Weg zu einem kleineren und digitaleren Newsroom will die "New York Times" ihr Personal verringern. Herausgeber und Chefredaktion kündigten an, einer nicht näher benannten Zahl vom Mitarbeitern zum Monatsende einen goldenen Handschlag anzubieten. Die "New York Times" hat vor kurzem ihre Pläne für eine erhebliche Ausweitung des Digitalgeschäfts vorgestellt. Dazu gehört die Verlagerung der Ressourcen von Print zu Online. Die Umsätze aus dem Digitalen sollen sich bis 2020 verdoppeln. "Die Pläne werden zweifellos zu neuen Initiativen und Investments führen", schrieben Herausgeber Arthur Sulzberger Jr. und Chefredakteur Dean Baquet nun in ihrem Memo an die Belegschaft. Baquet sagte, die "New York Times", die 1300 Menschen beschäftigt, brauche mehr Journalisten mit visuellen Fähigkeiten und vielfältigeren Hintergründen. "Ein Ziel des Journalismus ist es, die Welt zu spiegeln, wie sie ist", sagte er. "Man kann das nicht schaffen, wenn man selber nicht etwas mehr wie diese Welt aussieht als wir das tun."

Protest mit Priesterinnen-Porträts

Kampagne gegen Sexismus in der Kirche rund um den Vatikan

Mit einer Fotokampagne in Vatikannähe will eine Fraueninitiative Zugang zu katholischen Weiheämtern einfordern. In den römischen Vierteln Borgo und Prati, die beide an den Vatikan angrenzen, würden von Freitag an Porträts von Frauen plakatiert, die aufgrund ihrer Priesterweihe exkommuniziert worden seien, teilte die Organisatorin Kate McElwee auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Kampagne mit dem Motto "Einige Frauen gehorchen nicht" und weitere Veranstaltungen finden zeitgleich mit einer offiziellen Priesterwallfahrt zum Heiligen Jahr vom 1. bis 3. Juni statt. McElwee, Ko-Leiterin des Netzwerks "Women's Ordination Conference", sagte, die Bilder sollten die Öffentlichkeit und den Vatikan zum Gespräch über die Erfahrung mangelnder Gleichberechtigung von Frauen in der katholischen Kirche herausfordern. "Derzeit legitimiert die katholische Kirche Sexismus, indem sie Frauen Weiheämter und Entscheidungspositionen in der Kirche untersagt", so McElwee.

Barenboim und Wolff erhalten Ordenszeichen

Orden Pour le mérite ehrt Neumitglieder am Sonntag

Der israelische Dirigent Daniel Barenboim und der deutsche Musikwissenschaftler Christian Wolff werden am Sonntag als neue Mitglieder des Ordens Pour le mérite geehrt. Im Beisein von Bundespräsident Joachim Gauck sollen sie bei der Jahrestagung in Berlin ihre Ordenszeichen erhalten. Sie waren im vergangenen Jahr neu in den erlauchten Kreis gewählt worden und haben ihrer Berufung inzwischen zugestimmt. Damit hat der Orden jetzt 39 deutsche und 35 ausländische Mitglieder, darunter zwölf Nobelpreisträger, wie das Haus von Kulturstaatsministerin und Schirmherrin Monika Grütters mitteilte. Die Künstler- und Gelehrtenvereinigung war 1842 von Preußen-König Friedrich Wilhelm IV. gegründet und 1952 von Bundespräsident Theodor Heuss wiederbelebt worden. Sie nimmt Menschen auf, die sich in Kunst oder Wissenschaft einen besonderen Namen gemacht haben.

Grab von Aristoteles wahrscheinlich entdeckt

Der große antike Philosoph soll in seinem Geburtsort Olympiada beigsetzt sein

Ein griechischer Archäologe hat möglicherweise das Grab von Aristoteles entdeckt. Das Grab eines der wichtigsten Philosophen der Antike befinde sich in Stageira, dem Geburtsort von Aristoteles, teilte der Archäologe Kostas Sismanides am Rande eines Kongresses in der Hafenstadt Thessaloniki mit. "Starke Indizien sprechen dafür, dass wir das Grab gefunden haben", zitierte das Staatsfernsehen (ERT) den Archäologen. Das Aristoteles-Grab soll sich in der archäologischen Stätte von Stageira auf der Ostseite der Halbinsel Chalkidiki nahe der Ortschaft Olympiada befinden. Es handelt sich um ein hufeisenförmiges Gebäude. Die Einwohner von Stageira sollen die Asche des 322 v. Ch. in der südgriechischen Hafenstadt Chalkis gestorbenen Philosophen in seinen Geburtsort gebracht und sie in diesem Gebäude beigesetzt haben, wie der Archäologe weiter sagte. Sismanides leitet die Ausgrabungen im Raum Stageira seit 1996, berichtete das Staatsfernsehen weiter.

Intendant des Schleswig-Holstein Musik-Festival bleibt

Christian Kuhnts Vertrag wird bis 2022 verlängert

Der Stiftungsrat des Schleswig-Holstein Musik Festivals hat den Vertrag von Intendant Christian Kuhnt bis 2022 verlängert. "So jemanden muss man an sich binden, weil er dem Festival gut tut", sagte Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) am Donnerstag. Kuhnt organisiere ein Festival nicht nur für wenige. "Er ist Inspirator, aber auch Bewahrer." Kuhnt selbst zeigte sich "unglaublich glücklich" über die Entscheidung, die für ihn ein Ausdruck des Vertrauens sei. Er ist seit 2013 Intendant des Festivals. Das Festival wird im 30. Jahr seines Bestehens am 2. Juli in der Lübecker Musik- und Kongresshalle eröffnet. Bis zum 28. August bietet es 178 Konzerte, 100 davon sind Werken des Komponisten Joseph Haydn gewidmet.

Architektur-Biennale beginnt für Fachpublikum

Bauen als sozial-politische Aufgabe

Der chilenische Architekt Alejandro Aravena, diesjähriger Direktor der Architektur-Biennale in Venedig, sieht die Aufgabe der Baukunst auch darin, die Ungleichheit zwischen arm und reich zu verringern. In diesem Sinne ist das Biennale-Motto "Reporting from the front" (Von der Front berichten) zu verstehen. Die Architektur müsse heute auf komplexe und vielfältige Herausforderungen Antworten geben. Der 48jährige Pritzker-Preisträger will mit der heute beginnenden Biennale denen eine Stimme geben, die bereits eine neue Perspektive entwickelt haben. Durch Gier und Ungeduld, Ehrgeiz und Konservatismus entstünde die Tendenz, eine banale und mittelmäßige bauliche Umgebung zu produzieren. Es müsse dafür gekämpft werden, die Qualität zu verbessern, so Aravena. Heute und morgen lädt die Architektur-Biennale das Fachpublikum zur Vernissage. Ab Samstag ist sie dann für das Publikum geöffnet - bis zum 27. November.

Russland schränkt Unabhängigkeit von Kunstzentren ein

Weiterer Schachzug des rigorosen Kulturministers

In Russland ist das Staatliche Zentrum für zeitgenössische Kunst mit Beschluss des Kulturministers Wladimir Medinsjki dem Russischen Zentrum für angewandte Kunst unterstellt worden. Dieses -kurz ROSIZO genannte- Zentrum ist das frühere Propagandainstitut. Die Moskauer Künstlerin Irina Nakhova, die 2015 den russischen Pavillon der Biennale in Venedig gestaltet hat, sieht die Entwicklung mit Sorge. Kritische Stimmen sind auch auf dem Internetportal Colta.ru zu lesen. Bislang hätte das Zentrum für zeitgenössische Kunst, das es in mehreren großen Städten gibt, unabhängig agieren können. Künftig werden alle Projekte mit dem ROSIZO abgestimmt werden müssen.

In Erlangen öffnet der 17. Internationale Comic-Salon

Türkische Satiriker und japanischer Manga-Superstar

Der 17. Internationale Comic-Salon Erlangen bietet bis Sonntag einen Überblick über neue Comic-Trends. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr unter anderem die Lage von Comic- und Satire-Künstlern in der Türkei. In mehreren Ausstellungen und Podiumsgesprächen geht es um die Auseinandersetzung der grafischen Literatur mit den Themen Flucht und Asyl. Die Hauptausstellung in der Erlanger Heinrich-Lades-Halle widmet sich dem japanischen Manga-Künstlers Jiro Taniguchi. Unter dem Titel "Jiro Taniguchi - der träumende Mann" präsentieren die Veranstalter bislang in Deutschland noch nicht gezeigte Originalzeichnungen des "Superstars der Manga-Kunst". Mit rund 25 Ausstellungen und fast 500 Künstlern gilt der Comic-Salon als das größte Festival für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum.

Georgia O'Keeffe Museum mit neuem Schatz

Mehr gemalt als Blumen

Ein kaum ausgestelltes Bild der US-amerikanischen Künstlerin Georgia O'Keeffe ist künftig in dem nach ihr benannten Museum in New Mexico zu sehen. Das Gemälde "Die Scheunen, Lake George" wurde für 3,3 Millionen Dollar vom New Yorker Auktionshaus Christie's erstanden. Das Werk hatte sich seit 1946 in einer privaten Sammlung befunden und war in den vergangenen 50 Jahren nur einmal ausgestellt worden. Als Motiv wählte O'Keeffe rustikale Scheunen am Ufer des Sees Lake George im Norden des Staats New York. Dort hatte sie sich mit ihrem Ehemann, dem Fotografen Alfred Stieglitz, ein Refugium eingerichtet. Das Gemälde werde Lücken in der Sammlung des Georgia O'Keeffe Museums füllen und somit einen detaillierteren Überblick über die Entwicklung der Künstlerin bieten. Georgia O'Keefe habe mehr gemalt als Blumen, sagte die Kuratorin Carolyn Kastner.

Mülheimer Theatertage küren besten Dramatiker

Öffentliche Sitzung in der kommenden Nacht

Sieben Stücke konkurrieren bei den 41. Mülheimer Theatertagen um den mit 15 000 Euro dotierten Mülheimer Dramatikerpreis. In einer öffentlichen Debatte diskutiert die fünfköpfige Jury in der Nacht von Donnerstag auf Freitag über neue Werke von Sibylle Berg, Wolfram Höll, Yael Ronen, Felicia Zeller, Fritz Kater, Ferdinand Schmalz und Thomas Melle. Bewertet werden beim Dramatikerpreis nur neue Texte, keine Inszenierungen. Vergangenes Jahr hatte der österreichische Autor Ewald Palmetshofer den Dramatikerpreis gewonnen. Der mit 10 000 Euro dotierte Kinderstücke-Preis 2016 ist bereits vergeben. Preisträger ist - wie bereits 2015 - Carsten Brandau.

Über drei Millionen Euro für Shakespeare-Bände

Christie's spricht von "Heiligem Gral des Verlagswesens"

Ein US-amerikanischer Sammler hat die ersten vier Shakespeare-Bände für 2,5 Millionen Pfund (3,3 Millionen Euro) ersteigert. Vom Auktionshaus Christie's wurden die Folianten aus den Jahren 1623, 1632, 1664 und 1685 als "Heiliger Gral des Verlagswesens" bezeichnet. Ein bislang nicht registrierter Band der ersten Ausgabe von 1623 brachte allein 1,87 Millionen Pfund ein. Der Sammler wollte anonym bleiben.

Lebenswerk-Echo für Jazz-Pianist Wolfgang Dauner

Jury: "Einer der wichtigsten Stilsynoptiker

Der Echo Jazz für das Lebenswerk geht in diesem Jahr an Wolfgang Dauner (80). Der Jazz-Pianist und Filmkomponist werde die Auszeichnung bei der siebten Verleihung der Musikpreise am Donnerstag in Hamburg entgegennehmen, teilten die Veranstalter mit. "Er ist einer der wichtigsten Stilsynoptiker der vergangenen Jahrzehnte, ein famoser Pianist, opulenter Komponist und hintersinniger Humorist, der dem Jazz in Deutschland auf eigensinnige und inspirierende Art neue Wege gewiesen hat", hieß es in der Begründung der Jury. Seit 1992 vergibt die Deutsche Phono-Akademie den Echo, seit 1994 den Echo Klassik und seit 2010 den Echo Jazz.

Spendenaufruf für Kulturgüter in Rom

Insgesamt soll eine halbe Milliarde Euro gesammelt werden

Die Stadt Rom hat einen Spendenaufruf für ihre Kulturgüter gestartet. Bürger und Firmen sollen dazu beitragen, berühmte Stätten wie den Circus Maximus und das Forum Romanum zu retten und zu erhalten. Die Stadtverwaltung hofft, dass etwa 500 Millionen Euro zusammen kommen. Das mit 12 Milliarden Euro verschuldete Rom sieht sich selbst nicht in der Lage, für den Erhalt seiner Kulturgüter zu sorgen.

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