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Interview / Archiv | Beitrag vom 31.10.2018

Alternative zu BetonHochhäuser aus Holz

Jan Störmer im Gespräch mit Axel Rahmlow

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In Heilbronn wird im Oktober 2018 an Deutschlands erstem Holzhochhaus gebaut.   (dpa / picture-alliance / Christoph Schmidt)
In Heilbronn wird im Oktober 2018 an Deutschlands erstem Holzhochhaus gebaut. Das Gebäude liegt auf dem Gelände der Bundesgartenschau (Buga) 2019. (dpa / picture-alliance / Christoph Schmidt)

Holzhaus? Das klingt erst mal nach Fachwerkhaus und Berghütte. Tatsächlich könnte Holz im Städtebau eine echte Alternative zu Beton werden. Stabilität sei kein Problem, sagt Architekt Jan Störmer. Vor allem sei das Bauen mit Holz umweltfreundlich.

Keine lärmende Baustelle, kein Dreck, das Bauen mit Holzplatten habe viele Vorteile, sagt Jan Störmer. Der Architekt ist überzeugt, dass Holz im Städtebau in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird. In Hamburg will er die "Wildspitze" bauen. Keine Holzhütte, sondern ein Hochhaus aus Holz. Mit 70 Meter wäre es das dann das größte Holzhochhaus in Deutschland. Denn das Holzhochhaus, das derzeit in Heilbronn auf dem Buga-Gelände gebaut wird, ist lediglich Meter hoch.

Traum von riesigen Holzhochhäuser

In Tokio denkt man bereits in ganz anderen Größendimensionen. "Da gibt es Träume bis zu 1000 Metern", sagt Störmer. Stabilität sei bei dem Bau von Holzhochhäusern kein Problem. Auch der Alterungsprozess, stelle kein Problem dar. Das Holz ergraue zwar mit der Zeit, so wie alte Berghütten, dem Material schade die Witterung aber nicht.

Umweltschutz dank Holzhochhaus?

Neben der Vermeidung von Lärm und Dreck durch die Verwendung von geleimten Holzplatten, die ineinander gesteckt werden, nennnt Störmer als einen wichtigsten Vorteil von Holz die Fähigkeit CO2 zu binden.

"Das Pariser Abkommen hat gesagt, 2030 sollen 45 Prozent an CO2 reduziert werden. Und Holz bindet CO2. Holz besteht zu 85 Prozent aus CO2. Und dieses CO2 wird nicht freigesetzt."

"Der deutsche Wald bietet das um ein Vielfaches"

Die Gefahr, dass für Holzhochhäuser zu viele Bäume gefällt werden müssten und die Natur darunter leidet, sieht Störmer nicht.

"Das ist viel Holz. Und der deutsche Wald bietet das um ein Vielfaches. Man weiß, dass nur 20-25 Prozent des deutschen Waldes für Holz verarbeitet werden. Da ist so viel Reserve drin, sagen Fachleute. Insofern kann man da ganz beruhigt sein."

(mw)

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