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Samstag, 15.08.2020
 
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Alte Musik

Sendung vom 25.09.2019

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19.08.2020, 21:30 Uhr Alte Musik
Anarchia cromatica
Der Komponist Carlo Gesualdo
Von Gela Birckenstaedt
(Wdh. v. 08.03.2016)
„Tötet den Schuft und diese Hure! Soll denn ein Gesualdo zum gehörnten Ehemann werden?“ Das Leben Carlo Gesualdos kreiste in tragischer Weise um Liebe und Leidenschaft, Gewalt, Schmerz und Tod, und er ist wohl der einzige Komponist, der seine Berühmtheit nicht zuletzt auch dem Mord an seiner Ehefrau und deren Liebhaber zu verdanken hat. Diese Tat, die nie strafrechtlich verfolgt wurde, hat allerdings die Faszination, die von Gesualdos Musik ausgeht, niemals überschatten können. Mit exzessiver Wort- und Bildausdeutung und einer bis ins Extreme gesteigerten Chromatik gibt Gesualdo seiner Lust am (musikalischen) Schmerz freien Lauf. Dabei komponiert er gegen fast alle Regeln seiner Zeit, und seine Madrigale und Motetten klingen auch heute noch ohrenfällig dissonant. Doch so außergewöhnlich uns seine Musik erscheint - Gesualdo war nicht der einzige, der sich um 1600 weit auf das chromatische Terrain hinauswagte. In seiner Heimat Neapel hatte er einen Kreis von Musikern um sich geschart, darunter Scipione Lacorcia, Pomponio Nenna und Giovanni Maria Trabaci, die Gesualdo in Sachen chromatischer Experimentierfreudigkeit in nichts nachstanden.
Oktober 2020
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